Grippe: Risiken

Grippeimpfung bei Erkältung

© PantherMedia / Sven Hoppe

Eine Grippeschutzimpfung während einer akuten Erkältung sollte generell nur dann durchgeführt werden, wenn der Betroffene lediglich unter leichter Abgeschlagenheit leidet. Bei einer bestehenden manifesten Erkältung hingegen, könnte es einerseits zu einer Verschlimmerung der Krankheitssymptome und andererseits auch zu einem verminderten Impfschutz kommen.[1]

Fakten zum Thema

Eine Impfung gegen die vorherrschenden Influenzaviren der Gruppe A und B wird vor allem Menschen im Alter von über 65 Jahren, Personen mitgeschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen, sowie Angestellten im Gesundheitswesen empfohlen.[2]

Durch die fortwährende Veränderung viraler Oberflächenproteine, welche das Immunsystem erkennt und zu bekämpfen versucht, ist eine jährliche Neuimpfung erforderlich.In der Regel sollte diese in den Monaten Oktober oder Novermber erfolgen.[3]

Besteht allerdings zum Zeitpunkt der geplanten Impfung eine akut fieberhafte Erkältungskrankheit, so sollte zunächst eine Genesung abgewartet werden, da das Immunsystem ohnehin geschwächt ist und eine Durchführung nicht den gewünschten Erfolg herbeiführen würde.[4]

Biologischer Zusammenhang

Die Grippeschutzimpfung ist eine sog. aktive Impfung mithilfe eines jährlich neu entwickelten Totimpfstoffs. Das bedeutet, einer Person werden verschiedene Oberflächenbestandteile abgetöteter Viren injiziert, woraufhin das Immunsystem des Betroffenen mit einer Abwehrreaktion reagiert, obgleich im Grunde keine wirkliche Infektion vorliegt. Es werden Antikörper gebildet, welche speziell gegen die jeweiligen Erreger gerichtet sind und diesen bei einer darauffolgenden Infektion sogleich zu bekämpfen und eliminieren versuchen.

Liegt jedoch schon eine anderweitige Erkältungserkrankung oder eine Grippe vor, so ist das körpereigene Abwehrsystem überfordert. Einerseits wird versucht die bestehende Infektion zu bekämpfen, andereseits aber auch die Antikörper gegen den Impfstoff aufzubauen. Es resultieren eine verstärkte Erkältungssymptomatik, sowie eine nicht ausreichende Antikörperbildung gegen das jeweilige Influenzavirus.[2]

Zu beachten

Um einen ausreichenden Impfschutz gegen Influenzaviren zu erhalten, ist es bei einer hoch fieberhaften Erkältung daher angeraten, vorerst mit einer entsprechenden Impfung abzuwarten. Erst wenn das Immunsystem wieder im Stande ist, adäquat zu reagieren, sollte diese durchgeführt werden.

Außerdem ist anzumerken, dass nicht jede Grippe durch diese Impfung verhindert werden kann. Einerseits zeigt sie bei Personen unter 65 Jahren nur eine Erfolgsrate von 70% (im Alter über 65 weniger), andererseits wird durch sie kein Schutz gegen Erkältungserreger wie Rhino-, Adeno- und Parainfluenzaviren erzielt.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe