Husten Reizhusten: Ursachen

Reizhusten durch Lungenkrebs?

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Reizhusten ist ein häufig auftretendes Symptom einer Erkältung. In wenigen Fällen kann jedoch ein über mehrere Wochen anhaltender, chronischer Reizhusten auch Anzeichen eines vorliegenden Lungenkrebs sein. Im folgenden Artikel werden die medizinischen Fakten, der biologische Zusammenhang und der Weg zur Diagnosestellung bei Reizhusten durch Lungenkrebs beleuchtet.

Medizinische Fakten

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist ein relativ häufig vorkommender Tumor, welcher 25% aller Tumore bei Männern und 12% bei Frauen ausmacht. Als Ursache steht vor allem Zigarettenrauch im Vordergrund, wobei das Risiko mit den Rauchjahren sowie den gerauchten Packungen pro Tag in direktem Zusammenhang steht. Aber nicht nur Rauchen stellt eine Gefährdung dar, sondern auch eingeatmete Schadstoffe durch Luftverschmutzung und aufgenommene krebserregende (kanzerogene) Stoffe am Arbeitsplatz (Quarzstaub, Asbest, usw.). [1]

Lungenkrebs ist sehr tückisch, da er lange nicht symptomatisch wird und dadurch meist erst in späten Erkrankungsstadien diagnostiziert wird. Häufig als einziges Symptom auftretend und daher wichtiges Indiz ist der Husten. Besonders bedenklich ist chronischer (länger als 8 Wochen andauernder) Husten mit schleimigem oder sogar blutigem Auswurf. Aber auch bei trockenem, zähem Reizhusten sollte ein Lungenkrebs ausgeschlossen werden, vor allem bei Personen über 40 Jahren. [2] Weitere unspezifische Frühsymptome bei einem Bronchialkarzinom sind Atemnot, immer wiederkehrende Lungenentzündungen (Pneumonien) an der gleichen Lokalisation sowie Brustschmerzen oder Gewichtverlust. Bluthusten (Hämoptyse) tritt vor allem bei einem fortgeschrittenen Lungenkrebsstadium auf. 

Biologischer Zusammenhang

Bei einem bösartigen (malignen) Lungenkrebs kommt es, wie bei den meisten bösartigen Krebsformen, zu einer Zerstörung von normalen Gewebsstrukturen sowie zu der Verdrängung von Gewebe, Blutgefäßen oder sogar anderen Organen durch die Tumormasse. Durch die Gewebszerstörung kann sich eine immer wieder aufkeimende Lungenentzündung bilden, welche zur Reizung bestimmter Hustenrezeptoren (freien Nervenendigungen) führt. Durch die Stimulation dieser Rezeptoren kommt es zu einer Reizweiterleitung in den Hirnstamm, wo der reflektorische Befehl zur Kontraktion der Atemmuskulatur entsteht. Durch das schlagartige Zusammenziehen der Atemmuskulatur wird Luft aus der Lunge hinausgepresst – ein ausgeprägter Reizhusten ist die Folge. Werden auch Blutgefäße durch den Tumor zerstört, strömt Blut in die normalerweise luftgefüllten Lungenbläschen ein. Dieses Blut wird in weiterer Folge abgehustet (Hämoptyse).

Test und Diagnose

Bei Verdacht auf ein mögliches Bronchialkarzinom wird zunächst durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT (Computertomographie) oder PET-CT versucht, den etwaigen Tumor zu lokalisieren. Eine Verschattung oder Einschmelzung, das heißt eine Auffälligkeit in diesen bildgebenden Untersuchungen, ist nicht eindeutiger Hinweis auf das Vorhandensein eines Lungentumors, da auch Lungenentzündungen, Tuberkulose und viele weitere Krankheiten ähnliche Darstellungsmuster nach sich ziehen. Aus diesem Grund werden Gewebeproben (Biopsien) der Auffälligkeit entnommen und im Weiteren mikroskopisch (histologisch) untersucht. Hierbei wird genau festgestellt um welche Erkrankung es sich handelt. Bei besonderen Risikogruppen, zum Beispiel bei Asbest exponierten Personen oder ehemalige Uranbergarbeitern, erfolgen in der Regel engmaschige vorsorgliche Zelluntersuchungen des Hustenauswurfs (Sputum) um etwaige Tumorzellen darin zu identifizieren. [3]