Grippe: Krankheitstypen

Trockene Grippe

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In den Wintermonaten besteht ein erhöhtes Risiko, an einer grippalen Infektion oder einer „echten Grippe“ (sog. Influenza) zu erkranken. Häufig geht diese Infektion mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und erkältungsähnlichen Symptomen einher. Wenn weder Husten noch Schnupfen auftreten, wird auch von einer „trockenen Grippe“ gesprochen.

Im Folgenden soll das Krankheitsbild der „trockenen Grippe“ gemeinsam mit seinen biologischen Zusammenhängen erläutert werden. Darüber hinaus soll auch der Frage nach empfehlenswerten Therapiemöglichkeiten nachgegangen werden.

Medizinische Fakten

Bei einer Influenza handelt es sich um eine virale Erkrankung, die besonders in der kalten Jahreszeit durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen wird. Zu den typischen Infektionswegen zählen daher das Anhusten oder Anniesen bzw. ein Händedruck. Eine Übertragung im Winter wird neben niedrigen Außentemperaturen auch durch die trockene Luft geheizter Räume begünstigt, da die Viren bei Temperaturen um 4°C und bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 20 % am längsten infektiös bleiben. [1] [2] Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend, so dass binnen einer Woche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auch ohne Behandlung verschwinden.

Biologischer Zusammenhang

Neben den Schleimhäuten der Atemwege dienen winzige Verletzungen (sog. Mikroläsionen) der Haut oder Bindehaut den Influenzaviren als Eintrittspforte. Die Erreger dringen direkt in die Körperzellen ein und veranlassen diese zur Produktion weiterer Viren. Das Immunsystem des Körpers erkennt die befallenen Zellen und geht umgehend gegen sie vor. Bei dieser als Entzündung bezeichneten Reaktion werden verschiedene Botenstoffe frei, die die bereits genannten Symptome einer trockenen Grippe hervorrufen. So geht das Fieber auf Pyrogene wie z.B. Interleukin 6 zurück. Pyrogene hemmen spezifische wärmesensitive Zellen in einem Teilbereich des Zwischenhirns (sog. Hypothalamus). [3] Der Zielwert der Körperkerntemperatur wird dadurch nach oben verschoben. Neben den Pyrogenen werden weitere Botenstoffe ausgeschüttet (sog. Prostaglandine), die die Schmerzrezeptoren des Körpers sensibilisieren[4] und dadurch Kopf- und Gliederschmerzen verursachen.

Behandlung & Tipps

Da es sich bei der Grippe um eine selbstlimitierend verlaufende virale Infektion handelt, richten sich etwaige Behandlungsmaßnahmen lediglich gegen die Symptome. Empfehlenswert sind Bettruhe und körperliche Schonung sowie eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern Mineralwasser oder ungezuckertem Tee pro Tag. Zur Vorsorge besteht die Möglichkeit, sich alljährlich mit einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassenen Impfstoff zu schützen. Besonders chronisch kranken Personen aber auch älteren Menschen oder Schwangeren wird diese Impfung empfohlen.[5] Im Falle eines besonders schweren Verlaufs mit Gefahr einer massiven Überreaktion des Immunsystems (sog. Zytokinsturm) besteht die Möglichkeit, die Vermehrung der Viren im Körper medikamentös auf DNA-Ebene zu unterbinden (z.B. mittels Neuraminidasehemmer).

Zu beachten

Kindern unter zwölf Jahren darf zur Fiebersenkung keine Acetylsalicylsäure (ASS) verabreicht werden, da unter ASS-Behandlung großflächige, verbrennungsähnliche Hauterscheinungen (sog. Reye Syndrom) beobachtet wurden, die bei einem Viertel der Fälle tödlich verlaufen.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe