Erkältung: Häufige Fragen

Medikamente gegen Erkältung im Test

© PantherMedia / Lisa Young

Vor allem in der kalten Jahreszeit sind viele Personen erkältet. Eine Erkältung betrifft die oberen Atemwege – Nase, Nebenhöhlen, Hals und/oder Bronchien [1]. Ausgelöst wird eine Erkältung meist durch eine virale Infektion. Eine virale Infektion führt nicht direkt zu Erkältungssymptomen, sofern die Viren in den Körperzellen „schlafen“. Die schlafenden Viren werden meist durch kalte Zugluft aktiviert und führen folglich zu den typischen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen und Husten [2][3]. Bei sonst gesunden Personen heilt eine Erkältung meist innerhalb von einer Woche wieder ab, aber bei Personen mit schwachen, körpereigenen Abwehrkräften besteht die Erkältung oft länger. Sind die körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) nicht stark genug, um die Erkältung zu überwinden, so kann es zu einer Sekundärinfektion kommen, welche meist durch Bakterien ausgelöst wird [3].

Medikamente gegen Erkältung

Erkältungsmedikamente beinhalten in der Regel entweder den Wirkstoff Acetylsalicylsäure oder Paracetamol.

Acetylsalicylsäure hemmt sowohl das Enzym (Protein) Cyclooxygenase-1 (COX-1) als auch die COX-2, wodurch die Produktion der entzündungs-, schmerz- und fieberfördernden Botenstoffe (Prostaglandine) ausbleibt. Während das Enzym COX-1 immer im Körper vorhanden ist, wird die COX-2 erst als Antwort auf eine bestehende Entzündung oder Gewebeschädigung in den betreffenden Zellen gebildet. Im Rückenmark ist die COX-2 allerdings immer vohanden. In niedrigen Dosen hemmt die Acetylsalicylsäure auch die Blutgerinnung, weshalb sie u. a. zur Vorbeugung (prophylaktisch) von Herzinfarkten eingesetzt wird [4][5].

Während die Wirkweise der Acetylsalicylsäure bekannt ist, ist dies bei Paracetamol noch nicht vollständig der Fall. Bekannt ist, dass mehrere Mechanismen zusammenwirken und der schmerzlindernde Effekt von Paracetamol hauptsächlich im Gehirn und im Rückenmark zustande kommt. Die Grundannahme ist, dass die COX-2 u. a. im Rückenmark gehemmt wird, wo sie die Herstellung von entzündungs-, fieber- und schmerzfördernden Prostaglandinen verhindert und folglich der Schmerz nicht ins Gehirn weitergeleitet wird. Im Gegensatz zu Acetylsalicylsäure wirkt Paracetamol kaum auf periphere (nicht zentral im Körper) Cyclooxygenasen. Deshalb treten v.a. Nebenwirkungen, welche den Magen-Darm Trakt betreffen, viel seltener auf. Auch auf die Blutgerinnung hat Paracetamol im Gegensatz zu Aspirin keinen Einfluss, da Paracetamol nicht mit Blutgerinnungsfaktoren wie z. B. Thromboxanen interagiert.

Außerdem stimuliert Paracetamol die Serotonin Rezeptoren im Rückenmark. Serotonin ist im Volksmund besser bekannt als das Glückshormon, das sämtlichen Schmerz und Kummer verdrängt. Die schmerzlindernde Funktion des Serotonins wird auch durch Paracetamol verstärkt.

Im Gehirn führt Paracetamol zu Wechselwikungen mit den Glutamat-NMDA-Rezeptoren, welche in den schmerzverarbeitenden Gehirnzellen vorhanden sind; dies passiert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip, dabei ist Glutamat der Schlüssel, der perfekt in das Schloss (Glutamat-NMDA-Rezeptoren) passt und folglich die Schmerzweiterleitung unterdrückt [4] [5].

Möchte man den Genesungsprozess beschleunigen, so gibt es zahlreiche Medikamente, auf die zurückgegriffen werden kann. Im Nachfolgenden werden einige Erkältungsmedikamente im Test verglichen [12].

Doregrippin Filmtabletten

Wirkstoffe

Paracetamol (500 mg), Phenylephrinhydrochlorid (10 mg) in Doregrippin Filmtabletten

Wirkungsweise

  • Paracetamol s. Beschreibung unter Punkt 2.
  • Phenylephrinhydrochlorid ist ein gefäßverengender Wirkstoff, der auch in abschwellenden Nasensprays gegen Schnupfen und Nasen-Nebenhöhlenentzündung enthalten ist.

Nebenwirkungen

Diese Wirkstoffkombination kann folgende Nebenwirkungen auslösen: Anstieg bestimmter Leberenzyme (Transaminasen) im Serum, Blutdruck Anstieg, Herzrhythmusstörungen, schwerwiegende Veränderungen des Blutbildes wie Thrombozytopenie (reduzierte Anzahl von Blutplättchen) und Agranulozytose (Verminderung der weißen Blutzellen), Verringerung aller Zellen im Blut, Schweißausbruch, Übelkeit, allergische Reaktionen (Hautausschlag), im schlimmsten Fall kann eine Schockreaktion auftreten (sehr selten), Verkrampfung der Atemmuskulatur, Analgetika-Nephropathie (durch Schmerzmittel ausgelöste Nierenschäden), Kopfschmerzen

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen sind möglich mit Probenecid (Mittel gegen Gicht), Phenobarbital (Schlafmittel), Phenytoin und Carbamazpin (Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulose), Metoclopramid und Domperidon (Übelkeit), Cholestyramin (senkt erhöhte Blutfettwerte), Zidovudin (Medikament zur Behandlung von HIV), Chloramphenicol (gegen Infektionen), Propanthelin (Verlangsamung der Magenentleerung), Cumarin-Derivate (zur Steigerung der Blutgerinnung)

Kontraindikationen

Schilddrüsenüberfunktion, grüner Star, Asthma, Ateminsuffizienz, Atemhemmung, chronisch verengte Bronchien, Tumore des Nebennierenmarks, Erkrankungen von Herz und Gefäßen, Beeinträchtigung der Leberfunktion, Störungen im Aufbau des roten Blutfarbstoffes, Nierenfunktionsstörung, Verengung der ableitenden Harnwege, Mangel an dem Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase, Kindern unter 11 Jahren, Schwangeren, Stillenden

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Doregrippin ist geboten bei:
Diabetes mellitus, vermehrter Bilirubin-Gehalt im Blut (angeborene Meulengracht oder Gilbert Syndrom), Einnahme von Antidepressiva, chronisch Alkoholkranken.

3 Medikamente mit vergleichbarer Wirkstoffzusammensetzung

  • Wick DayMed Erkältungs-Getränk für den Tag (Paracetamol, Phenylephrinhydrochlorid, Guaifenesin, Vitamin C)
  • Cetebe antiGrippal Erkältungs-Trunk Forte (Paracetamol, Phenylephrin, Destrometorphan)
  • GeloProsed (Paracetamol, Phenylephrinhydrochlorid) [13]

Diese Wirkstoffkombination wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber, Schleimhautabschwellung bei Erkältung und Grippe empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung von Doregrippin Filmtabletten

Für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren werden 1-2 Doregrippin Tabletten bis zu 3-mal täglich empfohlen. Die Einnahme sollte vor den Mahlzeiten mit genügend Wasser erfolgen, die Tabletten dürfen nicht zerkaut werden. Kinder zwischen 11 und 14 Jahren dürfen 1 Doregrippin Tablette bis zu 3-mal täglich einnehmen. Doregrippin Tabletten sollten nicht länger als 3 Tage eingenommen werden. Bestehen die Symptome weiterhin, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diese Wirkstoffkombination in Doregrippin Filmtabletten und in den anderen genannten Medikamenten wird bei Erkältungen nicht empfohlen, da die Zusammensetzung nicht sehr sinnvoll ist. Bei Schmerzen und Fieber können Paracetamol eingenommen werden. Leiden Betroffene zusätzlich an Schnupfen, so werden lokal abschwellende Nasentropfen zusätzlich zu den Paracetamol Tabletten empfohlen [4][6][7][12].

WICK DayMed Erkältungsgetränk

Wirkstoffe

Paracetamol (500 mg), Phenylephrinhydrochlorid (10 mg), Guaifenesin (100 mg), Vitamin C (50 mg) in WICK DayMed Erkältungsgetränk

Wirkungsweise

  • Paracetamol s. Beschreibung unter Punkt 2.
  •  hat eine ähnliche Struktur wie Adrenalin. Es wirkt an sog. α-Rezeptoren und fördert eine Gefäßverengung; bei einer Erkältung führt es zur Abschwellung der Nasenschleimhäute.
  • wirkt schleimlösend und ist daher sehr gut bei Bronchitis und Husten geeignet.
  • Vitamin C unterstützt die Funktion der Immunzellen (körpereigene Wächterzellen).

Nebenwirkungen

Diese Wirkstoffkombination kann folgende Nebenwirkungen hervorrufen: Erhöhung des Augeninnendrucks, Erbrechen Übelkeit, Magen-Darm- Beschwerden, Appetitlosigkeit, Durchfall, Nervosität, Händezittern, Unruhe, Erregung, Ängstlichkeit, Benommenheit, Halluzinationen, leichte Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit, bei Missbrauch, leichter Anstieg der Leberenzyme, Schmerzen beim Harn ablassen, Herzklopfen, Ansteigen oder Abfallen des Blutdrucks, Mangeldurchblutung in verschiedenen Körperregionen, roter, juckender Hautausschlag, Blutbildveränderungen, Schwellungen im Gesicht, Atemnot bis hin zum Schock, Krämpfe in der Bronchialmuskulatur.

Wechselwirkungen

Diese Wirkstoffkombination kann Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln hervorrufen: Halothan (Inhalationsnarkotikum), Guanethidin (gegen hohen Blutdruck), Phenylephrin (Nasentropfen, Augentropfen), Theophyllin (Asthma), müde machende bzw. Muskel entspannende Arzneistoffe, Metoclopramid, Domperidon (Übelkeit), Propanthelin (Verlangsamung der Magenentleerung), Cholestyramin (hohe Blutfettwerte), Antidepressiva, Glutethimid, Phenobarbital (Schlafmittel), Phenytoin, Carbamazepin (Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulose), Zidovudin (HIV), Cumarinderivaten (Blutgerinnung)

Kontraindikationen

Diese Wirkstoffkombination darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit auf einen der Wirkstoffe und sonstigen Bestandteilen besteht. Auch ist eine Einnahme bei bestehenden Herz- und Kreislauferkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Bluthochdruck, Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße sowie sonstige Mangeldurchblutungen einschließlich Störungen der Hirndurchblutung mit Neigung zu Schwindel und bei Kindern unter 12 Jahren, untersagt.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme des Erkältungsmittels ist erforderlich bei: Unregelmäßigem Herzschlag, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, angeborene erhöhte Bilirubin-Werte im Blut (Meulengracht, Gilbert Syndrom), Myasthenia gravis (Erkrankung des Immunsystems), Diabetes, Allergie gegen Sucrose, Schwangerschaft, Stillen, Bedienen von Maschinen und Verkehrstüchtigkeit

6 Medikamente mit vergleichbarer Wirkstoffzusammensetzung:

  • Beechams all-in-one (Paracetamol, Phenylephrin, Guaifenesin)
  • Benylin Schleim Husten & Erkältung all-in-one Relief Tabletten (Paracetamol, Phenylephrin, Guaifenesin)
  • Lemsip max all in one Kapseln und Sachets (Paracetamol, Phenylephrin, Guaifenesin)
  • Sudafed Schleim Relief Triple Action Erkältung & Grippe-Tabletten (Paracetamol, Phenylephrin, Guaifenesin)
  • Beechams Erkältung & Grippe (Paracetamol, Phenylephrin, Vitamin C)
  • Beechams Grippe-plus heiße Getränke (Paracetamol, Phenylephrin, Vitamin C) [14]

Diese Wirkstoffkombination wird bei leichten bis mittelmäßigen Schmerzen, einer verstopften Nase, durch eine Erkältung oder Grippe verursachtes erschwertes Abhusten als geeignet beschrieben.

Art und Dauer der Anwendung von WICK DayMed Erkältungsgetränk für den Tag

Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren wird empfohlen: den Beutelinhalt in ein Glas Wasser geben und umrühren; höchstens alle 6 Stunden einen Beutel einnehmen. Die Einnahme sollte 3 Tage nicht überschreiten, bestehen die Symptome weiterhin, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

WICK DayMed Erkältungsgetränk, aber auch die anderen genannten Medikamente mit ähnlicher Wirkstoffzusammensetzung, schnitten im Stiftung Warentest ebenfalls nicht positiv ab, da die Zusammensetzung wenig sinnvoll ist. Empfohlen wird, die Erkältungssymptome einzeln zu behandeln [4] [8] [12].

Aspirin Complex Granulat

Wirkstoffe

Acetylsalicylsäure (500 mg), Pseudoephedrinhydrochlorid (30 mg) in Aspirin Complex Granulat

Wirkungsweise

  • Wirkungsweise der Acetylsalicylsäure s. Beschreibung unter Punkt 2.
  • Der Wirkstoff Pseudoephedrinhydrochlorid wirkt gefäßverengend und führt zu einer Abschwellung der Nasenschleimhäute und fördert damit eine freie Nasenatmung.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen, welche Acetylsalicylsäure verursachen kann, zählen: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle; Magen-Darm-Blutung; Eisenmangel; Magengeschwüre (sehr selten kann dies zu einem Magendurchbruch führen); allergische Reaktionen bezogen auf eine verschlechterte Atmung, Hautausschlag und Blutdruckabfall. Acetylsalicylsäure verdünnt das Blut, wodurch es zu länger andauernden Blutungen kommen kann. Außerdem können Leberenzyme erhöht sein.
kann zu Herzrasen führen, zu Harnverhalt v.a. bei Patienten mit Prostatavergrößerung, allergische Hautauschläge mit Juckreiz, der Blutdruck kann erhöht sein und manche Patienten berichten von einer Schlaflosigkeit.

Wechselwirkung

Diese Wirkstoffkombination kann außerdem mit diversen Medikamenten wechselwirken: Ticlopidin (Blutverdünnung), Prednisolon, Cortison (zur Unterdrückung von Entzündungen), Digoxin (zur Stärkung der Herzkraft), NSAR (entzündungshemmende und schmerzlindernde Arzneimittel), Medikamente gegen Diabetes, Methotrexat (zur Chemotherapie eingesetzt), Valpoinsäure (Epilepsie), Antidepressiva, Salbutamol als Tabletten (Luftnot), Arzneimittel die Phenylephrin und Ephedrin enthalten und andere Sympathomimetika, welche die Gefäße in den Nasenschleimhäuten verengen, die Durchblutung anregen und so zur Abschwellung der Nasenschleimhäute dienen. Zudem kann Aspirin Complex Granulat die Wirkung von entwässernden Medikamenten (Aldosteronantagonisten und Schleifendiuretika), Guathinidin, Methyldopa, ß-Blocker (Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks), Probenecid, Sulfinpyrazon (Gicht)

Kontraindikationen

Diese Wirkstoffkombination darf nicht eingenommen werden: wenn eine Überempfindlichkeit gegen einen Inhaltsstoff besteht, bei Magengeschwüren, bei Personen mit hoher Blutungsneigung, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Nieren- und Leberversagen, bei Herzschwäche, bei hohem Blutdruck, wenn gleichzeitig Antidepressiva (MAO-Hemmer) eingenommen werden und falls eine koronare Herzerkrankung bekannt ist.

3 Medikamente mit gleicher Wirkstoffzusammensetzung:

  • ASS/Pseudoephedrin Sandoz 500 mg/30 mg-Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Acetylsalicylsäure, Pseudoephedrin) [15]
  • ASS/Pseudoephedrin Hexal 500 mg/30 mg – Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Acetylsalicylsäure, Pseudoephedrin) [16]
  • ASS/Pseudoephedrin 1A Pharma 500 mg/30 mg – Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen [17]

Diese Wirkstoffkombination ist bei angeschwollenen Nasen- und Nebenhöhlenschleimhäute, Schmerzen und Fieber im Rahmen einer Erkältung oder grippalem Infekt geeignet.

Art und Dauer der Anwendung von Aspirin Complex Granulat

Für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren gilt: Der Beutelinhalt von einem oder zwei Aspirin Complex Granulat Beuteln wird in ein Glas gegeben und mit Wasser komplett aufgefüllt. Anschließend sollte die Lösung umgerührt werden, damit sich das Pulver komplett löst. Wenn nötig, dann kann die Einzeldosis in Abständen von 4 bis 8 Stunden wiederholt werden. Jedoch sollte man pro Tag nicht mehr als 6 Beutel einnehmen.

Aspirin Complex Granulat sollte nicht länger als 3 Tage eingenommen werden, bleiben die Symptome weiterhin bestehen, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Aspirin Complex und die genannten Medikamente mit gleicher Wirkstoffzusammensetzung werden bei Erkältungen als nicht geeignet eingestuft, denn um eine Schmerzlinderung zu erzielen und das Fieber zu senken, reicht ein Aspirin aus [4] [9] [12].

Grippostad C

Wirkstoffe

Paracetamol (200 mg), Vitamin C (150 mg), Koffein (25 mg), Chlorphenaminhydrogenmaleat (2,5 mg) in Grippostad C

Wirkungsweise

  • Wirkungsweise Paracetamol s. Beschreibung unter Punkt 2. Koffein unterstützt die schmerzlindernde Wirkung des Paracetamols.
  • Vitamin C ist eine Antioxidans, das bedeutet, es fängt gefährliche Sauerstoffverbindungen und andere aktivierte Verbindungen im Körper ein, die so keinen Schaden mehr an der Erbinformation, verschiedenen Protein und Fetten hinterlassen. Außerdem ist Vitamin C an der Bildung verschiedenster Hormone und andern Substanzen im Körper mit beteiligt. Chlorphenamin zählt zu den H1-Antihistaminika, welche u.a. bei Allergien und grippalen Infekten eingesetzt werden. Zum einen entspannt Chlorphenamin die Lungenmuskeln, welche durch einen starken Hustenreiz belastet sein könnten. Zum anderen fördert Chlorphenamin das Abschwellen der Nasenschleimhäute und reduziert die Schleimbildung, wodurch wieder eine freie Nasenatmung gewährleistet wird.

Nebenwirkungen

Sehr seltene Nebenwirkungen der angegebenen Wirkstoffkombination können sein: schnellerer Herzschlag, Verfälschung bestimmter Blutuntersuchungen, Verminderung von weißen Blutzellen und Blutplättchen, Müdigkeit, Benommenheit, unwillkürliche Bewegungen, erhöhter Augeninnendruck, Sehstörungen, Verkrampfung der Atemmuskeln, trockener Mund, Magen-Darm-Probleme, Beschwerden beim Harnablassen, vermehrter Appetit. Häufiger auftreten können allergische Hautreaktionen.

Wechselwirkungen

Es werden auch verschiedene Wechselwirkungen dieser Wirkstoffkombination mit den folgenden Medikamenten beschrieben: Propanthelin (Verlangsamung der Magenentleerung), Metoclopramid (Beschleunigung der Magenentleerung), Zidovudin (HIV), Probenecid (Gicht), Salicylamide (Schmerzmittel), Barbiturate (Schlafmittel), Phenytoin, Carbamazepin (Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulose), Antikoagulanzien (Hemmung der Blutgerinnung), Colestyramin (hohe Blutfettwerte), Antihistaminika (Allergien), Psychopharmaka, Sympathomimetika (steigert die Herzfrequenz), Tyroxin (Schilddrüsenunterfunktion), Theophyllin (Asthma), Ephedrin (Erkältung), orale Kontrazeptiva (Pille), Cimetidin (Magenmittel), Disulfiram (Alkoholentwöhnung), Nikotin, Gyrasehemmer des Chinoloncarbonsäure-Typs (Infketionen), Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel).

Kontraindikationen

Die Einnahme eines Arzneimittels mit der angegebenen Wirkstoffkombination sollte mit einem Arzt abgeklärt werden, sofern eine der folgenden Erkrankungen besteht: Nierenfunktionsstörung, Nierensteine, Meulengracht- und Gilbert-Syndrom (erhöhte Billirubin Werte im Blut), beeinträchtige Leberfunktion, Thalassämie, Hämochromatose, sideroblastische Anämie (es wird zu viel Eisen im Körper gespeichert), Alkoholismus, Verengung des Blasen- und/oder Magenausgangs, Engwinkelglaukom (hoher Augeninnendruck), Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörung, Angstzustände

3 Medikamente mit ähnlicher Wirkstoffzusammensetzung:

  • Hedex extra (Paracetamol, Koffein)
  • Panadol extra (Paracetamol, Koffein)
  • Solpadeine Kopfschmerzen (Paracetamol, Koffein) [14]

Die Wirkstoffkombination aus Paracetamol, Vitamin C, Koffein und Chlorphenaminhydrogenmaleat ist bei Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schnupfen und Reizhusten (durch eine Erkältung verursacht) geeignet.

Art und Dauer der Anwendung von Grippostad C

Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren werden 3-mal täglich 2 Kapseln von Grippostad C empfohlen. Die Kapseln sollten mit einem Glas Wasser getrunken werden. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Bei Personen mit bestehenden Erkrankungen (s. Kontraindikation) muss die Dosis in Absprache mit einem Arzt verringert werden.

Grippostad C und die aufgelisteten Medikamente mit ähnlicher Wirkstoffzusammensetzung sind bei Erkältungen ebenfalls wenig geeignet, da der darin enthaltene Wirkstoff Paracetamol auch alleine ausreicht, um mögliches Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern [4] [10] [12].

Wick MediNait Erkältungssaft

Wirkstoffe

Paracetamol (20 mg), Ephedrin (0,21 mg), Doxylaminsuccinat (0,25 mg), Dextromethorphanhydrobromid (0,5 mg enthält 18 % Alkohol) in Wick MediNait Erkältungssaft

Wirkungsweise

  • Wirkungsweise Paracetamol s. Beschreibung unter Punkt 2.
  • wirkt ebenso wie Adrenalin am Adrenorezeptor, wodurch das Hormon Noradrenalin aus den sympathischen Nervenendigungen freigesetzt
  • wird, aber gleichzeitig wird die Wiederaufnahme von Noradrenalin gehemmt. Somit wirkt Ephedrin blutdrucksenkend und herzstimulierend. Ebenso erweitert es die Bronchien und wirkt Appetit hemmend. In Erkältungsmitteln wird Ephedrin in sehr geringen Konzentrationen eingesetzt um das Abschwellen der Nasenschleimhäute zu stimulieren und wieder eine freie Nasenatmung zu gewährleisten.
    zählt zu den H1-Antihistaminika und blockiert den Histamin-1 Rezeptor. Dies führt zur Erweiterung der Gefäße und zur Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren. Da das Antihistaminikum unspezifisch an andere Rezeptoren binden kann, werden Patienten oft müde. In einem Erkältungsmittel soll Doxylaminsuccinat eine laufende Nase und den Niesreiz reduzieren.
    zählt zu den Hustenstillern, da es am Hustenzentrum wirkt.

Nebenwirkungen

Durch die Einnahme der aufgelisteten Wirkstoffkombination kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen: Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, veränderter Blutdruck, verringerte Zahl der Blutplättchen oder weißen Blutzellen, Halluzinationen, Abhängigkeit, Erhöhung des Augeninnendrucks, Atemprobleme durch die durch Schleim verursachte Verengung in den Bronchien, allergische Reaktionen, Hautreaktionen (Steven-Johnson-Syndrom, epdidermale Nekrolyse, akutes generalisiertes pustulöses Exanthem), Leberfunktionsstörungen, Magen-Darm-Probleme, Mundtrockenheit, Sodbrennen, Veränderung des Appetits, verschwommenes Sehen, Beschwerden beim Harn ablassen, leichter Anstieg der Leberenzyme, Schwindel, Schlaflosigkeit, Unruhe, Anspannung, Erregung, Alpträume, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen.

Wechselwirkungen

Diese Wirkstoffkombination kann außerdem mit verschiedenen Medikamenten wechselwirken: Metoclopramid oder Domperidon (Beschleunigung der Magenentleerung), Probenecid (Gicht), Amiodaron, Chinidin, Fluoxetin, Haloperidol, Paroxetin, Propafenon, Thioridazin, Cimetidin, Ritonavir (hemmen das Enzym Cytochrom P450 bis 2D6 in der Leber), Phenobarbital (Schlafmittel), Phenytoin, Carbamazepin (Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulose), Alkohol, Warfarin, Cumarin (Blutgerinnung), schleimlösenden Hustenmitteln, Zidovudin (HIV), Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa (hoher Blutdruck), Digoxin (Herzinsuffizienz), Epinephrin (Wiederbelebung), veränderte Laborwerte der Harnsäure und des Blutzuckers.

Kontraindikationen

Patienten mit einem Nebennierentumor sollten die oben aufgelisteten Wirkstoffe auf keinen Fall einnehmen, da durch das Antihistaminikum (Doxylaminsuccinat) bestimmte Substanzen aus dem Tumor freigesetzt werden und auf das Herz-Kreislauf-System wirken. Ebenso darf das Erkältungsmittel nicht eingenommen werden, wenn eine der folgenden Krankheiten besteht: Asthma, Lungenentzündung, chronisch verengte Bronchien, grüner Star, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Leber- und Nierenschäden, schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Probleme mit der Blase, Epilepsie, Hirnschäden, Depressionen. Ebenfalls darf die Wirkstoffkombination nicht von Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eingenommen werden. Die Einnahme von Wick MediNait sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, wenn eine der folgenden Erkrankungen besteht: Gilbert-Syndrom, Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, Diabetes, Husten mit starker Schleimbildung. Ebenso kann es bei Profisportlern in einer Dopingkontrolle positive Ergebnisse verursachen.

3 Medikamente mit ähnlicher Wirkstoffkombination:

  • Day & Night Nurse (Paracetamol, Pseudoephedrin Pholcodin, Dextromethorphan, Promethazin)
  • Nachtschwester (Paracetamol, Promethazin, Dextromethorphan)
  • Syndol (Paracetamol, Codein, Koffein, Doxylamin) [14]

Die angegebene Wirkstoffkombination ist bei Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Fieber, Schnupfen und Reizhusten im Zuge einer Erkältung oder grippalem Infekt geeignet.

Art und Dauer der Anwendung von Wick MediNait

Wick MediNait wird abends vor dem Schlafen gehen eingenommen. Für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene werden täglich 30 ml des Erkältungssaftes empfohlen. Sollte keine Besserung der Krankheitssymptome innerhalb von 3-5 Tagen erreicht werden, so sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Eine gleichzeitige Einnahme von anderen Paracetamol haltigen Arzneimitteln sollte nicht erfolgen, da Paracetamol – wenn in höheren Dosen zugeführt – Gift für den Körper ist.

Wick MediNait Erkältungssaft und die aufgelisteten Medikamente mit ähnlicher Wirkstoffzusammensetzung ist wenig geeignet bei Erkältungen, da sie nicht sinnvoll zusammengesetzt sind und es besser wäre die Erkältungssymptome einzeln zu behandeln [4] [11] [12].

Zu beachten

Im Durchschnitt erkrankt jeder Erwachsene einmal im Jahr an einer Erkältung. Bei Kindern ist die Erkältungsrate häufiger, da ihre körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) noch nicht vollständig entwickelt sind. Auch ältere Personen, Personen mit einer immunsystemschwächenden Erkrankung (z. B. HIV, Mukoviszidose) und Schwangere erkranken häufiger an einer Erkältung und zählen damit zu der Risikogruppe [4].

Generell ist eine Erkältung nichts Schlimmes und vergeht binnen weniger Tage wieder. Bleiben die Symptome jedoch länger wie ca. 3-5 Tage bestehen, so sollte zur Abklärung und zum Ausschluss einer anderen Erkrankung ein Arzt aufgesucht werden. Erkranken Risikopatienten, so ist es ratsam den Arzt früher aufzusuchen [4].

Die Genesung kann aber auch mit bestimmten Erkältungsmitteln, Nasensprays, Hustensäften oder Schmerztabletten beschleunigt werden. Einige kombinierte Erkältungsmittel wurden kürzlich von Stiftung Warentest bewertet. Alle oben aufgelisteten Erkältungsmittel haben im Test schlecht abgeschnitten, denn die Wirkung kombinierter Grippemittel ist „ähnlich einem Schrotschuss – ungezielt – und die Nebenwirkungen lassen sich schlecht überschauen“ [12].

Der Rat der Erkältungsexperten ist, die Erkältungssymptome separat zu behandeln (Medikamente, die nur einen Wirkstoff enthalten) und nicht mit kombinierten Erkältungsmitteln. Denn werden Symptome separat behandelt, dann sinkt die Anzahl potentieller Nebenwirkungen [12].
So sollten Schmerzen und Fieber mit Schmerz- und Fiebermitteln (Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen) behandelt werden, für eine verstopfte Nase eignen sich Nasensprays optimal und ein Husten kann mit Hustensaft (Dextrometorphan) oder Hustenpastillen gelindert werden [4] [12].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung