Grippe: Krankheitstypen

Verschleppte Grippe

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In der kalten Jahreszeit begünstigen verschiedene Faktoren eine Infektion mit dem Influenzavirus. Zu diesen zählen neben den kalten Außentemperaturen auch die heizungsbedingt niedrige Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen. Im Normalfall verschwinden die typischen Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten und Schnupfen binnen weniger Tage von selbst. Unter bestimmten Umständen heilt die Infektion jedoch nicht vollständig aus, was erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Im Folgenden soll gezeigt werden, um welche Folgeerkrankungen es sich handelt und welche Maßnahmen sich zur Behandlung bzw. Vorbeugung empfehlen.

Medizinische Fakten

Eine echte Grippe (saisonale Influenza) geht auf die Ansteckung mit dem Influenzavirus zurück. Die Übertragung geschieht durch Schmier- bzw. Tröpfcheninfektion, z. B. Anniesen, Anhusten oder durch einen Händedruck. Die typischen Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Husten und Schnupfen verschwinden im Normalfall binnen weniger Tagen. Bei geschwächtem Immunsystem können die Krankheitszeichen jedoch langfristig bestehen bleiben und äußern sich neben chronischer Müdigkeit als dauerhafte Kopfschmerzen, wiederkehrende Fieberschübe unklarer Ursache oder ständig laufende Nase. Zu den mitunter kompliziert verlaufenden Folgeerkrankungen zählen neben einer grippebedingten Lungenentzündung (Influenzapneumonie) auch eine Entzündung des Herzbeutels (infektiöse Perikarditis) oder des Herzmuskels (Myokarditis) sowie eine Hirnhautentzündung (virale Meningitis).

Bei der Influenzapneumonie bestehen neben wiederkehrenden Fieberschüben zusätzlich ein trockener Husten, ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) sowie ein allgemeines Schwächegefühl.[1] Bei einer grippebedingten Herzbeutelentzündung klagen die Betroffenen häufig über einen Schmerz hinter dem Brustbein, der sich im Liegen sowie beim tiefen Einatmen und Husten verstärkt, außerdem fällt beim Abhören ein Herzgeräusch auf.[2]Entzündungen des Herzmuskels äußern sich durch Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit und Herzrhythmusstörungen, die von den Patienten oft als ‚Herzstolpern‘ beschrieben werden. Ein Herzgeräusch muss nicht auftreten.[3]Eine viral bedingte Entzündung der Hirnhäute manifestiert sich klassischerweise durch das gleichzeitige Auftreten von Fieber, Kopfschmerz und Nackensteifigkeit (Meningismus). 4]

Biologischer Zusammenhang

Die Influenzaviren dringen einerseits über Schleimhäute, andererseits über winzige Verletzungen (Mikroläsionen) in der Haut und Bindehaut in den Körper ein. Dort befallen sie Körperzellen und veranlassen diese dazu, weitere Viren zu produzieren. Das Immunsystem vermag im Normalfall gegen die erkrankten Zellen vorzugehen. Bei dieser als Entzündung bezeichneten Reaktion werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, so beispielsweise Pyrogene bei Fieber[5] oder Prostaglandine bei Kopf- und Gliederschmerzen [6]. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, vermag es nicht alle befallenen Zellen zu vernichten, sodass stets eine gewisse Viruslast im Körper bestehen bleibt. Über die Blutbahn können die Krankheitserreger in die Zellen anderer Organe eindringen und auch dort eine lokale Entzündung mit den oben genannten Begleiterscheinungen verursachen.

Behandlung und Tipps

Im Falle einer unkomplizierten Grippe ist es empfehlenswert, sich körperlich zu schonen, eventuell sogar Bettruhe einzuhalten. Auf eine ausreichende Trinkmenge ist zu achten, wobei es sich hierbei empfiehlt, täglich etwa zwei Liter ungesüßten Tee oder Mineralwasser zu trinken. Besonders ältere Menschen, Schwangere und chronisch kranke Personen sollten von der jährlichen Grippeschutzimpfung Gebrauch machen, um komplizierten oder chronischen Verläufen vorzubeugen.[7]

Zu beachten

Bei länger anhaltenden Krankheitszeichen nach einer Grippeinfektion muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden, weil der Ausschluss bzw. die Behandlung der oben genannten Folgeerkrankungen einer spezifischen Therapie und Diagnostik bedürfen. Allgemeinmaßnahmen und Hausmittel können dabei lediglich unterstützend wirken, sie ersetzen jedoch keinesfalls die zielgerichtete Behandlung durch einen Mediziner.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe