Erkältung: Häufige Fragen

Erkältungsmittel (rezeptfrei)

© PantherMedia / Kirill Ryzhov

Eine Erkältung ist eine fast immer durch Viren verursachte Erkrankung, die mit typischen Symptomen wie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten sowie häufig auch Kopf- und Gliederschmerzen einhergeht. In manchen Fällen tritt Fieber auf. [1]

Rezeptfreie Medikamente bei Erkältung

Normalerweise ist eine Erkältung selbstlimitierend, das heißt, die Symptome lassen von allein nach. [1] Wer sich jedoch stark beeinträchtigt fühlt, kann die Beschwerden mithilfe symptomspezifischer Medikamente abschwächen. Gegen Schmerzen und Fieber stehen Acetylsalicylsäure und Paracetamol zur Verfügung. Sie lindern Schmerzen und wirken fiebersenkend. Gegen den Husten können schleimlösende Mittel wie Acetylcystein helfen, der Schnupfen wird oft mit abschwellenden Nasensprays, z.B. mit dem Wirkstoff Xylometazolin behandelt. Im Folgenden werden detaillierte Informationen zu den einzelnen Wirkstoffen vermittelt.

Acetylsalicylsäure (ASS)

ASS, besser bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin, wirkt schmerzlindernd (analgetisch), fiebersenkend (antipyretisch) und entzündungshemmend (antiphlogistisch).

Es hemmt die Cyclooxygenase 2 (Cox-2). Dieses Enzym aktiviert die Bildung von Stoffen, welche im Körper Schmerz und Entzündung vermitteln, sogenannte Prostaglandine, Leukotriene und Thromboxan. Im Gehirn sorgen Prostaglandine außerdem dafür, dass der Temperatur-„Soll-Wert“ des Körpers heraufgesetzt wird – der Erkrankte bekommt Fieber. Wird die Cyclooxygenase 2 ausgeschaltet, können auch diese Stoffe nicht mehr gebildet werden und ihre Wirkung bleibt aus.

Acetylsalicylsäure hat außerdem eine gerinnungshemmende Wirkung. [2]

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen
  • bei regelmäßiger und häufiger Einnahme: Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen
  • allergische Reaktionen mit Hautveränderungen
  • selten Herz-Kreislauf-Störungen, Asthmaanfälle und Nierenfunktionsstörungen [3]

Acetylsalicylsäure sollte nicht angewendet werden bei

  • bekannter Überempfindlichkeit,
  • krankhafter Blutungsneigung,
  • bereits bekanntem Magen-Darm-Geschwür oder stattgehabter Blutung in diesem Bereich,
  • bei schwerer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz),
  • Leber- und Nierenversagen.

Es sollte vorsichtig und in Absprache mit einem Arzt angewendet werden, wenn Asthma bronchiale und/oder eine Nierenfunktionsstörung vorliegen, andere Gerinnungshemmer eingenommen werden und wenn ein operativer Eingriff bevorsteht. Der Wirkstoff ist für Kinder und Schwangere ungeeignet. [3]

Erhältliche Präparate sind beispielsweise Aspirin 500, ASS-ratiopharm 500 und ASS 500 Hexal.

Im Rahmen einer Erkältung oder Grippe kann Acetylsalicylsäure gegen Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Fieber eingesetzt werden.

ASS kann als Tablette oder als Pulver in Wasser gelöst eingenommen werden. Die übliche Wirkstoffmenge einer Tablette gegen Schmerzen beträgt 500 mg. Eine Tageshöchstdosis von 3000 mg darf nicht überschritten werden. [4]

Paracetamol

Paracetamol hemmt ebenfalls die Cyclooxygenase 2. Im Gegensatz zu Acetylsalicylsäure wirkt es allerdings nur außerhalb von Entzündungsgebieten und damit schmerzstillend und fiebersenkend, nicht aber entzündungshemmend. [5]

Paracetamol ist prinzipiell gut verträglich und auch für Kinder und Schwangere geeignet. [5]

Mögliche Nebenwirkungen:

  • selten eine allergische Hautreaktion, wie z.B. Nesselsucht
  • bei längerer Einnahmedauer Verdauungsstörungen
  • bei Überdosierung Leberversagen [5]

Es sollte nicht eingenommen werden bei

  • schwerer Lebererkrankung und akuter Hepatitis,
  • Überempfindlichkeit gegen Paracetamol,
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel (eine seltene Stoffwechselerkrankung).

Paracetamol verstärkt bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Cox-Hemmern deren Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt bis hin zu Blutungen. [5]

Erhältliche Präparate sind z.B. Paracetamol 500 Hexal, Paracetamol-ratiopharm 500 oder Paracetamol actavis 500 mg.

Im Falle einer Erkältung kann Paracetamol zur Fiebersenkung und gegen Kopf- und Gliederschmerzen angewendet werden.

Paracetamol wird bei Erwachsenen meist in Tablettenform mit einer Dosis von 500 mg eingenommen. Die maximale Tagesdosis für Erwachsene beträgt 4 g, also 8 Tabletten. [6]

Für Kinder werden üblicherweise Zäpfchen oder Säfte/Sirup verwendet. Die Dosierung muss definitiv angepasst und mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Acetylcystein (ACC)

Acetylcystein wird oft bei festsitzendem Husten im Rahmen eines Infekts der unteren Atemwege eingenommen, um das Sekret zu verflüssigen und besser abhusten zu können. Seine Wirkung beruht wahrscheinlich auf der Spaltung von Schwefelbindungen (Disulfidbrücken) im Schleim. Ein anderer diskutierter Mechanismus ist die Fähigkeit von Acetylcystein, freie Radikale zu binden. Radikale sind Moleküle, die besonders schnell bestimmte chemische Reaktionen, nämlich Oxidationen, eingehen und auf diese Weise dem Körper schädigen. ACC kann diese Radikale unschädlich machen und so gegen den oxidativen Stress und entzündungshemmend wirken. [7]

Mögliche Nebenwirkungen:

  • allergische Reaktion
  • Kopfschmerzen, Fieber
  • Ohrgeräusche
  • Atemnot, Asthmaanfälle
  • sehr selten schwere Hauterscheinungen [8]

ACC darf nicht angewendet werden, wenn eine Allergie gegen den Stoff bekannt ist. Die Einnahme sollte mit Vorsicht erfolgen, wenn ein Asthma bronchiale besteht und/oder schon einmal ein Magen-Darm-Geschwür oder eine Blutung auftraten. Bei Neuauftreten von Haut- oder Schleimhautveränderungen muss ein Arzt konsultiert werden. [8]

ACC kann die Wirkung von Antibiotika abschwächen, weshalb diese zwei Stunden vor oder nach Anwendung von ACC eingenommen werden sollten. Von einer gleichzeitigen Einnahme von Hustenstillern (Antitussiva) wird abgeraten, da ein Sekretstau mit Atemnot entstehen kann. [8]

Erhältliche Präparate sind z.B. ACC akut 600 Hexal, NAC-ratiopharm akut 600, Acemuc oder Fluimucil.

ACC ist in Dosierungen von 100 bis 600 mg und in verschiedenen Darreichungsformen wie Brausetabletten, Lutschtabletten, Filmtabletten, Hustensaft etc. erhältlich. Die Tagesdosis beträgt etwa 600 mg, für Kinder müssen niedrigere Dosen gewählt werden. [8]

Xylometazolin

Xylometazolin wird als Nasenspray oder –tropfen an der Nasenschleimhaut angewendet. Der Stoff bindet an signalempfangende Komplexe (Rezeptoren) der glatten Muskulatur, die in Blutgefäßen vorkommt. Es bewirkt dort das Zusammenziehen dieser Muskulatur und somit die Verengung der Gefäße (Vasokonstriktion). Die geringere Durchblutung hat ein Abschwellen der Nasenschleimhaut zufolge. [9]

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Reizerscheinungen der Nasenschleimhaut wie Brennen oder Trockenheit
  • Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit
  • Herz-Kreislauf-Erscheinungen wie Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckerhöhung [10]

Xylometazolin darf nicht angewendet werden bei

  • einer bekannten Allergie dagegen,
  • einer bestimmten Form des chronischen Schnupfens (Rhinitis sicca),
  • Operationen, nach denen die Hirnhaut im Nasenbereich freiliegt.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollte Xylometazolin nur auf explizites Anraten des Arztes genommen werden. [10]

Erhältliche Präparate sind z.B. Otriven, Imidin oder Olynth.

Die Anwendung erfolgt bei einem akuten Schnupfen meist als Nasenspray.

Für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren sind diese in einer Dosierung von 0,1 % erhältlich, Kinder unter 6 Jahren müssen Präparate mit niedrigeren Dosierungen bekommen, z.B. 0,05 oder 0,025 %. Pro Tag werden 2-3 Sprühstöße empfohlen.

Xylometazolin zeigt bereits nach kurzer Zeit einen starken Gewöhnungs- und Suchteffekt. Die Anwendung sollte deshalb nicht länger als drei Tage erfolgen. [10]

Zu beachten

Vor Anwendung aller genannten Medikamente sollte ein Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker stattfinden und die Packungsbeilage gründlich gelesen werden, da hier nicht alle Nebenwirkungen detailliert aufgelistet werden können.

Bessern die Symptome der Erkältung sich innerhalb einer Woche nicht von allein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn ungewöhnliche Symptome wie blutiger Auswurf, eine ausgeprägte Atemnot oder hohes Fieber über 40°C auftreten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung