Halsschmerzen: Krankheitstypen

Halsschmerzen einseitig (Lymphknoten)

© Klaus Eppele - Fotolia

Der menschliche Körper besitzt rund 600 Lymphknoten, etwa 300 davon sind allein im Halsbereich zu finden. Häufig sind sie bei banalen Infekten vergrößert und deutlich tastbar. [1]

Der folgende Text liefert einen Überblick über die physiologischen Funktionen der Lymphknoten, möglichen Ursachen einer Schwellung sowie wichtige differentialdiagnostische Aspekte.

Physiologische Grundlagen

Die Lymphe (lat.: klares Wasser) ist eine Flüssigkeit, die aus dem Blut stammt und über ein eigenes Netzwerk aus Gefäßen (Lymphkapillaren, größere Lymphgefäße) durch den Körper geleitet wird. Dabei passiert sie zahlreiche hintereinander geschaltete Lymphknoten und wird dort mit immunkompetenten Zellen (T-Lymphozyten, Langerhans-Zellen, Makrophagen, B-Lymphozyten) angereichert. Ihre Zusammensetzung verändert sich also laufend. Letztendlich gelangt die Lymphe über eines der Hauptlymphgefäße (z.B. Ductus thoracicus) wieder zurück ins Blut. [2]

Die bohnenförmigen Lymphknoten sind etwa 0,2-2 cm groß und dienen gleichzeitig als Filterstationen: Sie entfernen Abfallstoffe, Mikroorganismen sowie beschädigte Zellen aus dem Blut. [3]

Vergrößerte Lymphknoten können beispielsweise auf einen viralen oder bakterielle Infekt hindeuten. Die Schwellung ist dabei ein Zeichen für die erhöhte immunologische Aktivität und verschwindet mit Abklingen der Erkrankung. [4]

Differentialdiagnostische Aspekte

Grundsätzlich kann eine Lymphknotenschwellung ein- oder beidseitig auftreten und durch alle entzündlichen Prozesse im Körper ausgelöst werden, auch solche, die nicht bemerkt werden. Zeigt der Betroffene weitere Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur und leichte Halsschmerzen, deutet dies auf eine akute, zumeist harmlos verlaufende virale oder bakterielle Infektion der oberen Atemwege hin. In einem solchen Fall sind die geschwollenen Lymphknoten häufig weich, frei verschiebbar und schmerzen leicht bei Druckeinwirkung. [5] Ärztlicher Rat ist dann nur erforderlich, wenn der Erkrankte zu einer Risikogruppe zählt (z.B. Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere sowie chronisch lungenkranke, multimorbide oder immunsupprimierte Patienten) oder auffällige andere Symptome zeigt (plötzliches, hohes Fieber, stakt verfärbtes Sekret, einseitige starke Halsschmerzen, Blut beim Husten u.a.). [6]

Eine Lymphknotenvergrößerung, die länger als zwei bis drei Wochen andauert oder ohne weitere Erkältungssymptome auftritt, sollte stets durch einen Mediziner untersucht werden. Es können längerfristige Infektionen vorliegen, die einer speziellen Behandlung bedürfen (z.B. Toxoplasmose). Auch bei Schilddrüsenerkrankungen treten gelegentlich Schwellungen im Halsbereich auf. Allergien, rheumatische Erkrankungen und Immundefekte bringen unter Umständen ebenfalls eine Vergrößerung der Lymphknoten mit sich. [4]

Fühlt sich der Lymphknoten beim Tasten hart an, ist er ungewöhnlich groß (> 2 cm) und lässt sich nicht verschieben, müssen seltene schwere Ursachen wie Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) ausgeschlossen werden. [7]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen