Husten Reizhusten: Ursachen

Erkältung (Reizhusten)

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Jedes Jahr mit Beginn der kalten Jahreszeit häufen sich die Zahlen der Erkrankungen. Die wohl häufigste stellt die Erkältung (grippaler Infekt) dar. Sie ist eine virale Infektion der oberen Atemwege und verursacht eine Entzündung der Schleimhäute. Eine Erkältung weist eine Reihe von Symptomen auf, an erster Stelle Husten (Tussis). Dieser tritt meist zu Beginn der Erkrankung als Reizhusten auf, wird im weiteren Verlauf von Auswurf begleitet und kann wieder als Reizhusten die Erkältung selbst bis zu 8 Wochen überdauern. Wie Reizhusten im Rahmen einer Erkältung verursacht wird, wie er so lange anhalten kann und was es zu beachten gilt, wird im Weiteren näher beschrieben.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung ist eine Infektion der oberen Atemwege, die von 200 Viren unterschiedlicher Familien verursacht werden kann. Im Verlauf der Erkrankung treten typische Symptome auf: Husten, Halsschmerzen (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis) und Heiserkeit (Dysphonie), selten auch leichtes Fieber (Pyrexie). In den meisten Fällen klingt sie nach einigen Tagen von selbst ab. Der Husten dagegen kann sich bis zu 8 Wochen halten. [1] Dieser Husten ist für die Betroffenen meist sehr belastend, hat jedoch eine wichtige Funktion inne: Er dient der Reinigung der Atemwege von schädlichen Stoffen (Fremdkörper, Staub, Schleim, Krankheitserreger usw.), indem diese abrupt mit der Atemluft ausgestoßen werden. Im Rahmen einer Erkältung treten zwei Arten von Husten auf: produktiver (Husten mit Auswurf) und unproduktiver (ohne Auswurf) Husten, auch als Reizhusten bezeichnet. [2]

Biologischer Zusammenhang

Eine Erkältung wird durch Viren hervorgerufen, die in den Körper eindringen und die Schleimhäute der Atemwege angreifen. Deswegen bilden sich dort Entzündungen, in deren Folge sich die Bronchien verengen und die Schleimhäute anschwellen. Es kommt zu einer vermehrten Produktion von zähflüssigem Sekret, das neben den beiden genannten Auswirkungen der Entzündung zusätzlich die Atmung einschränkt und zu Verkrampfungen der Muskulatur führt. Dadurch wird der Hustenreiz ausgelöst. [3]

Die Erkältung beginnt zunächst mit unproduktivem Husten, also Reizhusten. Er ist die Folge von Reizungen der Schleimhäute aufgrund der Entzündungsbotenstoffe. Es findet noch kein Ausstoß von Sekret statt, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend davon gebildet wurde. In der zweiten Phase wird der Reizhusten zu Husten mit Auswurf. Der Auswurf besteht aus dem von den Schleimhäuten der Bronchien gebildeten Schleim, der die Atmung behindert und einen Nährboden für Bakterien bildet. Deshalb sollte er schnell ausgestoßen werden. [4]

Doch auch nach der überstandenen Erkältung muss der Husten nicht zwingend abklingen. Meist plagt er in Form von Reizhusten den Betroffenen noch über Wochen. Verursacht wird er durch zwei Faktoren. Zum einen liegt nach der Erkrankung noch eine Überempfindlichkeit der Bronchien vor, weshalb deren Schleimhäute schneller auf äußere Reize wie Nässe und Kälte reagieren und häufiger einen Hustenreiz auslösen. [5] Zum anderen sind nach der Erkältung meist die Flimmerhärchen der Schleimhäute geschädigt, wodurch der natürliche Reinigungsprozess der Atemwege nur begrenzt stattfindet. Bis zur Regenerationder Flimmerhärchen wird durch die erhöhte Reizbarkeit und zum Zweck der Atemwegsreinigung häufiger ein Hustenreflex ausgelöst. [6]

Zu beachten

Eine Erkältung stellt im Grunde keine schwerwiegende Erkrankung dar. Sie klingt meist nach einigen Tagen von selbst ab. Trotzdem kann sie durchaus belastend für den Erkrankten sein. Ein erhöhtes Infektionsrisiko liegt bei einer Schwächung des Immunsystems vor (durch z. B. Stress, Unterkühlung, Schlafmangel, ungesunde Lebensweise), der entgegengewirkt werden muss. [7]

Der Husten als hartnäckige Folgeerscheinung der Erkältung ist zunächst nicht bedenklich, solange er nicht mehr als 8 Wochen andauert und nicht von weiteren Symptomen begleitet wird. Sollte er diese Zeit deutlich überschreiten, ist Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten und eine alternative Ursache fernab der Erkältung zu suchen.