Halsschmerzen: Krankheitstypen

Schmerzen (seitlich am Hals)

© PantherMedia / Antonio Guillen Fernández

Bei seitlichen Schmerzen am Hals kann es sich um eine Seitenstrangangina (Angina lateralis) oder um eine Abszessbildung nach einer Erkältung oder einer akuten Mandelentzündung (Angina tonsillaris) handeln. Dabei kann ein einseitiger Abszess neben der Rachenregion(Parapharyngealabszess) oder hinter dem Rachen (Retropharyngealabszess) vorliegen. Im schlimmsten Fall kann ein Tumor im Hals die seitlichen Halsschmerzen verursachen.[1]

Im folgenden Artikel werden die Ursachen näher erläutert sowie Behandlungsmöglichkeiten und Hinweise aufgezeigt.

Ursachen von Schmerzen seitlich am Hals

Bei einer Seitenstrangangina (Angina lateralis) sind die Lymphknoten in der Rachenwand geschwollen und gerötet. In manchen Fällen können sie auch mit weißlichen Stippchen belegt sein. Meistens entwickelt sich eine Seitenstrangangina aus einer bakteriellen oder viralen Erkältung heraus. Das Ausstrahlen der Schmerzen auf das Ohr ist ein Anzeichen, dass es sich bei den seitlichen Halsschmerzen nicht um eine Erkältung, sondern um eine Seitenstrangangina handeln könnte.[2] Meist heilt diese ohne Komplikationen innerhalb weniger Tage (3–6 Tage) aus.[3]

Allerdings kann auch eine Abszessbildung nach einer vorhergegangen Mandelentzündung (Angina tonsillaris) die seitlichen Halsschmerzen verursachen.  Hierbei ist die Gaumenmandel infolge eine Bakterieninfektion vereitert. Dieser Entzündungsprozess kann sich auf das umliegende Bindegewebe ausweiten (Peritonsillitis) und dort einen Abszess bilden (Peritonsillarabszess).[4]

Die Mandelentzündung (Angina tonsillaris) selbst verläuft meist harmlos und bessert sich nach ein bis drei Tagen auch ohne Behandlung.[5] Kommt allerdings ein Abszess dazu, der seitliche Halsschmerzen verursacht, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Bei einer Seitenstrangangina treten neben den Symptomen einer Rachenentzündung, wie Halsschmerzen (Pharyngitis) und Schluckbeschwerden, auch weitere Symptome auf:  Dazu zählengeschwollene  Lymphknoten (Lymphadenitis) und Ohrenschmerzen (Otalgie). Außerdem klagen Betroffene über Kopfschmerzen (Cephalgie) und leiden häufig auch unter hohem Fieber (Pyrexie).[6] [7]

Bei einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) leidet der Betroffene außerdem an einer gedämpften Stimme und Engegefühl im Hals. Es kann zu hohem Fieber kommen. Kopfschmerzen können auftreten.[8]

Behandlungsmöglichkeiten von Schmerzen seitlich am Hals

Handelt es sich um eine Seitenstrangangina, gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Hausmittel:

Als Hausmittel können die bei einer Erkältung üblichen Mittel eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Halswickel und Nasentropfen zur Schleimhautabschwellung und die Inhalation einer Salzwasserlösung zur Schleimlösung. Auch Kamillen- und Salbeitees können hilfreich sein, da sie entzündungshemmend wirken und das Wachstum von Bakterien verlangsamen.[9]

Medikamente:

Schmerzmittel wie Paracetamol können gegen die Schluckbeschwerden helfen und das Fieber senken. Allerdings besteht bei einer Seitenstrangangina die Gefahr, dass sichAbszesse oder Komplikationen im Mittelohr bilden können. Deshalb kann es ratsam sein, dass der Arzt Antibiotika (z. B. Penicilline) verordnet.[10]

Therapie:

Generell gilt, dass sich der Betroffene schonen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen sollte.[11]

Eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) mit einem Abszess sollte folgendermaßen behandelt werden:

Therapie: Zunächst wird der Arzt versuchen, den Peritonsillarabszess entleeren, und danach mit einem Antibiotikum (Penicillin) behandeln. Anschließend können die Mandeln operativ entfernt werden.[12]

Zu beachten

Eine Seitenstrangangina ist ansteckend. Deshalb sollte während des Erkrankungszeitraums näherer Kontakt zu anderen Menschen gemieden werden.[13]

An einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) können Bakterien (wie etwa Streptokokken) beteiligt sein, die eine Antibiotikatherapie erforderlich machen. Um die richtige Behandlung zu wählen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.[14]

Bei seitlichen Halsschmerzen muss auch an einen Tumor gedacht werden. Deshalb sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn sich die Schmerzen nach einigen Tagen nicht von allein bessern.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen