Erkältung: Prävention

Erkältung vorbeugen (Apotheke)

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Zur Vorbeugung einer Erkältung gibt es eine Reihe von Medikamenten, Vitaminen und anderen Mitteln, die angeblich eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben und dadurch das Risiko, sich eine Erkältungen einzufangen, senken können. [1]

Im Folgenden wird näher auf die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge sowie auf die Risiken in Verbindung mit diesen Substanzen eingegangen.

Medizinische Fakten

Im Gegensatz zur echten Grippe (Influenza), gibt es gegen eine banale Erkältung nicht die Möglichkeit einer prophylaktischen (vorbeugenden) Schutzimpfung. Neben der Vermeidung des direkten Kontakts mit einer infizierten Person zählt diese zu den effektivsten vorbeugenden Maßnahmen. [2]

Gegen Erkältungen können vorbeugend sogenannte Immunstimulanzien eingenommen werden. Zu ihnen zählen z.B. die Extrakte des Sonnenhuts (Echinacea-Präparate), denen eine anregende Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben wird. Da sie vor allem in der Prophylaxe (Vorbeugung) Anwendung finden, sollte spätestens, sobald die ersten Erkältungssymptome (z.B. laufende Nase, kratziger Hals …) in Erscheinung treten, mit der Einnahme begonnen werden. Die Verwendung dieser Extrakte erfolgt bis zum ersten Fieberschub und sollte acht Wochen nicht überschreiten. [1]

Über Vitamin C (Ascorbinsäure), das insbesondere in Zitrusfrüchten, Kohlsorten oder Paprika vorkommt, gibt es im Zusammenhang mit Erkältungen viele Mythen. Zahlreiche Studien zu diesem Thema zeigen jedoch widersprüchlicheErgebnisse. Bisher konnte die präventive (vorbeugende) Wirkung durch vermehrte Gabe von Vitamin C bei der Durchschnittsbevölkerung nicht nachgewiesen werden. Die nicht eindeutige Studienlage deutet jedoch auf einen möglicherweise positiven Einfluss auf die Infektdauer hin. Andere Ergebnisse zeigen sich bei Personen, die Leistungssport betreiben oder schwere körperliche Arbeit verrichten. Vor allem, wenn diese Menschen in kalten Gebieten leben, konnte das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken, nachweislich verringert werden. [3]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Personen wie z.B. Soldaten, Marathonläufer oder Bauarbeiter in kalten Gegenden deutlich von einer vorbeugenden Vitamin- C-Gabe profitieren. Für den Großteil der Bevölkerung ist dieser präventive Effekt jedoch, wenn überhaupt vorhanden, nur sehr klein.

Wie Vitamin C ist auch Zink unverzichtbar für ein intaktes Immunsystem. Bei der vermehrten präventiven (vorbeugenden) Gabe von Zink scheiden sich jedoch die Geister. Im Labor konnte die hemmende Wirkung von Zink auf die Vermehrung von Schnupfenerregern (Rhinoviren) bereits nachgewiesen werden. In den zahlreichen Studien zu diesem essentiellen, z.B. in Milch, Fleisch oder Käse vorkommenden Spurenelement ist die Faktenlage jedoch nicht so eindeutig. Einige Experten sind fest davon überzeugt, dass Zink die Dauer und Schwere von Erkältungserkrankungen positiv beeinflusst. Andere – und dass ist wohl die Mehrheit – gehen von keinem nachweisbaren Effekt dieses Spurenelements auf eine Erkältung aus. [1][3] Wenn Zink vorbeugend verwendet wird, sollte, wie bei den Echinacea-Präparaten, bei Einsetzen der ersten Symptome mit der Einnahme begonnen werden.

Neben den bereits erwähnten Substanzen werden auch diverse homöopathische Mittel präventiv (vorbeugend) eingesetzt. Dabei werden verschiedene Ausgangsstoffe wie z.B. Eupatorium (Wasserhanf), Aconitum (Blauer Eisenhut) oder Ipecacuanha (Brechwurzel) potenziert (im Sinne von sehr stark verdünnt) und als Flüssigkeit oder in Form von Globuli eingenommen. [1]

Der große Vorteil dieser homöopathischen Substanzen ist, dass sie in der Regel nebenwirkungsfrei sind und es im Normalfall zu keiner Überdosierung kommen kann. Jedoch ist die Wirksamkeit dieser Mittel sehr umstritten und geht in den meisten wissenschaftlichen Studien nicht über einen Placeboeffekt hinaus.

Biologischer Zusammenhang

Die Extrakte des Sonnenhuts, einem Korbblütler, sorgen für eine vermehrte Aktivierung der sogenannten Fresszellen (Makrophagen), die unter anderem in der Lage sind, Krankheitserreger aufzunehmen (Phagozytose) und zu verdauen. Daneben kommt es zur erhöhten Produktion von T-Helferzellen, die ebenfalls eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr einnehmen. [4]

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist an zahlreichen Vorgängen des Immunsystems beteilig. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind in der Lage, Erreger aufzuspüren und unschädlich zu machen. Dieser Aufgabe können sie jedoch nur nachgehen, wenn sie genügend Vitamin C zur Verfügung haben. Außerdem schützt Ascorbinsäure die Membran dieser wichtigen Abwehrzellen.

Auch ihre antioxidativen Eigenschaften unterstützen die Genesung des Organismus bei Infektionen. Während einer Erkältungen entstehen durch den Entzündungsprozess vermehrt freie Radikale (Teile von Molekülen, die den Organismus schädigen können), die vom Vitamin C aufgefangen und beseitigtwerden. [5]

Durch diverse Versuche an Monozyten (Vorläuferzellen der „Fresszellen“, Makrophagen) zeigte sich, dass Zink eine regulierende Wirkung auf das angeborene Immunsystem hat. Dieses stellt sozusagen die erste Abwehrlinie gegen Eindringlinge dar und wird vor dem spezifischen Immunsystem aktiv. Mit der Unterstützung von Zink wird dabei ein spezieller Stoffwechselweg in Gang gesetzt, der eine bedeutende Rolle bei der Erregerabwehr spielt. [6]

Das von Samuel Hahnemann eingeführte Prinzip der Homöopathie unter dem Motto „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“ („similia similibus curentur“) widerspricht jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis und wird daher in diesem Text vernachlässigt.

Zu beachten

Extrakte des Sonnenhuts dürfen bei bestehenden Autoimmunerkrankungen(z.B. Multiple Sklerose oder Arthritis) oder bei Allergien gegen Korbblütler nicht verwendet werden. [1]

Bei diversen Nierenerkrankungen sollte auf Zinkpräparate verzichtet werden. [1]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung