Erkältung: Häufige Fragen

Medikamente zum Inhalieren (bei Erkältung)

© PantherMedia / Andriy Popov

Die klassische Erkältung ist typischerweise eine virale Infektion der oberen Atemwege. Daher rührt auch die Bezeichnung als grippaler Infekt, welcher keineswegs mit einer Grippe verwechselt werden darf. Die allgemein bekannte Erkältung erfolgt meist nach einer durch Kälteeinwirkung hervorgerufenen Immunschwächung und äußert sich symptomatisch, im Gegensatz zur Grippe (Influenza) durch einen langsame Krankheitsbeginn, Halsschmerzen (Pharyngitis), Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Fieber (Pyrexie) und Heiserkeit (Dysphonie). Üblicherweise heilt eine Erkältung ohne weitere Komplikationen ab. Durch Inhalieren mit Medikamenten kann der Krankheitsverlauf der Erkältung positiv beeinflusst werden.

Medikamente bei Erkältungen

In der Regel muss ein grippaler Infekt nicht gezielt behandelt werden und das Immunsystem geht nach erfolgreicher Bekämpfung sogar gestärkt daraus hervor. Daher ist der Einsatz von Medikamenten in diesem Fall sehr umstritten. Die häufige Gabe von Antibiotika ist besonders kritisch zu betrachten, da diese nicht direkt den viral bedingten grippalen Infekt bekämpfen, sondern nur bakterielle Zweitinfektionen angehen. Für die Therapie mit Antibiotika muss also eine strenge ärztliche Indikation bestehen. Bei einfachen Erkältungen kann eine Vielzahl von verschiedenen Arzneimitteln und Hausmitteln eingesetzt werden und eine Linderung der unterschiedlichen Symptome herbeiführen.

Bei möglicherweise auftretender Fiebersymptomatik beruht man heute auf einfache Prostaglandingsynthesehemmer, wie Acetylsalicylsäure (ASS).

Auch die Medikation mit Hilfe von Inhalationen sind bei Atemwegserkrankungen beliebt, da die Dämpfe direkt mit den Schleimhäuten der entzündeten Atemwege in Kontakt treten und vor Ort wirken können. Dabei befeuchten die Dämpfe die Schleimhäute und unterstützen so die natürliche Abwehr und körpereigene Reinigungsfunktion. Darüber hinaus werden zähe Sekrete (Mukus) verflüssigt und abtransportiert. Bewährte Zusätze sind ätherische Öle wie Pfefferminz, Eukalyptus, Fichtennadelöl oder Ingwer.

Früher wurden Inhalationen in Form von Dampfbändern vorgezogen. Hier beruht ein Teil der Wirkweise auch auf der Wärme. Die Hitze allein sorgt schon zu einem gewissen Grad für Schleimlösung und Durchblutungsförderung der betroffenen Regionen und so zur verbesserten Immunabwehr. Heutzutage funktionieren die Inhalationsgeräte meistens ohne eine direkte Erwärmung der Flüssigkeit. Dafür wird Luft durch die Flüssigkonzentrate durchgeleitet. So wird die Luft zusätzlich mit den Wirkstoffen und zu großen Teilen mit Wasser gesättigt. Es steigt kühler Wasserdampf auf, welcher bei hitzeempfindlicher Medikation vorzuziehen ist.

Wirkstoff: Eukalyptusöl

  • Eukalyptol (1,8-Cineol) macht den Hauptanteil des Öls aus und reizt bei Einatmung die Thermorezeptoren der Schleimhäute. Diese regen im Lungenparenchym den Abtransport von Schleim durch das Flimmerepithel an. Darüber hinaus hemmt es den Kalzium-Einstrom in die Zelle, wodurch Kälterezeptoren gehemmt werden und der obige Effekt verstärkt wird. Zudem wirkt der Wirkstoff pilztötend und antibakteriell.
  • Nebenwirkungen: Stuhlverflüssigung und evtl. leichte Übelkeit (nur bei oraler Einnahme!)
  • Mögliche Allergien bei Kombipräparaten auf weitere Wirkstoffe, sonst auch allergische Reaktionen bei Kindern festgestellt. [1]
  • Monopräparat: Soledum – Kombipräparate: Transpulmin, Rowatinex
  • Indikation: typische Erkältung mit Schwäche- und Kältegefühl (Frösteln)
  • Die Dosierung ist abhängig vom Präparat, da es sich um Konzentrate handelt. Generelle Richtlinie für Inhalationen: ca. 3-4 Mal pro Tag.

Wirkstoff: Thymianöl

  • Thymianöl wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Ähnlich wie Eukalyptusöl reizt das Thymianöl bei Einatmung die Thermorezeptoren der Schleimhäute, in der Folge bewirkt es jedoch verstärkt auch eine erhöhte Sekretion aus Becherzellen im Lungengewebe und begünstigt so den Abtransport von Schleim. Durch Vagusstimulation, der Reizung von Nerven im Gehirn, kommt es zudem zur Erregung des Flimmerepithels, wodurch die Reinigung der Atemwege begünstigt wird. [2]
  • Nebenwirkungen: sehr selten mögliche Durchfallerscheinungen oder Allergien
  • Keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneien bekannt.[3]
  • Indikation: typische Erkältung oder Atembeschwerden
  • 1- 2 Esslöffel Thymiantee oder einige Tropfen Thymianöl (Apotheke) auf 2 Liter kochendes Wasser auflösen und 3-4 Mal pro Tag inhalieren.

Zu beachten

Bei Verkrampfen der Atemmuskulatur (Bronchospasmus) oder Husten als allergische Reaktion sollte der Betroffene die Inhalation sofort abbrechen. In der Regel verläuft eine Erkältung sehr milde und ist mit etwas Bettruhe und Achtsamkeit schnell auskuriert. Auf keinen Fall sollte der Betroffene sportliche Aktivitäten ausüben, da hier die Gefahr einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) besteht. [4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung