Grippe: Folgeerscheinungen

Gelenkschmerzen nach Grippe

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Die Virusgrippe oder echte Grippe (Influenza) äußert sich im Wesentlichen durch ähnliche Symptome wie ein grippaler Infekt, allerdings verläuft die Grippe meist schwerer. Unter anderem werden Gelenkschmerzen (Arthralgien) als Symptom beschrieben. Diese können auch noch nach der Grippe bestehen bleiben und nur langsam abklingen. Warum Gelenkschmerzen nach einer Grippe auftreten, worin der biologische Zusammenhang besteht und was mögliche Risiken sind, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten



Genauso wie Muskel- und Knochenschmerzen werden auch Gelenkschmerzen bei einer Grippeinfektion als typisch beschrieben. Eine solche Begleiterscheinung kann über die eigentliche Grippe hinaus bestehen. Grund hierfür sind Botenstoffe des Körpers, welche die Schmerzwahrnehmung verstärken und nur langsam abgebaut werden, d.h. einen Normalwert erreichen.

Gelenkschmerzen werden als Gliederschmerzen klassifiziert. Während einer Grippe können neben den Arthralgien auch zusätzlich Muskelschmerzen (Mylagien) und Knochenschmerzen (Ostalgien) auftreten. Sowohl die quantitative und qualitative als auch die räumliche Ausprägung der Gelenkschmerzen kann bei den Erkrankten unterschiedlich ausfallen.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)



Im Rahmen einer Grippe kommt es nicht nur lokal zu Abwehrreaktionen, sondern im ganzen Körper sind gesteigerte Konzentrationen von Immunzellen nachzuweisen. Kommt es zur Ausschüttung temperatursteigernder Stoffe, sogenannter Pyrogene, wird die normale Körperkerntemperatur hinaufgeregelt. Es kommt zu einer gesteigerten Funktion bestimmter Immunzellen im ideale Temperaturbereich von 39-41 °C.

Im Zusammenhang mit der Ausschüttung von Pyrogenen steht auch die Ausschüttung von Hormonmediatoren, sogenannten Prostaglandinen.[2] Diese sind ebenfalls für eine Steigerung der Temperatur verantwortlich und sorgen gleichzeitig für eine gesteigerte Schmerzwahrnehmung.[3] Steigt die Zahl der Prostaglandine über den Normwert, wie bei einem solchen Infekt, so kommt es zu stärker wahrgenommenen Schmerzen, vor allem in Muskeln, Gelenken und Knochen.[4]

Der Abbau von Prostaglandinen kann durch den von der Grippe geschwächten Körper verlangsamt erfolgen, sodass die Gelenkschmerzen auch noch Tage bis wenige Wochen nach der eigentlichen Erkrankung bestehen bleiben können.

Zu beachten

Eine Grippe sollte in der Regel durch einen Arzt kontrolliert werden. Dieser kann die eventuelle Gabe von fiebersenkenden (antiphlogistischen) und schmerzsenkenden (analgetischen) Medikamenten abwägen. Allerdings kann eine vorzeitige Gabe entsprechender Pharmazeutika unter Umständen zu einer Unterbrechung der körpereigenen Abwehrreaktion führen.

Die Gelenkschmerzen sollten im Normalfall nach Abklingen der Grippeerkrankung bzw. in den darauffolgenden Tagen vergehen. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, könnte auch eine andere Ursache vorliegen, beispielsweise lokale Entzündungsreaktionen wie Rheuma oder Arthritis. Aus diesem Grund sollte der Betroffene länger bestehende Gelenkschmerzen von einen Arzt kontrollieren lassen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe