Halsschmerzen: Krankheitstypen

Schmerzen (Speiseröhre und Hals)

© PantherMedia / David Castillo Dominici

Schmerzen in der Speiseröhre und im Hals sind ein häufiges, unangenehmes und oft schmerzhaftes Symptom, das viele Menschen zum Arzt führt. Dabei können die Schmerzen so stark sein, dass selbst das Essen oder sogar das Atmen durch den Mund schwierig werden. Manche Patienten beschreiben auch ein „Globusgefühl“ – damit ist ein deutliches Schwellungsgefühl im Bereich des Kehlkopfes gemeint, welches das Schlucken erschwert.

In diesem Artikel geht es um häufige Ursachen von Halsschmerzen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Auch seltene Ursachen werden erläutert.

Ursachen von Schmerzen in Speiseröhre und Hals

Der Hals ist eine anatomisch interessante Übergangsregion und unterhält zu vielen Systemen des Körpers eine Beziehung. Die beiden größten Systeme sind das Atmungs- und das Verdauungssystem. Dementsprechend können Halsschmerzen ihre Ursachen in jedem der beiden Systemen haben. Der Verlauf und die Therapie dieser Schmerzen gestalten sich deshalb unterschiedlich.

In der überragenden Mehrheit sind Halsschmerzen durch eine Infektion des Mund-Rachen-Raumes, sowie der Luftröhre bedingt. Der Arzt spricht hier von den „oberen Atemwegen“ zu denen auch die Nase und die Nasennebenhöhlen zählen.
Ursache der Infektion wiederum ist meistens eine Virusinfekt, bspw. durch Rotaviren. Aber auch die Influenza, die „echte Grippe“, die jährlich wiederkehrend einen sehr starken und gefährlichen Infekt darstellt. Die Impfung gegen diese wird klar empfohlen, da sie gefährliche Verläufe der echten Grippe abwenden kann [1].

Bei Virusinfekten treten innerhalb von Stunden die ersten Symptome, wie Abgeschlagenheit, Kratzen und Schmerzen im Hals oder eine laufende Nasen auf, schaukeln sich (meist) bis Tag 3 auf und klingen dann über einige Tage wieder ab. Häufig sind diese Erkältungen innerhalb einer Woche ausgestanden.

Auch Bakterien können eine solche Infektion verursachen. In den meisten Fällen folgen sie der Virusinfektion; man spricht dann von einer „Superinfektion“. Hinweisend ist der längere Krankheitsverlauf. Für den Arzt können auch Beläge der Zunge und des Rachens, Blutungsneigung, Geruch und Atemgeräusch Hinweise auf eine bakterielle Infektion liefern. Die Halsschmerzen bleiben als Symptom erhalten. Hier können unter Umständen Antibiotika sinnvoll werden [2].

Neben den Infektionen kann die Ursache aber auch im Verdauungssystem liegen – vornehmlich an der Speiseröhre und dem Magen. „Reflux“ (saures Aufstoßen) verursacht zum Teil ebenfalls Halsschmerzen und häufig auch Heiserkeit[4].

Weitere Ursachen für Schmerzen in Hals und Speiseröhre sind eitriger Rückfluss aus den Nebenhöhlen und andere Gründe für Mundatmung, trockene Raumluft, Allergien, Fremdkörper im Hals, Reizstoffe in der Luft aber auch Tumore [2].

Eine weitere, nicht seltene Ursache für Halsschmerzen bei Vielsprechern (je nach Beruf, bspw. Lehrer, Erzieher), die häufig mit Heiserkeit und Kratzen im Hals vergesellschaftet ist, sind Stimmstörungen. Demnach Fehlfunktionen der Stimmlippen und stimmebildenden Organen. Hier können Sprach- und Stimmschule effektiv helfen [5].

Behandlung von Halsschmerzen

Je nach Ursache gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Sowohl die Schwere als auch der Verlauf – wann setzten die Schmerzen ein, wie stark waren/sind sie – des Halsschmerzes sind entscheidend. Diese Schmerzen können unter Umständen sehr quälend sein, ohne dass eine ursächliche Therapie vorhanden oder sinnvoll ist.

Wenn weitere Symptome, vor allem Atemnot, hinzutreten, ist auf alle Fälle der Gang zum Arzt der richtige Weg.
 
Da bei den meisten Menschen Halsschmerzen einfach eine Infektion mit Viren oder Bakterien zugrunde liegt, gestattet sich die Behandlung vor allem mit Abwarten und dem Vermeiden unnötiger Belastung – denn das Immunsystem muss jetzt seiner Aufgabe optimal nachkommen und die Erreger vertreiben.

Genügend Schlaf, das Tragen eins Schals, ggf. auch warme Wickel und die bekannte warme Milch mit Honig sind wohltuend.
Inhalation mit saliner Lösung (einfach über heißem Wasser mit 9 g Kochsalz auf 1 Liter Wasser), aber auch ätherischen Ölen, wie Bergamotte oder Sandelholz, unterstützen den Krankheitsverlauf und wirken wohltuend [6]. Inhaliert werden darf so oft, wie man kann und möchte.  

Kamillentee wirkt beruhigend auf die Schleimhäute und hemmt die Erreger, ebenso Thymiantee (der auch einfach aus dem heimischen Gewürzregal genommen werden kann).
Pfefferminze und Melisse erleichtern die Atmung. Salbei lindert die Entzündung und den Schmerz[7]. 

In der Apotheke gibt es gegen Halsschmerzen und Heiserkeit häufig viele Produkte zu kaufen. Sie sind nicht schädlich, den klassischen Methoden jedoch auch nicht überlegen.

Was, wenn die Schmerzen bleiben oder nichts mit einer Erkältung zu tun haben?

Die Halsschmerzen müssen immer in der Gesamtschau der Krankheit betrachtet werden. Bleibt die Krankheit auf den Hals beschränkt oder weitetet sie sich aus?
Ein Verlauf mit verstopfter Nase, Heiserkeit, leichten Atemproblemen, allgemeinem Krankheitsgefühl mit Gelenkschmerzen und leichtem Fieber sind nicht ungewöhnlich.
Breitet sich die Infektion deutlich aus, ruft hohes Fieber (über 38,5 Grad), starke Atemprobleme und auch Teilnahmslosigkeit hervor, so muss ein Arzt zurate gezogen werden.
  

Bei anderen Ursachen muss selbstverständlich auch anders vorgegangen werden.

Gerade wenn die Halsschmerzen (und oft damit verbunden auch Heiserkeit) von der Speiseröhre kommen, ist eine Abklärung mit dem Arzt ratsam. Denn Ursache für die Schmerzen ist der saure Rückfluss von Mageninhalt. Normalerweise sollte die Speiseröhre dies nicht zulassen. Ist die Muskulatur der Speiseröhre jedoch zu schlaf oder produziert der Magen zu viel sauren Magensaft, dann kommt es zum sauren Aufstoßen und Rückfluss, dem „Reflux“. 
Die Säure wiederum greift die Oberflächen von Speiseröhre, Stimmbändern und Rachen an und verursacht Schmerzen, Heiserkeit und Mundgeruch. Langfristig kann sich aus dieser Situation ein aggressiver Tumor entwickeln [8].
  

Der Grund für die Überproduktion von Magensäure ist meistens in der Ernährung zu suchen – die bekannten Verdächtigen wie fette Speisen, Kaffee oder üppige Mahlzeiten vor allem abends sind die Übeltäter.
  

Ärzte empfehlen deshalb die Ernährung auf wenig Fett, kleinere Mahlzeiten – gerade abends – und eher pflanzliche und ballastoffreiche Kost umzustellen.
Im Rahmen der Ordnungstherapie – einem Ansatz der Naturheilunde, der auf die harmonische Ordnung des Alltages und des eigenen Verhaltens abzielt und damit viele Krankheiten behandeln und lindern kann –  wird der Verzicht auf Kaffee, Rauchen und Alkohol nahegelegt. Bestehen die Beschwerden vor allem nachts, kann man ein Kissen unterlegen und so den Rückfluss eindämmen. Auch hier wird Wert auf eine bewusste, respektvolle und gemäßigte Ernährung gelegt. Flohsamen und Kamillentee stellen pflanzenheilkundliche Medikamente dar, die beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken [9].
  

Darüber hinaus kann der Magen auch „hyperreagibel“ sein, also sehr fein und dann überschießend auf Nahrung reagieren. Durch eine mehrwöchige Therapie mit Säureblockern kann hier Abhilfe geschaffen werden. Der Aufbau des schützenende Magenschleimes kann durch Misoprostol, einem Medikament, das die Zellen des Magens zur Schleimproduktion anregt, unterstützt werden[10].
  

Menschen mit einer Refluxkrankheit sollten diese ernst nehmen und nicht dauerhaft selbst mit Säurebindern (Antazida) behandeln, die man in der Apotheke kaufen kann. Zum einen ist der dauerhafte Therapieerfolg selten gegeben, zum anderen sind in vielen Präparaten Aluminum enthalten. Von diesen wird wegen der Ablagerung in den Knochen abgeraten[11].

Zu beachten

Es ist zu beachten, dass der allergrößte Teil von Halsschmerzen relativ schnell (innerhalb von Stunden) auftritt und meist nach einigen wenigen Tagen (3-5) wieder abgeklungen ist.  Unterstützende Maßnahmen sind wertvoll,  da sie Schmerzen lindern und die Ausbreitung der Infektion eindämmen können – leider wirken sie selten abkürzend. Die Schmerzen müssen also ein Stück weit ausgestanden werden.

Sollte der Hals massiv anschwellen und die Atmung behindern (nicht die Nasenatmung, sondern die Mundatmung), dann ist  unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Auch bei Kindern sollte hierauf geachtet werden.
  

Sehr lang anhaltende Halsschmerzen sind ebenfalls behandlungsbedürftig. Je nach Ursache können Antibiotika, aber auch – wie oben beschrieben – Säureblocker sinnvoll sein. 

Auf alle Fälle ist eine gute Untersuchung und Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt das wichtigste Mittel, um schlimme Verläufe oder ernste Erkrankungen (wie Tumorerkrankungen) auszuschließen bzw. rechtzeitig zu erkennen und adäquat behandeln zu können.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen