Grippe: Risiken

Grippeimpfung & Narkolepsie

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Obwohl die Grippeimpfung im Allgemeinen als ungefährlich gilt, steht sie auch vielfach in der Kritik. Unter anderem soll sie Narkolepsie (die sogenannte Schlafkrankheit) verursachen können.

Was Narkolepsie ist und wie die Erkrankung mit der Grippeimpfung zusammenhängt, erklärt der folgende Text.

Fakten zum Thema

Narkolepsie ist der medizinische Fachbegriff für die umgangssprachliche Schlafkrankheit. Narkolepsie ist eine sehr seltene und noch wenig erforschte Erkrankung. Weltweit gibt es in etwa drei Millionen Betroffene. Die Narkolepsie äußert sich dadurch, dass Betroffene tagsüber an plötzlichen Schlafanfällen leiden, bei denen es zu komplettem Muskelversagen kommen kann. Die Betroffenen schlafen einfach bei genau der Tätigkeit ein, die sie gerade ausführen.

Welche Ursachen es für die Narkolepsie gibt und welche Mechanismen hinter den Symptomen stecken, ist noch weitgehend unbekannt. Klar ist, dass das Erbgutund Umweltfaktoren gemeinsam eine Rolle spielen. Die Anlage zur Narkolepsie wird vererbt. Ausgelöst wird sie jedoch erst durch den Einfluss verschiedener Umweltfaktoren.

Bei der Narkolepsie werden körpereigene Zellen vom Immunsystem angegriffen. Es handelt sich also um eine sogenannte Autoimmunerkrankung. [1]

Impfung und Narkolepsie

Der Einfluss der Grippeimpfung auf das Risiko, an Narkolepsie zu erkranken, ist noch nicht vollständig geklärt. Es besteht aber wohl ein Unterschied zwischen den einzelnen Impfstoffen. In einer Studie in China wurde ein Anstieg der Narkolepsie-Fälle nach einer Grippe-Epidemie beobachtet. Umgekehrt wurde aber kein erhöhtes Risiko für Narkolepsie nach einer Impfung festgestellt.

Bei einer Studie zum Impfstoff Pandemrix wurde ein erhöhtes Risiko für Narkolepsie nachgewiesen. Dieser Impfstoff wurde vor allem im Zusammenhang mit der Schweinegrippe eingesetzt. Nach der Impfung erkrankten erheblich (signifikant) mehr Kinder an Narkolepsie als zuvor. [2]

Tipps

Bisher ist nur ein Impfstoff bekannt, der tatsächliche Nervenschädigungen hervorrufen kann. Alle anderen Impfstoffe wurden bisher gut vertragen und gehen mit keinem erhöhten Risiko für eine Erkrankung einher. Generell muss bei der Informationssuche zu diesem Thema vorsichtig mit übertriebenen Darstellungen umgegangen werden.

Im Zweifelsfall sollte immer ein persönliches Gespräch mit einem Arzt erfolgen. Dieser kann bei der Risikoabschätzung einer Impfung die individuellen Voraussetzungen mit berücksichtigen.


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