Husten In der Nacht: Krankheitstypen

Husten (im Schlaf)

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Husten (lat. Tussis) ist ein Schutzreflex des Körpers und hat die Aufgabe, die Atemwege zu reinigen und von Fremdkörpern und Sekret zu befreien. Nach dem Einatmen (Inspiration) verschließt sich der Kehlkopf (Larynx). Zieht sich die Atemmuskulatur zusammen, während die Stimmlippen des Kehlkopfes noch geschlossen sind, steigt der Druck in der Lunge. Öffnen sich die Stimmlippen dann plötzlich, entweicht die angestaute Luft mit bis zu 100 km/h und reinigt dabei die Atemwege [1]. Nach der Art des Auswurfs unterscheidet man zwischen produktivem, schleimigen Husten und unproduktivem, trockenem Reizhusten [2]. Im Folgenden soll der nächtliche Husten beim Schlafen etwas genauer betrachtet werden.

Ursachen von Husten im Schlaf

Husten ist eines der häufigsten Symptome in der Allgemeinmedizin. Meist tritt er im Rahmen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts auf. Die Infektion verläuft meistselbstlimitierend, was bedeutet, dass der infektbedingte akute Husten nach maximal 3 Wochen ohne Therapie ausheilt. Chronischer Husten bleibt für mehr als 3 Wochen bestehen und sollte in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Trockener Husten ohne Auswurf kommt durch das infektbedingte Absterben der Oberflächenzellen (Epithelzellen) in den Bronchien zustanden. Auch dieser Vorgang dient dem Zweck, die Ausbreitung des Erregers zu verhindern [3]. Im Verlauf einer Erkältung wird der Reizhusten nach wenigen Tagen produktiv. Sekrethaltiger Husten ist dabei die Folge einer erhöhten Sekretproduktion durch spezialisierte Zellen der Atemwege – den Bronchialdrüßen und Becherzellen. Der Schleim erleichtert den Abtransport von Krankheitserregern, hemmt deren Fortbewegung und befeuchtet die Atemwege [4].

Nächtlicher Husten wird besonders häufig durch eine solche Infektion ausgelöst. Durch die Lageänderung des Körpers wird der Schleim verlagert und der Hustenreiz kann sich verschlimmern. Nächtliches Heizen des Schlafzimmers führt zum Austrocknen der Luft, was besonders bei trockenem Husten zu einer weiteren Reizung der Atemwege führen kann.

Wird der Husten durch eine Infektion ausgelöst, tritt er häufig mit anderen grippalen Symptomen wie Kopfschmerzen, einer verstopften Nase oder Fieber auf. Ist der Husten über eine längere Zeit das einzige „Symptom“, kann auch eine Refluxkrankheit (gastrooesophageale Refluxkrankheit, GERD) verantwortlich sein. Im Liegen kann der saure Magensaft leichter in Speiseröhre (Ösophagus) und Rachenraum übertreten und diese reizen, was nachts neben Husten auch zu Sodbrennen, Halsschmerzen und Heiserkeit führt [5]. Diese Konstellation wird besonders durch fettreiche Abendmahlzeiten und Alkoholgenuss gefördert. Neben der Ernährung können aber auch anatomische Faktoren, wie ein ungenügender muskulärer Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen eine GERD hervorrufen.

Behandlung von Husten im Schlaf

Einer Refluxkrankheit lässt sich durch einfache Maßnahmen entgegenwirken. Nachts kann es bereits helfen, den Oberkörper erhöht zu lagern und weite Kleidung zutragen. Alkohol und größere, fettreiche Mahlzeiten sollten abends vermieden werden [6].

Quälender nächtlicher Reizhusten lässt sich mit Hustenstillern (Antitussiva) unterstützend behandeln. Diese enthalten das synthetische Opioidderivat Codein, welches zentral im Hustenzentrum den Hustenreiz unterdrückt [7]. Bewährt haben sich beispielsweise die CODI OPT Tabletten (OPTIMED), Tryasol Tropfen (Aristo) oder Codeintropfen (AbZ Pharma).

Zu beachten

Wie bereits oben erwähnt, sind die Infekte, die Husten auslösen, meist selbstlimitierend und sollten nach spätestens 3 Wochen auskuriert sein. Darüber hinaus sollte der Husten von einem Allgemein- oder Lungenarzt (Pulmologen) abgeklärt werden. Codein ist ein Morphin-Derivat und somit rezeptpflichtig, ein Arztbesuch ist somit unerlässlich. Das hat auch den Hintergrund, dass bei längerer Einnahme Nebenwirkungen wie Verstopfung (Obstipation), Übelkeit (Nausea) oder ein Abflachen der Atmung hervorrufen werden können. Auch die medikamentöse Behandlung einer GERD mit Säureblockern erfolgt durch den (Allgemein)-Arzt.