Husten In der Nacht: Krankheitstypen

Hartnäckiger Husten (nachts)

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Ein Husten, der sich immer wieder hartnäckig nachts einstellt, kann nachhaltig den Nachtschlaf stören und damit einen Einfluss auf den kompletten Tagesablauf haben. Vielerlei Ursachen können zu nächtlichem Husten führen, die häufigsten Gründe werden im folgenden Text erklärt. Im Anschluss werden die grundlegenden Behandlungsmöglichkeiten der häufigsten Krankheitsbilder aufgeführt und erläutert, was es zu beachten gilt.

Ursachen von hartnäckigem Husten

Hartnäckiger Husten, der vorrangig nachts auftritt, kann verschiedene Ursachen haben. Diese müssen nicht allesamt in der Lunge liegen, auch andere Körpersysteme wie der Magen oder das Herz-Kreislauf-System können die Atemwege so beeinflussen, dass Husten auftritt und den Nachtschlaf stört.

Ein akut auftretender Husten ist häufig Symptom eines viralen Infektes und kann zudem mit einer verstopften oder laufenden Nase, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergehen. Die Körpertemperatur kann erhöht sein, eine normale Temperatur schließt einen Infekt jedoch nicht aus. Bei einer Entzündung der hinteren Nasenhöhle oder der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) kann es zu einem sogenannten „Postnasal-drip-Syndrom“ kommen. Dabei lösen in den Rachen laufender Schleim und Entzündungsstoffe aus der Nase einen Hustenreiz aus. Auch nach einem Infekt kann teilweise noch bis zu drei Wochen ein sogenannter postinfektiöser Reizhusten zurückbleiben, der sich zumeist in trockenen Hustenattacken äußert.[1]

Ein anderer häufiger Grund für hartnäckigen nächtlichen Husten ist diegastroösophageale Refluxkrankheit, die vor allem unter ihrem häufigsten Symptom, dem Sodbrennen, bekannt ist. Dabei tritt aggressive Magensäure in die Speiseröhreein und führt dort zum charakteristischen Brennen hinter dem Brustbein. Gelegentlich steigen einzelne Tropfen bis zum Übergang zur Luftröhre auf und reizen dort die Atemwege – Husten ist die Folge. Dies geschieht insbesondere im Liegen, weshalb diese Art Husten häufig nachts auftritt.[2]

Tritt über längere Zeit ein hartnäckiger Husten nachts auf, besteht die Möglichkeit, dass ein Asthma bronchiale vorliegt. Typisch dafür sind außerdem Atemnotattacken, bei denen insbesondere das Ausatmen schwerfällt und die nicht selten von einem hörbaren Ton (Giemen) begleitet wird. Eventuell kann zähflüssiger, durchscheinender Schleim ausgehustet werden. Häufig ist Asthma an Allergien, beispielsweise gegen Pollen, Staubmilben oder Tierhaare, gekoppelt. Hinweise darauf können Verbesserungen oder Verschlechterungen der Symptomatik in wechselnder Umgebung (z. B. Übernachtung bei befreundeten Haustierhaltern, Hotel etc.) sein.[3]

Treten die Symptome in höherem Alter auf, ist ein Asthma zwar nicht ausgeschlossen, doch wird dann eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wahrscheinlicher. Diese Krankheit zeichnet sich nicht nur durch dieverengten Atemwege und die damit verbundene Luftnot aus, sondern ist auch durch mehrere Bronchitiden (Entzündungen der Bronchien) pro Jahr gekennzeichnet. Ist dies der Fall, kann sich ein produktiver Husten mit gelb-grünem Schleimeinstellen, der insbesondere nachts und am frühen Morgen auftritt. Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD ist das Rauchen; nur selten ist die Krankheit Folge einer beruflichen Staubbelastung.[4]

Auch eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kann sich in einem hartnäckigen Husten äußern. Ist das Herz zu schwach, um das Blut weiter durch den Körper zu pumpen,staut es sich in die Lunge und führt dort zu Reizhusten und einer erschwerten Atmung. Auch dieser Mechanismus wird durch Liegen begünstigt, da dabei das Blut anders im Körper verteilt wird als in aufrechter Position.[5]

Reizhusten gilt als typische Nebenwirkungen einiger Medikamente, darunter die Bluthochdruckmedikamente ACE-Hemmer (z. B. Ramipril, Lisinopril, Enalapril). Besteht der Verdacht einer solchen Arzneimittelunverträglichkeit, sollte dies mit dem verschreibenden Arzt besprochen werden. Gegebenenfalls kann dann das Medikament durch ein ähnlich wirkendes ersetzt werden. Auf keinen Fall sollten die Medikamente selbstständig abgesetzt werden, da sonst der Blutdruck unkontrolliert reagieren kann.[6]

Behandlungsmöglichkeiten von hartnäckigem Husten

Schon die Veränderung des Klimas im Schlafzimmer kann einen merklichen Effekt auf die Schlafqualität haben. Die Schlaftemperatur sollte um die 18 °C liegen. Um die Luft zu befeuchten, kann Feuchtigkeit aus der Küche oder dem Bad genutzt werden. Von speziellen Raumbefeuchtern wird jedoch abgeraten, da diese oft einen Nährboden für Bakterien bieten.[7]

Ist bei einem Infekt trockener Husten ein Problem, kann durchhustenstillende Medikamente (Antitussiva) eine vorübergehende Ruhe gefördert werden. Vorrangig kommen dafür Säfte mit den Wirkstoffen Codein, Dihydrocodein oder Dextromethorphan zum Einsatz. Da diese Medikamente jedoch auch den Atemantrieb verändern, sind sie beim Vorliegen von Lungenerkrankungen (wie z. B. Asthma) sowie bei Kindern kontraindiziert. Hustenstiller sollten nicht dauerhaft eingesetzt werden, da Husten ein natürlicher Mechanismus des Körpers ist und so Erreger ausgestoßen werden können.

Sind gereizte Schleimhäute die Auslöser des Hustenreizes, können pflanzliche Säfte oder Lutschpastillen helfen, einen schützenden Film über die Schleimhäute zu legen, um so zu verhindern, dass mit jedem Hustenstoß eine erneute leichte Verletzung der Schleimhäute auftritt. 

Postinfektiöser Reizhusten wird nicht einheitlich therapiert. Die eingesetzten Medikamente reichen hier von inhalativen Kortikosteroiden (entzündungshemmend) über inhalative Betamimetika (stellen die Bronchien weit) bis hin zu oben genannten Antitussiva.[8]

Asthma und COPD werden beide mithilfe eines Stufenschemas behandelt. Dies bedeutet, dass so wenig wie möglich Medikamente gegeben werden, welche die Krankheit unter Kontrolle halten – treten trotzdem starke Symptome auf, wird die Therapie in der nächsten Stufe intensiviert. Zum Einsatz kommen vorrangig inhalative Betamimetika(z. B. Salbutamol), welche die Bronchien weiten, sowie entzündungshemmende Glukokortikoide, die sowohl oral (über den Mund) als auch inhalativ (zum Einatmen) eingesetzt werden können. Liegt bei der COPD außerdem eine Bronchitis vor, werden je nach Erreger passende Antibiotika genutzt.[9]

Stört hartnäckiger Husten nachts den Schlaf, kann eine Veränderung der Schlafposition die Beschwerden mildern. Wird der Oberkörper durch Kissen etwas höher gelagert, ist dies sowohl bei der Refluxkrankheit als auch bei einer Herzinsuffizienz günstig. Zudem wird dem Körper ermöglicht, die Atemhilfsmuskulatur, also beispielsweise die Zwischenrippenmuskulatur, einzusetzen und damit einen effektiveren Hustenstoß auszuführen.[10]

Da eine Refluxkrankheit auch die Gefahr einer Zellveränderung in der Speiseröhre birgt, sollte bei Symptomen wie Sodbrennen, Völlegefühloder längerfristiger Übelkeit ein Arzt aufgesucht werden. Zumeist werden dann sogenannte Protonenpumpenhemmer (beispielsweise Omeprazol oder Pantoprazol) eingesetzt, welche die Magensäuresekretion einschränken und damit einen Schutz der Magen- und Speiseröhrenschleimhaut herbeiführen. Gelegentlich wird zusätzlich eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt, um zu schauen, ob Magengeschwüre oder Gewebeveränderungen vorliegen. Zudem lässt sich hierbei überprüfen, ob eine – häufig vorkommende – Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori vorliegt. Ist dies der Fall, wird mit einer Therapie aus zwei Antibiotika und einer Magenschutztablette dieses Bakterium behandelt, um das Risiko für weitere Komplikationen zu senken.[11]

Zu beachten

Auch Krankheiten, die durch weitverbreitete Impfungen seltener geworden sind, wie beispielsweise Keuchhusten (Pertussis), können zu hartnäckigem Husten bei Erwachsenen führen. Deshalb sollte derImpfstatus beim Hausarzt regelmäßig überprüft und, wenn nötig, aufgefrischt werden.[12]

Da eine zusätzliche Atemreizung auch immer zu einem erneuten Hustenreiz führen kann, sollte in Haushalten mit kranken Familienmitgliedern nicht geraucht werden. Dies gilt natürlich in größtem Maße für den Betroffenen selbst.[13]