Erkältung: Prävention

Kann man sich gegen Erkältung abhärten?

© PantherMedia / Lisa Young

Bei dem Begriff Abhärtung handelt es sich um Maßnahmen, die das Immunsystem des Körpers stärken sollen.[1] Wenn dieses intakt und funktionstüchtig ist, wird das Risiko einer Erkrankung reduziert. Das Immunsystem kann durch eine Vielzahl von Faktoren positiv beeinflusst werden.

Im Folgenden sollen Präventionsmaßnahmen, um sich gegen eine Erkältung abzuhärten und damit verbundene Mythen eingehend betrachtet werden.

Medizinische Fakten

Saunagänge und Wechselduschen können bei der Abhärtung gegen eine Erkältung helfen. Bei einem Saunabesuch laufen im Körper folgende Vorgänge ab:

  • die Gefäße der Haut stellen sich weit
  • die Körpertemperatur steigt leicht an
  • der Körper versucht sich durch die Freisetzung von Schweiß abzukühlen

Danach stellen sich die Gefäße, oftmals verstärkt durch eine starke Abkühlung durch Tauchbecken oder kalte Dusche, wieder eng. Alle diese Vorgänge trainieren das Herz- Kreislaufsystem und der Körper kann sich besser an wechselnde Temperaturen anpassen.[2] Durch die gesteigerte Körpertemperatur laufen viele Prozesse im Körper schneller ab, wie beispielsweise auch die Prozesse des Immunsystems. Das künstliche Fieber beschleunigt also die Reaktionsgeschwindigkeit der Immunzellen und ermöglicht so eine bessere Abwehr von Krankheitserregern.

Ausreichender Schlaf ist essentiell, da dadurch die Immunzellen aktiviert werden. Die Immunzellen folgen einem Tag-Nacht-Rhythmus und sind in der Nacht aktiver als am Tag.[3]

Außerdem wirkt sich wenig Stress in der Regel positiv auf den Körper aus. Steht eine Person extrem unter Stress, ist oftmals auch das Immunsystem geschwächt und die Person anfälliger für eine Infizierung mit Erkältungsviren.[4]

Die gesunde Ernährung spielt auch hier eine wichtige Rolle. Die Nahrung sollte reich an verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen wie beispielsweise Zink, Eisen und Selen sein, so unterstützt sie auch das Immunsystem.

Ein noch weitgehend unerforschter Faktor ist die Darmgesundheit. Der Darm besitzt ein eigenes Immunsystem, das für die Vernichtung von Darmkeimen essentiell ist. Es wird angenommen, dass dieses darmeigene Immunsystem auch bei der Bekämpfung von anderen Krankheiten wichtig ist. Bisher konnte angeblich eine Beteiligung bei der Bekämpfung von Viren, die eine Grippe auslösen, gefunden werden. Inwieweit die Darmgesundheit allerdings Einfluss auf Erkältungen hat, ist noch umstritten.[5]

Präventionsmaßnahmen

Ein- bis zweimal pro Woche kann ein Saunagang zur Abhärtung gegen Erkältung sinnvoll sein. Allerdings sollte nicht in die Sauna gegangen werden, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt, da dies zusätzlichen Stress bedeutet und dem Körper die Energie raubt, die er nun für die Krankheitsbewältigung benötigt.

Um Stress zu vermeiden, empfiehlt es sich häufiger Entspannungsphasen einzulegen und sich gezielt auszuruhen. Als Entspannungsechniken habe sich beispielsweise Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson bewiesen.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sollte abwechslungsreich sein und viel Obst und Gemüse enthalten. Außerdem sind Vollkornprodukte wichtig, da sie dem Körper Energie liefern und eine Vielzahl an Vitaminen und Ballaststoffen enthalten.

Wichtig ist neben ausreichend Schlaf von sieben bis acht Stunden pro Nacht und Bewegung an der frischen Luft in jedem Fall auch, auf eine gute Hygiene zu achten. Die Viren und Bakterien können nicht nur über Menschen übertragen werden, sie haften auch lange Zeit an Gegenständen, sodass eine gute Hygiene unabdinglich ist, um eine Erkältung zu vermeiden. Besonders regelmäßiges Händewaschen hilft die Erregerausbreitung zu mindern. [6]

Mythen

Es ist ein Mythos, dass die zuvor genannten Faktoren in jedem Fall eine Erkältung verhindern können, sie können allenfalls das Risiko der Erkrankung senken.

Ein weiterer Mythos besagt, dass eine Erkältung durch kalte Füße ausgelöst werden kann. Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen. So gehen viele Fachmeinungen davon aus, dass kalte Füße als ein Anzeichen einer bereits beginnenden Infektion zu sehen sind. 

Zu beachten

Sollten die Erkältungssymptome über einen Zeitraum von drei Wochen anhalten, ohne dass eine Besserung eintritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern sowie älteren Menschen sollte ein Arzt frühzeitig konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung