Halsschmerzen: Häufige Fragen

Angina u. Halsschmerzen – Was tun?

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Halsschmerzen sind in den allermeisten Fällen Symptom eines Infekts der oberen Atemwege.[1] Viele fragen sich nach den Ursachen und was bei diesen Beschwerden zu tun ist. Eine häufige Ursache von starken Halsschmerzen ist die Entzündung der Gaumenmandeln, die auch als Angina tonsillaris bezeichnet wird.[2] Das Wort Angina stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Enge.[3] Es wird in der Medizin bei verschiedenen Krankheitsbildern verwendet. In diesem Text wird es für die Beschwerden im Rahmen einer Gaumenmandelentzündung verwendet.

Dieser Artikel befasst sich mit allgemeinen Maßnahmen bei der Angina tonsillaris und Halsschmerzen. Es werden Hausmittel und deren Anwendung vorgestellt sowie Medikamente, die gegen Angina und die damit verbundenen Halsschmerzen helfen können. Abschließend wird erläutert, was es zusätzlich zu beachten gilt.

Behandlung bei Angina und Halsschmerzen

Allgemeine Maßnahmen

Etwa drei Viertel aller Entzündungen im Rachenraum werden durch Erkältungsviren verursacht. Gegen Viren helfen keine Antibiotika, das Abwehrsystem des Körpers muss alleine mit ihnen fertig werden und dies dauert in der Regel etwa eine Woche. Allerdings kann der Körper bei der Abwehr der Krankheitserreger unterstützt werden. Dazu gehört vor allem die Linderung der Halsschmerzen, die das Befinden Betroffener erheblich beeinträchtigen können.[4] So sollte weiche und milde Nahrung gegessen und folglich auf scharfe Gewürze und saure Speisen verzichtet werden, da diese die entzündeten Mandeln zusätzlich reizen können. Auch Zigarettenrauch verschlimmert die Schmerzen und sollte daher vermieden werden.[5] Es sollte reichlich Flüssigkeit getrunken werden, um die Schleimhäute feucht zu halten. Wasser und auch Kräutertees sind hier sinnvoll. Fruchtsäfte enthalten Fruchtsäuren und sind daher nicht gut geeignet. Sie können wie saure Speisen die entzündeten Schleimhaut weiter reizen.[6]

Hausmittel /Anwendungen

Um genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, empfiehlt sich unter anderem das Trinken von Kräutertees. Es gibt verschieden Sorten, denen gerade bei Entzündungen eine besondere Wirkung zugeschrieben wird. Salbei soll beispielsweise eine schmerzlindernde Wirkung haben.[7] Außerdem soll die Vermehrung von Krankheitserregern durch Salbei unterdrückt werden. Außer zum Trinken eignet sich Salbeitee auch zum Gurgeln. Dafür werden ein bis zwei Teelöffel geschnittene Salbeiblätter mit kochendem Wasser aufgegossen. Die Mischung sollte zugedeckt 10 Minuten ziehen. Zum Trinken kann der Kräutertee nach Geschmack auch kürzer ziehen, da Salbeitee sonst bitter schmecken kann.[8] Beim Gurgeln wird der warme aber nicht mehr zu heiße Tee schluckweise in den Mund genommen. Die entzündeten Mandeln werden für mehrere Sekunden mit dem Tee umspült. Klassischerweise wird beim Gurgeln die Flüssigkeit ausgespuckt. Kräutertees können aber auch geschluckt werden.[9] Salbei ist eine seit langem geschätzte Heilpflanze. In hohen Konzentrationen sollte Salbei allerdings nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, da bestimmte ätherische Öle die Gebärmutter anregen und die Milchproduktion vermindern können.[10]

Weniger gegen die Entzündung als vielmehr zur Linderung der Halsschmerzen werden Halswickel empfohlen. So kann beispielsweise ein halbes Kilo Kartoffeln weich gekocht und anschließend in ein Küchen- oder Handtuch gelegt werden. Sie werden anschließend darin eingewickelt, zerdrückt und vorsichtig um den Hals gelegt. Die Wärme kann hierbei ihre wohltuende Wirkung auf den ganzen Hals entfalten. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Halswickel nicht zu heiß ist. Gegebenenfalls sollte noch ein weiteres Tuch um den Kartoffelbrei gewickelt werden.[11]

Medikamente

Bei starken Halsschmerzen kann es nötig sein zusätzlich Medikamente gegen die Schmerzen zu nehmen. Schmerzmittel beseitigen nicht die Ursache der Krankheit, können aber die Lebensqualität bessern, bis die Erkrankung ausgeheilt ist. Vor allem bei einer Angina, die durch Erkältungsviren verursacht wurde, ist nur diese Art der symptomatischen Therapie möglich.[12] Das unangenehme Kratzen im Hals und die Schmerzen beim Schluckvorgang, sind Zeichen einer Entzündung und damit eine Folge dieser körpereigenen Abwehrreaktion. Einige gängige Schmerzmittel lindern die Schmerzen sowie die Entzündungsreaktion und können ggf. auch Fieber (Pyrexie) senken. Verbreitete Schmerzmittel sind Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (kurz ASS). Wie jedes Medikament können auch sie Nebenwirkungen haben und sollten nur entsprechend der Dosierung auf dem Beipackzettel und der Empfehlung des Apothekers, beziehungsweise des behandelnden Arztes, eingenommen werden. Bei Magenproblemen und Blutungsneigung sollten Acetylsalicylsäure und Ibuprofen nicht ohne ärztliche Abklärung eingenommen werden. Bei starken Halsschmerzen ist ein Besuch bei einem Facharzt dringend angeraten, so dass hierbei auch eine Beratung zur Anwendung der rezeptfrei erhältlichen Schmerzmedikation erfolgen kann.[13]

Die Angina tonsillaris kann auch von Bakterien ausgelöst werden. Die Beschwerden wie Halsschmerzen und Fieber können ausgeprägter sein als bei einer durch Viren bedingten Angina. Typisch sind eitrige stippchenförmige Beläge auf den Gaumenmandeln. Im Zweifel und bei starken Beschwerden sollte unbedingt ärztlicher Rat gesucht werden. Bakterielle Rachenentzündungen sind in der Regel mit einem Antibiotikum zu behandeln. Andernfalls kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen, was im nächsten Abschnitt erläutert wird.[14] Je nach Erkrankungsbild und Patient wählt der Arzt das geeignete Antibiotikum. Dabei kann auch vorbeugend ein Antibiotikum verordnet werden, wenn der Patient ein schwaches Immunsystem hat bzw. wenn die Beschwerden sehr ausgeprägt sind, damit sich keine Bakterien auf der bereits entzündeten Schleimhaut ansiedeln können.[15] Sehr oft können Bakterien, die eine Angina tonsillaris auslösen mit Penicillin bekämpft werden. Zumeist wird die Einnahme dieses Antibiotikums für 7 Tage verordnet. Dieses Medikament ist auch bei Kindern und Schwangeren zugelassen. Bei einer Penicillin-Unverträglichkeit kommen andere Antibiotika zum Einsatz, die oft aus der Gruppe der Makrolide stammen. Ein Beispiel hierfür ist Erythromycin.[16]

Zu beachten

Eine bakterielle Mandelentzündung kann sich ausweiten und es kann beispielsweise zu einer Mittelohrentzündung(Otitis media) oder einer abgekapselten Eiteransammlung (Peritonsillarabszess) kommen. Außerdem kann sich im Anschluss an eine bakterielle Angina ein akutes rheumatisches Fieber entwickeln. Hierbei treten ca. 14 Tage nach einer Rachenmandelentzündung Gelenkschmerzen und hohes Fieber auf. Auch das Herz kann geschädigt werden.[17] Um diese Folgen zu vermeiden, ist eine fachärztliche Therapie und zumeist der Einsatz von Antibiotika unerlässlich.[18]Verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, sollte es auch bei Besserung der Symptome solange eingenommen werden, wie verordnet. Nur so werden ausreichend viele Bakterien abgetötet. Andernfalls können widerstandsfähigere Exemplare überleben und resistent werden. Bei späteren Infekten könnte dies zu einem Wirkungsverlust des Antibiotikums führen.[19]

Beim Einsatz von Schmerzmitteln sind die Packungsbeilage und der Rat aus der Apotheke sowie ggf. des Arztes zu beachten. Acetylsalicylsäure (ASS) ist beispielsweise nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet, da ihre Leber und ihr Nervensystem anders darauf reagieren können als bei Erwachsenen. Hier ist Paracetamol vorzuziehen.[20]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen