Husten Reizhusten: Ursachen

Reizhusten nach Narkose

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Am häufigsten kommt es im Rahmen von Erkrankungen zu Husten (Tussis). Aber auch andere Faktoren können ihn verursachen. Häufig leiden Patienten im Anschluss an eine OP aufgrund der Narkose unter einem Reizhusten. Reizhusten, der auch als trockener bzw. unproduktiver Husten bezeichnet wird, ist eine starke Form des Hustens, die nicht von Auswurf begleitet wird. Er stellt die Reaktion der Schleimhäute in den Atemwegen auf eine Reizung dar. Doch wie hängen eine Narkose und Reizhusten zusammen? Welche Prozesse im Körper ablaufen und welche Personen besonders von einem solchen Phänomen betroffen sind, zeigt der folgende Text.

Medizinische Fakten

Husten dient der Reinigung des Körpers, indem er schädliche Stoffe (Fremdkörper, Staub, Schleim, Krankheitserreger) aus den Atemwegen ausstößt. Dieser Reflex bildet eine Schutzfunktion für den menschlichen Körper. Husten lässt sich in zwei Arten unterteilen: in produktiven (mit Auswurf) und unproduktiven (ohne Auswurf) Husten, der auch als Reizhusten bezeichnet wird. Er tritt vor allem nachts auf und raubt dem Betroffenen aufgrund der starken Intensität häufig den Schlaf. In den meisten Fällen ist ein Infekt (Grippe, Erkältung) für den Husten verantwortlich. Husten als eine Folge einer Narkose tritt eher selten auf.

Biologischer Zusammenhang

Ausgelöst wird der Husten durch eine Aktivierung der Hustenrezeptoren (Fühler) in den Schleimhäuten der Atemwege. Das aufgenommene Hustensignal wird an das Gehirn weitergeleitet, das daraufhin den Hustenreiz auslöst, worauf ein rapider Ausstoß der Atemluft erfolgt. [1]

Sollte es zu Husten als Folge einer Narkose kommen, kann dies zwei Gründehaben: die Intubation oder eine Komplikation im Rahmen der OP. Bei derIntubation kann es zu Schäden an Zähnen, Zahnfleisch, Lippen und Kehlkopf sowie den Stimmbändern kommen. Durch diese Schädigung entsteht eineReizung in den entsprechenden Bereichen. Als Folge können in den ersten Tagen nach dem Eingriff Husten, Heiserkeit (Dysphonie) und Schluckbeschwerden auftreten. Der Husten stellt dabei die Reaktion auf die Reizung dar. Er ist in den meisten Fällen unbedenklich und klingen meist nach sieben bis zehn Tagen von selbst wieder ab.

Eine mögliche auftretende Komplikation bei einer Operation ist die Aspiration. Aufgrund der fehlenden Husten- und Schluckreflexe während des Eingriffs kann es dazu kommen, dass Mageninhalt in den Rachen und damit in die Luftröhre gerät. Durch die aggressive Magensäure entsteht eine Reizung, die den Husten auslöst. [2]

Zu beachten

Die Folge einer Aspiration ist meist eine Lungenentzündung. Sollten daher nach einer Operation typische Symptome einer Lungenentzündung auftreten, d. h. neben dem Reizhusten hohes Fieber (Pyrexie), Schüttelfrost (Febris undularis) und Probleme bei der Atmung [3], sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

Um einer Aspiration vorzubeugen, sollten folgende Regeln vor einer Operationbeachtet werden:

  • Sechs Stunden vor der Operation keine feste Nahrung mehr aufnehmen.
  • Zwei Stunden vor der Operation auch den Verzehr von Flüssigkeit ohne feste Bestandteile oder Fette einstellen.
  • Schmerztabletten sollten eine Stunde vor der Operation mit 1 bis 2 Schluck Wasser eingenommen werden. [4]

Der durch die Intubation verursachte Reizhusten ist dagegen in den meisten Fällen unbedenklich. Er verschwindet nach einigen Tagen von selbst. Sollte er allerdings länger als zehn Tage anhalten und sich nicht bessern, sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Auch beim Auftreten weiterer Symptome wie z.B. Fieber ist ein Arzt aufzusuchen und die Ursache für eine entsprechende Behandlung zu ermitteln.