Halsschmerzen: Krankheitstypen

Eitrige Halsentzündung

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Eine eitrige Halsentzündung zusammen mit Halsschmerzen kann ein Hinweis auf eine eitrige Mandelentzündung ([Streptokokken-]Angina), ausgelöst durch Streptokokken-Bakterien sein. Allerdings kann sie in seltenen Fällen auch auf Komplikationen durch Mandelabszesse hindeuten [1].

Im folgenden Artikel werden die Ursachen von eitrigen Halsentzündungen beschrieben, Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt und weitere Hinweise gegeben.

Ursachen einer eitrigen Halsentzündung

Ursache für eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) können bakterielle oder virale Infektionen sein [2]. Eine Infektion mit Bakterien, wie etwa Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes), kann zu einer Vereiterung der Gaumenmandel führen (Streptokokken-Angina). Wird diese nicht mit Antibiotika behandelt, kann sich der Entzündungsprozess auf das umliegende Bindegewebe ausweiten (Peritonsillitis) und dort einen Abszess (Eitergeschwür) bilden (Peritonsillarabszess) [3]. Dabei handelt es sich um eingekapselte Eiterherde, die dadurch entstanden sind, dass der Eiter aufgrund von Vernarbungen der Krypten (Einsenkungen, kleine Gruben auf den Mandeln) bei vorhergegangen Entzündungen nicht abfließen konnte [4]. Sehr selten kann ein derartiger Abszess auch spontan ohne Mandelentzündung (Angina tonsillaris) entstehen [5].

Die akute Mandelentzündung (Angina tonsillaris) verläuft meist harmlos und bessert sich nach ein bis drei Tagen meist von selbst [6]. Handelt es sich um eine von Streptokokken verursachte Erkrankung oder um einen Abszess, sollte ein Arzt für eine medikamentöse Behandlung aufgesucht werden [7][8].

Die Symptome einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) sind sehr starke Halsschmerzen, die sich beim Kauen und Schlucken verstärken, starke Schluckbeschwerden (Dysphagie) und hohes Fieber (Pyrexie) über 39 °C. Der Schmerz kann auch auf das Ohr und in den Nacken ausstrahlen. Wegen der starken Schmerzen verweigert der Betroffene oftmals das Essen, neigt den Kopf zur kranken Seite und vermeidet Kopfbewegungen. Die Stimme ist kloßig und der Mund kann nicht mehr richtig bewegt werden (Kieferklemme oder Kiefersperre). Dabei kann auch der Speichel überlaufen. Durch die Schwellung kann es zur akuten Atemnot (Dyspnoe) kommen [9].

Behandlung einer eitrigen Halsentzündung

Handelt es sich bei der eitrigen Halsentzündung um eine Streptokokken-Angina, können folgende Behandlungsmöglichkeiten gewählt werden:

Hausmittel:

Generell sollte bei einer Mandelentzündung darauf geachtet werden, viel Flüssigkeit (etwa Kamillen- und Salbeitee, die beide dafür bekannt sind, Entzündungsvorgänge zu hemmen und Schmerzen zu lindern) zu sich zu nehmen. Fruchtsäfte sind weniger gut geeignet, da sie den Magen-Darm-Trakt reizen. Außerdem können kalte oder warme, feuchte Halswickel zur Entzündungshemmung eingesetzt werden [10].

Medikamente:

Bei Hinweis auf Streptokokken sollte eine Antibiotikatherapie (in der Regel mit Penicillinen) eingeleitet werden [11]. Diese wird meist über 10 Tage durchgeführt. Bei einerPenicillinüberempfindlichkeit kann auf Erythromycin zurückgegriffen werden [12].

Bei einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) mit einem Abszess, der eitrige Halsschmerzen verursachen kann, bieten sich folgende Behandlungsmöglichkeiten an:

Therapie:

Wird ein Peritonsillarabszess festgestellt, versucht der Arzt zunächst, diesen zuentleeren und mit Penicillin zu behandeln. Anschließend können die Mandeln operativ entfernt werden. Gelingt die Behandlung mit Penicillin nicht, wird der Abszess zusammen mit den Mandeln operativ entfernt [13].

Zu beachten

Sehr selten kann eine Blutvergiftung (Sepsis) auftreten, wenn sich ein Parapharyngealabszess ausbildet. In diesem Fall sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden [14].

Zeigen Kinder Symptome einer Mandelentzündung, sollte möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden. Nur dieser kann kompetent entscheiden, ob die Infektion viraler oder bakterieller Natur ist. Letztere sollte unter ärztlicher Aufsicht dann durch wohlüberlegte Antibiotikatherapie behandelt werden [15][16].
Auch kann eine eitrige Halsentzündung ein Hinweis auf die mittlerweile sehr selten vorkommende Diphtherie sein. Deshalb sollte generell bei einer eitrigen Halsentzündung ein Arzt aufgesucht werden [17].


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen