Halsschmerzen: Häufige Fragen

Was essen bei Halsschmerzen?

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Über Halsschmerzen (Laryngitis, Pharyngitis) klagt jeder Deutsche mehr als ein dutzend Mal in seinem Leben. Besonders unangenehm macht sich dieses Symptom bei der Nahrungsaufnahme bemerkbar, wenn der Hals selbst beim Vertilgen des Lieblingsessens schmerzt. Doch warum verstärkt das Essen die Halsschmerzen noch, welche Nahrung ist hier überhaupt zu empfehlen und auf was sollte geachtet werden? Auf diese Fragen wird im Folgenden näher eingegangen.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Halsschmerzen lassen sich am häufigsten auf entzündliche Prozesse an den Schleimhäuten im Rachen (Pharyngitis) oder am Kehlkopf(Laryngitis, Epiglottitis) zurückführen. Das Immunsystem schüttet Botenstoffe aus, die für eine besonders hohe Schmerzempfindlichkeit vor allem im Bereich der gereizten und angeschwollenen Schleimhäute führen. Gerade bei der Nahrungsaufnahme kommt es hier zu besonders unangenehmen Schmerzen im Halsbereich. Dabei spielt der Schluckvorgang eine wesentliche Rolle. Folgende Mechanismen können beim Herunterschlucken von Speisestücken Schmerzen verursachen: [1][2]

  1. Während des Schluckvorgangs wird der Eingang zur Luftröhre automatisch durch den Kehlkopfdeckel (Epiglottis)abgedichtet. Liegt an dieser Stelle eine Entzündung vor (Epiglottitis), kommt es durch diesen Vorgang zu einer vermehrten Reizung der schmerzempfindlichen Schleimhäute in diesem Bereich.
  2. Durch die oft sehr stark geschwollenen Schleimhäute, Mandeln und Lymphknoten im Kopf-Hals-Bereich ist die Passage durch Mund und Speiseröhre bis in den Magen wesentlich beengter als normal und somit stark behindert. Der heruntergeschluckte Speisebrei übt gleichzeitig noch verstärkten Druck auf die gereizten Schleimhäute aus und verursacht zusätzlich Schmerzen.
  3. Während des Schluckvorgangs sind verschiedene Muskelgruppen aktiv. Dazu zählen die Schlundheber und die Schlundschnürer. Kontrahieren sich diese Muskeln, entstehenZugkräfte, die direkt auf den Rachen wirken und die Nahrung wellenförmig nach unten bewegen. Diese starke Bewegung im Rachen reizt die entzündlichen Bereiche des Halses.

Ist der Schluckvorgang sehr schmerzhaft, aber dennoch möglich (besonders in Verbindung mit einer Pharyngitis), wird von einer Odynophagie gesprochen.

Anwendung und Dosierung

Durch den Verzehr kühler Lebensmittel kann es für kurze Zeit zu einer Linderung der Schmerzen im Hals kommen. Zum Beispiel bei einer Mandelentfernung wird den Patienten nach der Operation Schleckeis zum Kühlen angeboten. Auf diese Weise können zwar die Symptome positiv beeinflusst werden, doch eine Heilung wird so nicht erzielt. Deshalb sollte gerade Eis nicht gleich im Übermaß verzehrt werden.

Generell ist zu empfehlen, halsschonend zu essen. Flüssig-sämige und breiige Kost (Suppen, Pudding) lässt sich gut schlucken und löst somit weniger Schmerzen beim Essen aus. Auf stark gewürzte Nahrung sollte weitestgehend verzichtet werden, da zum Beispiel scharfe Speisen oder spitze Gewürzte wie Kümmel die Schleimhäute zusätzlich reizen können.[3]

Im Folgenden sind einige Rezepte ausgelistet, die bei Halsschmerzen unterstützend wirken:[4]

  • Hühnersuppe zum Beispiel hilft nachweißlich gegen Erkältung und kann daher auch bei Halsschmerzen eingenommen werden. Dazu wird nur ein ganzes Suppenhuhn benötigt, das mindestens 1,5 Stunden kochen muss, da die gesunden Inhaltsstoffe im Knochenmark liegen. Die weiteren Zutaten sind Geschmackssache. Wenn Chili, Ingwer oder Hülsenfrüchte mit dazu gemischt werden, verstärkt sich die gesundheitsfördernde Wirkung noch.
  • Als Alternative bietet sich Zwiebelsuppe an, die gegen Husten und Heiserkeit helfen soll. Dafür wird Folgendes benötigt:
    • 6 Zwiebeln
    • 6 Knoblauchzehen
    • 1/4 Liter dunkles Bier
    • 6 Esslöffel Honig zum Süßen

Die Zwiebeln und den Knoblauch kleinschneiden, andünsten und mit dem Bier ablöschen.
Nach 15 Minuten bei schwacher Hitze noch den Honig zum Süßen hinzufügen. Davon kann der Betroffene 2 Esslöffel 3x täglich zu sich nehmen, bis die Symptome verschwinden. Die darin enthaltenen ätherischen Öle (z.B. Alliin) unterstützen die Immunabwehr. Der Inhaltsstoff Quercetin wirkt gegen Viren und Bakterien im Körper und bekämpft aktiv Erkältungen.

  • Warme Suppen oder Saft aus dunklen Fliederbeeren und aus Holunder sind ebenfalls ein altes Hausmittel. Sie unterstützen das Immunsystem und wirken heilend bei Husten. Auch dieses Rezept ist einfach zuzubereiten:
  • die reifen dunklen Beeren mit Wasser und Zucker aufkochen
  • 15 Minuten weiterköcheln lassen
  • danach durch ein Tuch passieren
  • Das Garen von ungeschälten Äpfeln ist ebenfalls ein altes Rezept. Aus Schale und Fruchtfleisch werden dabei durch die Hitze Enzyme freigesetzt, die die Selbstheilungsprozesse im Hals-Rachen-Raum stimulieren sollen. Durch die Zubereitung werden die Früchte sehr weich und lassen sich auch ohne Probleme schlucken.[5]

Diese Rezepte sind alle sehr gesund für den Körper und können auch nach Verschwinden der Symptome weiter regelmäßig zur Vorbeugung einer Erkältung zubereitet werden.

Zu beachten

Da es sich bei den meisten Speisen, die bei Halsschmerzen empfohlen werden, um Suppen oder andere sehr heiß zubereitete Gerichte handelt, ist darauf zu achten, vor dem Verzehr einen kurzen Zeitraum abzuwarten. Durch das Essen direkt nach der Zubereitung kann es zu Verbrennungen im Mund-Hals-Rachen-Raum kommen und die bereits angeschlagenen Schleimhäute noch mehr reizen.

Da in Verbindung mit dem Symptom Halsschmerzen oft auch starke Schwellungen im Halsbereich auftreten, muss der Betroffene darauf achten, dass bei fester Nahrung die Bissen möglichst klein sind. Es besteht sonst die Gefahr, dass durch die verengte Nahrungspassage zu große Essensbestandteile im Hals hängen bleiben und eine Erstickungsgefahr droht.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen