Grippe: Folgeerscheinungen

Herzmuskelentzündung nach Grippe

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Die echte Grippe (Influenza) oder auch Virusgrippe genannt, ist eine ernste, akute Erkrankung, die durch das Influenzavirus hervorgerufen wird und unter Umständen auch zu schweren Folgeerkrankungen, wie der Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), führen kann.

Wann eine Herzmuskelentzündung nach einer Grippe auftreten kann, welche biologischen Zusammenhänge dahinter stecken und wann ein Arztbesuch indiziert ist, soll in folgenden Abschnitten geklärt werden.

Medizinische Fakten

Eine Herzmuskelentzündung kann eine schwere Folgeerkrankung einer nicht vollständig auskurierten Grippe sein. Im Normalfall geschieht dies aber nur, wenn das Herz während oder nach einer Grippe zu stark belastet wird und zusätzlich Grippeviren über die Blutbahn zum Herz gelangen. Die Diagnose kann nicht allein anhand der körperlichen Symptome gestellt werden. Diese fallen sehr unterschiedlich aus und ähneln zum Teil denen der Grippe:

  • Abgeschlagenheit
  • Allgemeine Schwäche
  • Müdigkeit
  • Fieber (Pyrexie)

Zusätzlich können Atemnot (Dyspnoe), Herzrhythmusstörungen und Schmerzen im Brustraum auftreten.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Influenzaviren infizieren in der Regel die Schleimhäute der oberen Atemwege (Respirationstrakt). Das Immunsystem eines gesunden Menschen reagiert auf die Eindringlinge mit einer Immunantwort, die unter anderem zu einer Entzündung im infizierten Gewebe führt. Die Krankheitserreger werden so an der Verbreitung im Körper gehindert und unschädlich gemacht. Ist das Immunsystem geschwächt oder wird der Organismus während oder kurz nach der Krankheit stark belastet, können die Krankheitserreger sich im Körper über die Blutbahn verbreiten und weitere Organe, wie beispielsweise den Herzmuskel, befallen. Ist der Herzmuskel entzündet, verringert sich die Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Organs. Dies kann erhebliche Folgen für den gesamten Organismus haben, da das Herz eine zentrale Rolle bei der Versorgung aller Organe spielt.[2][3]

Risiken

Wird der entzündete Herzmuskel weiter belastet, kann er dauerhaft geschädigt werden. Dies zeigt sich später in einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bei der das Herz in Belastungssituationen keine ausreichende Blutmenge mehr durch den Körper befördern kann. In besonders schweren Fällen kann es bei einer Herzmuskelentzündung unter starker Belastung zum plötzlichen Herzstillstand kommen. Um solche schweren Komplikationen einer Grippe zu vermeiden, sollte die Krankheit immer vollständig auskuriert werden. Es wird empfohlen, auch nach dem Ausheilen der Grippe noch einige Zeit auf schwere körperliche Anstrengungen zu verzichten. Da eine Herzmuskelentzündung eine sehr schwere Erkrankung ist und keine eindeutige Symptomatik aufweist, ist es besonders wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Eine Herzmuskelentzündung muss unbedingt unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.[4][5]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe