Erkältung: Häufige Fragen

Medikamente gegen Erkältung (rezeptfrei)

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Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) wird meist durch Erkältungsviren, am häufigsten durch Rhinoviren, verursacht. Gegen diese Viren stehen momentan keine Heilmittel zur Verfügung, d.h. eine kausale Therapie ist nicht möglich. Antibiotika sind bei einer Erkältung in der Regel nicht wirksam, da sie nur bakterielle Infektionen bekämpfen können.

Aus diesem Grund handelt es sich bei der Behandlung einer Erkältung um eine symptomatische Behandlung, d.h. die Therapie richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden.
Es gibt zahlreiche rezeptfreie Arzneien gegen Erkältungsbeschwerden, die in der Apotheke erhältlich sind. In der folgenden Zusammenfassung wird eine Übersicht der Erkältungsmittel zur oralen Einnahme dargestellt.

Fiebersenkende (antipyretische) und schmerzstillende (analgetische) Medikamente

Dazu gehören die sogenannte NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Ibuprofen. Diese wirken sowohl schmerzlindernd als auch abschwellend und fiebersenkend. Neueren Studienergebnissen zufolge, ist die Wirksamkeit von Ibuprofen bei einer Erkältung nicht sichergestellt. Die Medikamente aus der Gruppe der NSAR sollten bei einem Magengeschwür, Nieren- oder Herzerkrankungen nicht ohne Absprache mit einem Arzt eingenommen werden und eine Daueranwendung sollte ausschließlich nach ärztlicher Konsultation erfolgen. Die NSAR sollten bei Säuglingen und Kleinkinder nicht verwendet werden.

Paracetamol ist ein mit den NSAR verwandtes Medikament und wirkt sowohl fiebersenkend als auch schmerzlindernd, aber nicht abschwellend. Da Paracetamol über die Leber verstoffwechselt wird, ist das Medikament bei Menschen mit einer bekannten Lebererkrankung ohne die vorherige Absprache mit einem Arzt nicht geeignet. Paracetamol wird bei Kindern häufig als Zäpfchen oder Saft zur Fiebersenkung benutzt.

Kombinationspräparate wie Wick daymed, Wick medinait, Grippostadt C, enthalten Paracetamol als Hauptwirkstoff und einige Zusatzwirkstoffe. Aspirin Complex enthält wiederum Acetylsalicylsäure als Hauptwirkstoff und den Zusatzstoff Pseudoephedrin, der abschwellend auf die Nasenschleimhäute wirken soll. Die Wirksamkeit des Stoffes durch die Einnahme über den Mund ist nicht sicher.
Doxylamin und Chlorphenamin sind auch häufige Zusatzstoffe in Kombinationspräparaten. Hierbei handelt es sich um sogenannte Klasse I Antihistaminika, die eine ausgeprägte sedierende (schlaffördernde) Wirkung haben. Diese Stoffe üben eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem aus und können das Reaktionsvermögen, die Arbeit mit Maschinen oder die Teilnahme im Straßenverkehr beeinträchtigen. Diese Kombinationspräparate sollten ebenfalls nicht bei Kindern verwendet werden. 

Phytotherapeutika (pflanzliche Arzneimittel)
Es gibt eine Vielzahl von Phytotherapeutika, die häufig bei einer Erkältung angewendet werden, wie beispielsweise:

  • Echinacea purpurea (Purpursonnenkraut). Die Wirksamkeit von Echinacea bei einer Erkältung ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Eine Verkürzung der Erkältung konnte in Studien nicht belegt werden. 
  • Myrtol und Cineol sind Bestandteile vom Eukalyptusöl und werden häufig zur Linderung von Erkältungssymptomen in Form von Erkältungskapseln oder Sirup verwendet.  
  • Primelwurzelextrakte werden auch häufig  in Form von Tinkturen, Tees oder Sirup zur Linderung von Erkältungssymptomen genommen.

Bei allen pflanzlichen Arzneimitteln sollte berücksichtigt werden, dass sie nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht und ihre Wirksamkeit aus diesem Grund nicht sichergestellt ist. Außerdem können gegen pflanzliche Extrakte Allergien bestehen oder ausgelöst werden. Diese Präparate sollten auch bei bestehenden chronischen Erkrankungen (z.B. ätherische Öle bei Asthma) nicht ohne ärztlichen Rat verwendet werden.

Vitamin- und Mineralstoffpräparate

Die Wirksamkeit von Vitamin- und Mineralstoffpräparate, die Vitamin C oder Zink enthalten bzw. kombinierte Präparate, sind bei einer Erkältung nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Obwohl alle diese Medikamente rezeptfrei erhältlich sind, sollte bei stärkeren Beschwerden, wie deutlichen Halsschmerzen (Pharyngitis) oder Fieber (Pyrexie),grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung