Halsschmerzen: Krankheitstypen

Lymphknoten links (Hals Schmerzen)

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Einseitig geschwollen Lymphknoten links, welche mit Schmerzen im Hals einhergehen, sind oft auf eine akute virale oder häufiger bakterielle Infektion der oberen Atemwege zurückzuführen. Die Lymphknoten sind dann meist gut verschieblich und druckschmerzhaft. Es gibt aber auch noch eine Reihe wichtiger Differentialdiagnosen, welche zu beachten sind.

In diesem Text soll über die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Tipps bei einseitigen Lymphknotenbeschwerden aufgeklärt werden.

Medizinische Fakten

Im Zuge von erregerbedingten Infektionen des oberen Atemtrakts kommt es sehr häufig zu einer Keimverschleppung in die unmittelbar anliegenden Lymphknoten, wodurch eine Lymphknotenentzündung (Lymphadenitis) resultieren kann.

Diese äußert sich typischerweise mit geschwollenen, gut verschieblichen, weichen und überwärmten Lymphknoten, welche druckschmerzhaft sind.

Bei den auslösenden Infektionen kann es sich um eine Rachenentzündung (Pharyngitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder auch Mandelentzündung (Angina tonsillaris) handeln, wovon alle mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und eventuell auch Fieber einhergehen können.

Während virale Erreger (zB. Adenoviren, Coronaviren) eher zu einer beidseitigen Lymphknotenschwellung führen, sind Bakterien häufig für einseitige Beschwerden verantwortlich.

Die häufigsten Erreger sind Staphylokokken und Streptokokkend der Gruppe A, welche zu eitrigen, selten auch abszedierenden Entzündungen führen. Eine eitrige Lymphadenitis steht daher meist in zeitlichem Zusammenhang mit eitrigen Infektionen des oberen Atemtrakts. Am häufigsten tritt sie bei Kindern und Jugendlichen auf.[1]

Eine weitere Ursache für eine Lymphadenitis im Halsbereich stellt die sogenannte Katzenkratzkrankheit dar, welche durch das Bakterium Bartonella henselae ausgelöst wird. Wie der Name schon vermuten lässt, wird diese Infektion von jungen Katzen übertragen, welche über Hautkratzer die Erreger weitergeben. Das klinische Leitsymptom stellt die Lymphknotenschwellung (bis 5 cm) in unmittelbarer Nähe des Kratzers dar, welche aber erst 15 bis sogar 50 Tage nach Tierkontakt entstehen kann. Die Erkrankung heilt in der Regel spontan aus.[2]

Beim Auftreten von einseitigen Halslymphknotenschwellungen dürfen schlussendlich auch neoplastische Erkrankungen nicht außer Acht gelassen werden. Darunter fallen Lymphome, Metastasen sowie gutartige Tumoren, wie Lipome oder Atherome.

Von diesen Krankheitsbildern sind in der Regel häufiger Erwachsene über 40 Jahren betroffen.[3]

Biologischer Zusammenhang

Die Lymphknoten (bohnenförmige, gekapselte Gebilde) sind Teil des komplex aufgebauten lymphatischen Systems. Dieses wird aus lymphatischen Organen (Lymphknoten, Milz, Tonsillen etc.) sowie Lymphgefäßen zusammengesetzt und spielt eine wichtige Rolle in der immunologischen Erregerabwehr des Körpers.

Als Transportmedium dient die Lymphe, eine glasige, gelbe Flüssigkeit welche beim Durchtritt von Blutplasma aus den Kapillaren in das Gewebe entsteht. Die Lymphe sammelt Erreger und andere Fremdstoffe auf und wird über die Lymphgefäße zu den umliegenden Lymphknoten transportiert, welche als„Filterstationen“ im System fungieren. Sie beinhalten große Mengen an ruhenden Lymphozyten (spezialisierte weiße Blutkörperchen), welche bei Kontakt mit den Krankheitserregern stark zu proliferieren beginnen. In großer Zahl versuchen sie die Erreger dann abzutöten.

Im Zuge von Infektionen des oberen Atemtrakts werden große Mengen der verursachenden Erreger zu den Halslymphknoten transportiert und führen dort zu einer überschießenden Vermehrung der Lymphozyten: der Lymphknoten schwillt an, der Druck auf die Kapsel erhöht sich und es kommt zum Schmerz.[4]

Zu beachten

Beim Auftreten von einseitigen Lymphknotenbeschwerden sollte, sobald sie länger als eine Woche andauern, immer ein Arzt aufgesucht werden. Steht aufgrund vorangehender eitriger Infektionen im Respirationstrakt der Verdacht auf bakterielle Erreger, sollte möglichst schnell eine ärztliche Kontrolle geplant werden, da die Erkrankung unbedingt antibiotisch behandelt werden sollte. Mögliche Komplikationen wären andernfalls Vernarbung des Lymphknoten oder auch Abszessbildung.[1]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen