Grippe: Folgeerscheinungen

Kreislaufprobleme nach Grippe

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Als eine Virusgrippe (Influenza, echte Grippe) wird eine ansteckende und akut auftretende Infektionskrankheit beschrieben, die durch sogenannte Influenzaviren ausgelöst wird. Nach der Grippephase kann es zu Kreislaufproblemen kommen.

Im folgenden Text geht es darum, wann Kreislaufprobleme nach der Grippeauftreten, welcher biologische Wirkungsprozess dahinter steckt und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Medizinische Fakten

Kreislaufprobleme als Folge einer echten Grippe gelten als typische Begleiterscheinung der Erkrankung. Oft treten diese gemeinsam mit Kopfschmerzen (Cephalgie) oder Gliederschmerzen auf. Besonders wenn die Grippe mit Fieber (Pyrexie) einhergeht, resultieren häufig Kreislaufprobleme. Der Körper versucht über eine gesteigerte Wärmeabgabe die erhöhte Körpertemperatur zu senken und stellt dafür die kleinen Hautgefäße weit. Da das Blutvolumen nun mehr Raum hat um sich auszubreiten, sinkt der Blutdruck und es kommt häufig zu Kreislaufproblemen. Die Symptome reichen von allgemeinem Schwäche- und Schwindelgefühl, Augenflimmern bis hin zu einem Kreislaufkollaps.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Das menschliche Kreislaufsystem setzt sich aus Herz und Blutgefäßen (Arterien, Venen, Kapillaren) zusammen. Aufgrund der ansteigenden Körpertemperatur versucht der menschliche Körper bei Fieber, durch die Abgabe von Wärme über die Haut der Krankheit entgegenzuwirken. Dies wird durch die Erweiterung der oberflächlichen Hautgefäße realisiert. So kann sich das im Körper vorhandene Blutvolumen ausbreiten, was zu einer Senkung des Blutdrucks führt.[1] Der niedrige Blutdruck während der Grippe- und Fieberphase, bei einem bereits geschwächten Immunsystem, kann zu Kreislaufproblemen führen, die auch nach der Grippephase noch anhalten können.[2]

Ein weiterer Auslöser von Kreislaufproblemen nach einer echten Grippe kann ein Paukenerguss (Seromucotympanon), eine Ansammlung von Sekret im Mittelohr, sein.[3] Durch das Ansteigen der Infektion bis ins Mittelohr, schwillt die Schleimhaut der Tuba auditiva (Ohrtrompete) an und kann in ihrer Funktion, den Druckausgleich zwischen Paukenhöhle (Cavum tympani) und Mittelohr herzustellen, starkt beeinträchtigt sein.[4] Hierdurch entsteht ein Unterdruck, der wiederum zur Flüssigkeitsansammlung und zu Störungen im dahinter liegenden Vestibularapparat (wichtigstes Gleichgewichtsorgan) führt. Es resultieren Kreislaufprobleme, die auch nach der Grippe noch eine ernsthafte Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellen können.[5]

Zu beachten

Kreislaufprobleme gelten als typische Begleiterscheinung einer echten Grippe. Auch nach der Grippe muss mit leichteren Kreislaufschwankungen gerechnet werden. Kommt es nach der Grippe jedoch zu hohem Fieber oder einem Paukenerguss, muss eine schnelle Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Kreislaufprobleme nach der Grippe können Anzeichen einer schwerwiegenderen körperlichen Erkrankung sein.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe