Grippe: Krankheitstypen

Vogel Grippe (H5N1)

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Die Vogelgrippe stellt eine Sonderform der Influenza dar. Sie wird durch das Influenza-A-(H5N1)-Virus ausgelöst. Die Vogelgrippe kommt, wie der Name vermuten lässt, vor allem bei Hühnern und Wasservögeln vor. Die Übertragung der Viren erfolgt über infizierten Vogelkot oder per Tröpfchenübertragung in der Luft. Neben der Übertragung zwischen Vögeln ist auch eine Übertragung auf den Menschen möglich. 2004 wurde in Thailand sogar der erste Übertragungsfall zwischen Menschen dokumentiert.

Welche medizinischen Fakten sich zur Vogelgrippe beschreiben lassen und was gegen sie unternommen werden kann, wird im Folgenden geklärt.

Medizinische Fakten

Die Vogelgrippe wurde erstmals 1997 in Südostasien beim Menschen isoliert, anschließend wieder im Februar 2003 und Januar 2004. Hier konnte sich der Virus wahrscheinlich durch die enge häusliche Gemeinschaft zwischen Mensch und Tier von Vögeln auf den Menschen übertragen. Durch Zugvögel verbreitet, trat das Virus auch in der Türkei und Rumänien gegen Ende 2005 auf. Hier gab es auch die ersten vereinzelten Todesfälle. Durch eine Mutation des Virus zum H5N1-Virus trat scheinbar eine Erleichterung der Bindung an menschliche Zellen auf. In Deutschland wurde der Virus das erste Mal im Februar 2006 bei toten Zugvögeln nachgewiesen. Insgesamt ist das Risiko für den Menschen, sich mit dem Influenza-A-(H5N1)-Virus zu infizieren, eher gering. Erst durch das Verlassen der Wirtstierpopulation kann eine Mutation auftreten und dadurch die Infektiösität steigen. Tritt eine Infektion beim Menschen auf, sind die Symptome sehr unterschiedlich. So kann die Erkrankung mit einfachen Erkältungssymptomen auftreten, aber auch bis zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Meistens weist sie jedoch die typischen Symptome einer Influenzainfektion auf.[1]

Wirkungsweise

Der Influenza-A-(H5N1)-Virus wirkt grundlegend wie jeder Virus. Im Inneren befindet sich das Erbgut, welches die Information für den Bau von Eiweißmolekülen (Proteinen) enthält. Nach dem Eindringen des Virus in den Menschen kann dieser wirtseigene Strukturen wie die Zellen der Rachenschleimhaut dazu nutzen, bestimmte Proteine zu produzieren. Zum einen werden Enzyme und Regulatorproteine zur Vervielfältigung des Viruserbguts gebildet, zum anderen Strukturproteine, welche diese Erbanlage wiederum als Hülle umgeben. Nach dieser Bildung neuer Viren werden diese aus der Wirtszelle heraustransportiert, wobei sie eine zweischichtige Lipidhülle erhalten. In dieser Hülle werden Strukturproteine eingebaut, welche den Erreger erkennbar machen.[2]

Behandlung

Zur Prophylaxe von der Vogelgrippe eignen sich zum einen eine spezifische Impfung gegen den Erreger, zum anderen kann auch jeder selbst durch häufiges Händewaschen das Risiko der Schmierinfektion mindern. Sollte eine Infektion mit dem Influenza-A-(H5N1)-Virus vorliegen, so ist allgemein, wie bei der Grippe auch, Bettruhe zu halten, sich zu schonen und eine ausreichende Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr zu sichern. Medikamentös können gegen die Infektion M2- und Neuraminidase-Hemmer eingesetzt werden. Allerdings zeigen sich vermehrt Resistenzen des Erregers gegen verschiedene Medikamente auf Grund der hohen Mutationsrate des Virus. Zur Verhinderung einer Sekundärinfektion werden häufig Antibiotika eingesetzt und das Fieber im Zuge einer Erkrankung kann mit Hilfe von Antipyretika gesenkt werden.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe