Halsschmerzen: Häufige Fragen

Wodka gegen Halsschmerzen?

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An Halsschmerzen erkrankte Menschen versuchen häufig, ihre Beschwerden durch Wodka zu lindern. Zum einen soll die desinfizierende Wirkung des Alkohols zu einer Abtötung der verursachenden Bakterien und Viren führen, zum anderen wird dem Alkohol im Wodka auch eine schmerzstillende Wirkung nachgesagt. Dass Alkohol jedoch auch Einfluss auf das Immunsystem ausübt, wird dabei häufig übersehen.[1]

Wirkungsweise

Die häufigste Ursache für Halsschmerzen sind Infektionen, vor allem mit Viren oder Bakterien. Da Alkohol bekanntermaßen eine desinfizierende Wirkung besitzt, besteht der Glaube, dass selbst zubereitete, alkoholische Gurgellösungen die Krankheitserreger abtöten und so die Beschwerden lindern können. Solche Spülungen haben jedoch nicht nur positive Wirkungen, sondern auch eine ganze Reihe unerwünschter Nebenwirkungen. So blockiert Alkohol etwa den Toll-like-Rezeptor-4 (TLR-4), der sich auf einer Reihe von Zellen des angeborenen Immunsystems befindet. Diese Rezeptoren können körperfremde Substanzen (z.B. Bakterien) erkennen und zu einer Aktivierung des Immunsystems führen. Die Folge ist, dass es zu einer Beseitigung des krankheitsverursachenden Keimes kommt. Wird der Rezeptor aber blockiert, führt dies zu einer Hemmung des Immunsystems und damit unter Umständen zu einer Verlängerung der Infektion. Um eine nennenswerte desinfizierende Wirkung zu erzielen, sollte die alkoholische Lösung eine Alkoholkonzentration von etwa 70% haben, was bei der Verwendung von Wodka nicht erreicht werden kann. Da im Rahmen der Infektion häufig die gesamte Rachenschleimhaut gereizt und entzündet ist und konzentrierter Alkohol die Schleimhaut auch noch zusätzlich reizt, sollte die Anwendung dieses Hausmittels genau erwogen werden.[2][3]

Anwendung und Dosierung

Da um eine ausreichende Abtötung der Infektionsursache eine Alkoholkonzentration von ca. 70% notwendig ist, ist die Anwendung von Wodka für desinfizierende Spülungen nicht geeignet. Besser und auch praktischer sind bereits fertig zubereitet Gurgellösungen aus der Apotheke. Diese sind meistens auch besser verträglich für die Rachenschleimhaut. Zusätzlich zu den Gurgellösungen sollten körperliche Anstrengungen vermieden und können schmerzstillende oder fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Sollte sich die Entzündungssymptomatik innerhalb einiger Tage nicht verbessern, die Schmerzen nahezu unerträglich sein oder das Fieber sehr hoch werden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. [3][4]

Zu beachten

Die Mund- und Rachenschleimhaut sind sehr gut durchblutet. Deshalb führt bereits einfaches Gurgeln mit alkoholischen Lösungen zu einer nicht zu unterschätzenden Alkoholaufnahme in den Körper. Kinder und Schwangere sollten aus diesem Grund lieber auf die Anwendung von selbst hergestellten Wodka-Gurgellösungen verzichten. Außerdem sollten nach einer solchen Anwendung auf keinen Fall schwere Maschinen bedient oder Auto gefahren werden. [3][4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen