Halsschmerzen: Krankheitstypen

Halsschmerzen (Kehlkopf)

© PantherMedia / Richard Nelson

Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden sind in den meisten Fällen ein Symptom einer viralen oder bakteriellen Entzündung im Mundbereich. Dabei können Mandeln (Tonsillitis), Rachen (Pharynx) oder Kehlkopf (Larynx) betroffen sein. Häufig gehen die Schmerzen im Hals mit einem Kratzgefühl,Schluckbeschwerden und Heiserkeit (Dysphonie) einher.

Schmerzt der Hals im Bereich des Kehlkopfes, kann dies auf eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder auf eine gefährliche Variante davon, die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), hindeuten.[1]
Im folgenden Artikel werden die Ursachen der akuten und chronischen Kehlkopfentzündung(Laryngitis) zusammen mit Behandlungsmöglichkeiten und Hinweisen dazu betrachtet.

Ursachen von Halsschmerzen im Kehlkopfbereich

Die häufigste Ursache von Halsschmerzen im Kehlkopf ist die Kehlkopfzündung (Laryngitis).[2] Dabei handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Kehlkopfschleimhaut. [3]

Die akute Kehlkopfentzündung entwickelt sich meist durch eine virale Infektion im Rahmen einer Erkältung (grippaler Infekt) oder durch Überreizung des Kehlkopfes z. B. durch kurzzeitige starke Belastung der Stimme durch lautes Reden oder Singen.[4] [5]

Die akute Kehlkopfentzündung heilt meist nach wenigen Tagen von alleine. Sie ist charakterisiert durch ein kratzendes und wucherndes Gefühl im Hals. 

Eine chronische Kehlkopfentzündung entsteht durch andauernde Reizung des Kehlkopfes, etwa durch Zigarettenrauch, Schadstoffe in der Luft und andauernde Belastung der Stimme. Sie kann aber auch durch andere Erkrankungen, z. B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine chronische Bronchitis (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD) entstehen. [6] 

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung leiden Betroffene zusätzlich zu den Halsschmerzen häufig an hohem Fieber (Pyrexie), starken Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie) und Atemnot (Dyspnoe).[7] Typische Symptome sind außerdem Heiserkeit (Dysphonie) und Husten (Tussis). Auch ein Verlust der Stimme (Aphonie) kann auftreten.[8] 

Handelt es sich um eine chronische Kehlkopfentzündung, sind Heiserkeit (Dysphonie), Reizhusten (Tussis ohne Auswurf), Räusperzwang und eine verminderte Belastbarkeit der Stimme häufige Symptome.[9]

Behandlung von Halsschmerzen im Kehlkopfbereich

Handelt es sich um eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis), gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Als Hausmittel kann auf Dampfinhalation mit Salzwasser zurückgegriffen werden.[10] Auch Kamille- und Salbeitees können die Beschwerden lindern, da sie eine entzündungs- und keimhemmende Wirkung haben.[11]

Entzündungshemmende Medikamente mit den Wirkstoffen Oxybuprocain,Lidocain oder Ambroxol können in Form von Sprays oder Lutschtabletten gegen Halsschmerzen hilfreich sein.[12] Liegt gleichzeitig eine bakterielle Begleiterkrankung vor, kann der Arzt auf zusätzliche Antibiotika (z. B. Penicilline bei einer Streptokokken-Angina) zurückgreifen.[13]

Therapie: Generell gilt es, die Stimme im Alltag zu schonen. Auch sollten Tabakrauch und Schadstoffe in der Luft vermieden werden. Die Luft sollte stattdessen ausreichend Feuchtigkeit enthalten.
Bei einer chronischen Kehlkopfentzündung (Laryngitis) hingegen sollte auf andere Behandlungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden:

Abhängig von der Ursache können gezielt Medikamente eingesetzt werden. So kann bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) etwa auf Kortison-Präparate zurückgegriffen werden.[14] Handelt es sich um eine chronische Bronchitis (COPD), können vom Arzt bronchienerweiternde Medikamente (wie etwa Beta-Sympathikomimetika oder Anticholinergika) verschrieben werden.[15]

Zu den generellen Therapiemöglichkeiten gehört z. B. ein Stimmtraining (Logopädie), um die Stimme zu entlasten. Auch sollte der Betroffene aufhören zu rauchen, um so die Belastung des Kehlkopfes zu reduzieren.[16]

Zu beachten

Zur akuten Kehlkopfentzündung (Laryngitis) zählen auch zwei gefährliche Sonderformen, die vor allem bei (Klein-)Kindern auftreten: die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) und die subglottische Kehlkopfentzündung (Pseudokrupp). [17] Die Epiglottitis wird durch Haemophilus influenzae verursacht und ist gekennzeichnet von schnellem und hohem Fieber (Febris), Schluckbeschwerden (Dysphagie) und im weiteren Verlauf zunehmender Atemnot (Dyspnoe). Der Pseudokrupp äußert sich durch Anfälle mit bellendem Husten und Heiserkeit. In schlimmen Fällen kommen Erstickungsängste und Herzklopfen (Palpitationen) hinzu. Beide Erkrankungen sollten unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden, da sie lebensbedrohlich sein können. [18] [19]

Generell können Halsschmerzen auch ein Frühsymptom für andere schwerwiegende Erkrankungen wie Diphtherie (Corynebacterium diphtheriae) und Scharlach (Scarlatina; Streptococcus pyogenes) sein.[20]

Falls im Rahmen einer akuten Kehlkopfentzündung (Laryngitis) plötzliche Atemnot (Dyspnoe) einsetzt, sollte unbedingt der Notarzt informiert werden und eine Therapie im Krankenhaus erfolgen.[21]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen