Grippe: Folgeerscheinungen

Muskelschmerzen nach Grippe

© PantherMedia / Arne Trautmann

Muskelschmerzen (Myalgie) treten nicht nur im Rahmen der Grippe (sog.Influenza. Virusgrippe) häufig auf, sondern auch in der Zeit nach dem Abklingen der Hauptsymptome wie Fieber und starkem Schnupfen (Rhinitis).

Die medizinischen Fakten, der biologische Zusammenhang und auch die Risiken von Muskelschmerzen nach einer Grippe sollen im Folgenden erläutert werden.

Medizinische Fakten

Die Influenza ist eine Infektionskrankheit, die durch Influenza-Viren der Gruppe A, B oder C ausgelöst wird. Die äußert sich unter anderem durch entzündliche Vorgänge in den Schleimhäuten von Nase, Rachen (Rhinopharyngitis) und Bronchien.

Die Hauptsymptome der Grippe sind:

  • Hohes Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Schnupfen, Halsschmerzen, Husten

Einige der Betroffenen, die schon während einer Grippe unter Gliederschmerzengelitten haben, tun dies auch noch Wochen nach der überstandenen Krankheit. Neben Muskelschmerzen gehören auch Knochen- und Gelenksschmerzen in diese Gruppe.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Die genaue Ursache, warum Muskelschmerzen auch nach dem Infekt anhalten können, ist unklar. Es steht jedoch fest, dass während der Virusgrippe von den Abwehrzellen des Immunsystems Prostaglandine ausgeschüttet werden. Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die primär die Immunabwehr stimulieren und koordinieren sollen.

Prostaglandine haben zudem den Effekt, dass sie die Nerven, die für die Weiterleitung von Schmerz verantwortlich sind, sensibilisieren. Damit wird dieSchmerzschwelle gesenkt. Der Körper reagiert zu stark auf Schmerzreize und auf solche, die eigentlich keine sind (Hyperalgesie).[2]

Möglicherweise sind auch die Prostaglandine dafür verantwortlich, dass sich die Muskulatur nach der Infektion selbst entzündet (postinfektiöse Polymyositis). Dies verursacht Schmerzen, da vermehrt Wasser ins Gewebe eingelagert wird, was den Druck auf umliegende Nerven erhöht.[3]

Zu beachten

Muskelschmerzen haben vielfältige Ursachen. Bestimmte Medikamente (beispielsweise Statine, die zur Cholesterinsenkung verabreicht werden) umfassen in ihren Nebenwirkungen das Auflösen von Muskelfasern (Rhabdomyolyse). Eine virale Infektion mit Influenza-Viren und das Einsetzen der Beschwerden können sich ungünstig überschneiden. Es ist daher ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Medikamente eingenommen werden und die Muskelschmerzen nach dem Ausheilen der Grippe nicht verschwinden.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe