Husten Reizhusten: Ursachen

Reizhusten (nach Erkältung)

© PantherMedia / Karel Miragaya

Husten ist das Symptom einer Vielzahl von Erkrankungen wie Bronchitis, Asthma bronchiale, Pneumonie oder auch der gastroösophagealen Refluxerkrankung. Häufigste Ursache eines Hustens ist jedoch eine einfache virale Infektion (Erkältung, grippaler Infekt). Bei dieser Infektion kann die Hustensymptomatik mit dem Verschwinden der restlichen Erkältungssymptome abklingen, aber auch ein isoliertes Anhalten eines trockenen Reizhustens, dem sogenannten „postinfektiösem Husten“ ist möglich. [1]

In diesem Text soll über die medizinischen und biologischen Zusammenhänge, Behandlungsmöglichkeiten und Tipps bei Reizhusten nach einer Erkältung gesprochen werden.

Medizinische Fakten

Husten tritt am häufigsten im Zuge einer durch Viren (Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren), sehr selten durch Bakterien ausgelösten Erkältung auf. Es handelt sich dabei um eine akute selbstlimitierende Erkrankung, da die Symptome meist nur wenige Wochen andauern (maximal 8 Wochen) und von selbst ausheilen. Husten tritt bei einer Erkältung meist in Begleitung weiterer Symptome auf, wie Halsscherzen, Schnupfen, erhöhter Temperatur oder Abgeschlagenheit. [1]

Die Hustencharakteristik ändert sich im Verlauf eines viralen Infekts: Zu Beginn tritt meist ein leichter trockener Husten (Reishusten) auf, welcher dann in einen von schleimigem Auswurf begleiteten Husten (produktiver Husten) übergeht. [2]

Häufig heilen die Erkältungsbeschwerden nach wenigen Wochen von selbst aus, der Husten schwächt allmählich ab und auch der Auswurf wird geringer.

Manchmal kann es aber zum isolierten Persistieren des Hustens bis zu 8 Wochen kommen. In diesem Fall spricht man von einem „postinfektiösen Husten“, einem in der Regel trockenem (nicht von Auswurf begleitetem) Reizhusten, welcher im Schnitt 17,8 Tage andauert. [3]

Dauert die Hustensymptomatik länger als 8 Wochen an, spricht man von einem chronischen Husten, welchem in der Regel andere Erkrankungen zu Grunde liegen (chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, COPD). [1]

Biologischer Zusammenhang

Bei Husten handelt es sich um einen physiologischen Reflex, welcher als Reinigungsmechanismus des Bronchialsystems sowie Abwehrmechanismus dient.

Von der Irritation der Bronchialschleimhaut bis hin zum Symptom des Hustens liegt ein komplexer Reflexbogen: Eine wichtige Struktur stellen die Hustenrezeptoren (freie Nervenendigungen) dar, welche im ganzen Respirationstrakt vorhanden sind und von physikalischen sowie chemischen Reizen stimuliert werden können.

Aktiviert ein bestimmter Reiz (im Falle von Infektionen z.B. die geschädigte Bronchialschleimhaut) einen Hustenrezeptor, wird die Reizinformation über afferente Nervenfasern (N.vagus, N.glossopharyngeus) zum Hirnstamm geleitet. Dort werden die Informationen verarbeitet und das willkürliche „Bedürfnis zu Husten“ generiert. Über efferente Nervenfasern laufen die Informationen zu den Effektororganen (Zwerchfell-, Bauch, Thoraxmuskulatur), welche den aktiven Hustenmechanismus auslösen.

Die Ursache des postinfektiösen Reizhustens ist wahrscheinlich eine langanhaltende, durch die Infektion verursachte Epithelschädigung sowie eine persistierende Schleimhautentzündung. Diese Faktoren führen zu anhaltender Stimulation von Hustenrezeptoren, wodurch der Reizhusten auch noch nach 8 Wochen auftreten kann.

Auch eine anhaltende bronchiale Hyperreagibilität (eine übermäßige Reaktionsbereitschaft der Hustenrezeptoren), könnte auslösend für postinfektiösen Reizhusten sein. [1]

Behandlung

Generell bedarf ein anhaltender Reizhusten nach Erkältung keiner bestimmten Behandlung, da es sich um eine selbstlimitierende Infektion handelt. Es gibt aber bestimmte Hausmittel, welche die Symptomatik lindern können. Dazu gehören warme Milch mit Honig, Salbeilutschtabletten oder auch Menthol. [4]

Vor allem bei Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen kann ein lang anhaltender Husten zu starker Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes führen. In diesem Fall könnte man eine symptomatische Behandlung mit Kortikosteroiden vornehmen, um die Beschwerdedauer zu verkürzen.

Auf jeden Fall ist es wichtig auf Antibiotika zu verzichten, da es sich in den allermeisten Fällen um virale Infektionen handelt! [1]

Zu beachten

Ein postinfektiöser Reizhusten ist in der Regel nicht besorgniserregend und sollte nach maximal acht Wochen abgeklungen sein.

Treten auch nach diesem Zeitraum Hustenbeschwerden auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden um weitere Erkrankungen, wie COPD oder Asthma bronchiale ausschließen zu können.