Halsschmerzen: Häufige Fragen

Was tun gegen Halsschmerzen und Fieber?

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Was tun gegen Halsschmerzen und Fieber? Vorweg muss gesagt werden, dass es für Halsschmerzen und Fieber verschiedene Ursachen geben kann. Halsschmerzen treten bei vielen Infekten im Hals-, Nasen- und Ohrenereich auf und deuten auf einen Befall der zarten Rachenschleimhaut mit Erregern hin. Kommt Fieber dazu, so deutet dies auf einen ernst zu nehmenden Infekt hin und es sollte auf jeden Fall eine ärztliche Abklärung durchgeführt werden. Zu den möglichen Ursachen von Halsschmerzen und Fieber zählen: Angina tonsillaris, infektiöse Mononukleose, Entzündungen des Rachens (Pharyngitis), Influenza(Grippe), Entzündungen des Kehlkopfes und viele andere.

Behandlung bei Fieber und Halsschmerzen

Halsschmerzen können durch verschiedene Erregerklassen ausgelöst werden. Dabei kann der Ort der Entzündung des Halses einen Hinweis auf das Krankheitsbild liefern. Häufige Ursachen sind zum Beispiel eine Pharyngitis (Entzündung der Rachenwand) im Rahmen einer Erkältung oder auch eine Angina tonsillaris (Entzündung der Rachenmandeln) beziehungsweise etliche andere, die genaue Abklärung und Diagnose sollte ein Arzt durchführen.

Fieber ist nicht gleich Fieber. Generell muss unterscheiden werden, wie die Körpertemperatur gemessen wurde, da je nach Messmethode starke Schwankungen möglich sind. Genaue Grenzwerte, ab wann von Fieber gesprochen werden, kann gibt es in dem Sinne nicht. Je nach Literatur weichen die Grenzen leicht voneinander ab. Das Standardwerk der internen Medizin [1] erklärt eine orale (über den Mund gemessene) Temperatur von >37.2 als Fieber, am Nachmittag beträgt der Grenzwert schon > 37.7. Denn auch die Körpertemperatur ändert sich im Tagesverlauf um etwa 0.5 Grad. Auch in der zweiten Zyklushälfte der Frau steigt die Körpertemperatur zum Beispiel an. Aus der kurzen Exkursion wird ersichtlich, dass es wichtig ist, die Temperatur immer auf die gleiche Art zu messen, um Vergleiche ziehen zu können. Generell kann gesagt werden, dass eine oral gemessene Temperatur von > 38.5 als ernst zu nehmend betrachtet werden kann und daher unbedingt einem Arzt zugeführt werden sollte. Ist es sinnvoll Fieber immer zu senken? Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Erregerbestandteile. Stellt der Körper fest, dass sich Erreger im System befinden, so wird die Zieltemperatur im Gehirn, ähnlich einem Thermostat nach oben verstellt. Nun erzeugt der Körper Wärme, um die Forderungen des inneren Thermostates zu genügen. Die erhöhte Körpertemperatur hilft die Fortpflanzung der Erreger einzudämmen und ist daher nützlich. Allerdings kann Fieber bestimmte Personengruppen einem zu starken Stress aussetzen (z. B. Herzkranke Patienten), daher kann es sinnvoll sein, das Fieber zu senken.

Treten Fieber und Halsschmerzen in Kombination auf, so sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Es werden hier nur häufige Ursachen genannt und keinesfalls eine erschöpfende Aufzählung.

Häufige Ursachen für Fieber und Halsschmerzen:

  • Angina tonsillaris: Ein bakterieller Infekt, der seinen Ausgangspunkt von den Rachenmandeln nimmt.
  • Erkältung: Hier kommt es typischerweise zu Schnupfen, Husten, Kopfschmerz, Halsschmerzen und leichtem Fieber. Erreger sind meist Rhino-, Adeno- oder Coronaviren.
  • Influenza (Grippe): Es handelt sich um eine schwere Erkrankung, ausgelöst durch Influenzaviren. Es treten hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, Muskel und Gelenksschmerzen und ein starkes Schwächegefühl auf.
  • Pharyngitis: Eine Entzündung der Rachenwand, meist durch Rhino-, Adeno- oder Coronaviren ausgelöst. Fieber ist nicht unbedingt eine typische Begleitreaktion, kann aber vorkommen. Auch bei einer Infektion des durch Viren geschädigten Gewebes (Superinfektion), kann es zusätzlich zu Fieber kommen.

Allgemeine Maßnahmen

Generell sollte, egal welche Ursache vorliegt, nach ärztlicher Abklärung, Bettruhe eingehalten werden. Dies unterstützt den Körper bei der Genesung.

Zusätzlich ist es wichtig, bei Infektionen ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, da dies einerseits helfen kann, Symptome zu lindern (bessere Lösbarkeit von Schleim), auf der anderen Seite kann es auch vorkommen, dass der Körper gerade beim Abfiebern einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf hat.

Allgemeine Hygienemaßnahmen wie Taschentücher zu entsorgen, die Hände zu waschen und beim Niesen die Nase vorzuhalten, helfen die Ansteckung von Mitmenschen zu vermeiden.

Hausmittel/Anwendungen

Im Folgenden werden einige Hausmittel vorgestellt, die bei gewissen Indikationen möglicherweise eine helfende Wirkung entfalten können.

Geeignete Hausmittel bei Halsschmerzen und Fieber

Topfenwickel:

  • Indikation: Topfenwickel sind besonders geeignet bei entzündlichen Prozessen im Halsbereich, die zu Halsschmerzen führen. Eine besonders bekannte Anwendung ist die Linderung der Halsschmerzen im Rahmen einer Angina tonsillaris.[2]
  • Wirkungsweise des Hausmittels: Topfen enthält Kasein als Inhaltsstoff. Kasein soll einen modulierenden Prozess auf Entzündungsvorgänge haben und so helfen, die Entzündung zu bremsen. Da der Topfen zusätzlich kalt ist, hat dieser eine angenehm kühlende Wirkung.
  • Anwendung des Hausmittels: Topfen wird am besten in ein Tuch eingewickelt und dann auf die schmerzende Stelle gelegt. Die Anwendung erfolgt so lange, bis der Topfen warm und bröckelig wird.
  • Nebenwirkungen: Es sind keine wirklichen Nebenwirkungen bekannt. Sollte es zu einer Reaktion der Haut kommen, so ist die Anwendung des Topfens zu beenden und in Zukunft zu unterlassen.

Wadenwickel

  • Indikation: Wadenwickel kommen zum Einsatz, um Fieber zu senken. Dabei sollte immer abgewogen werden, ob ein Senken des Fiebers wirklich sinnvoll ist. Auf jeden Fall sollte hier eine ärztliche Meinung eingeholt werden.
  • Wirkungsweise des Hausmittels: Wadenwickel entziehen dem Körper die überschüssige Wärme, dadurch sollen sie das Fieber senken. Allerdings ist das Thermostat noch immer auf die höhere Soll – Temperatur eingestellt, daher kann es passieren, dass der Körper wieder versucht Wärme zu produzieren. Dies macht sich dann durch erneutes Anfiebern mit Zittern und Kältegefühl bemerkbar. Dies ist bei einer medikamentösen Senkung des Fiebers nicht der Fall.
  • Anwendung: Wadenwickel sollten nicht zu kalt sein, um keine Erfrierungen zu verursachen. Ideal sind Handtücher mit einer Temperatur, welche sich 5 Grad unter der Körpertemperatur des Fiebernden befindet. Die Handtücher müssen regelmäßig gewechselt werden, da sie die entzogene Wärme aufnehmen und sich erwärmen. Die Handtücher werden beidseits von Ferse bis zur Kniekehle aufgelegt und sollten alle 10 Minuten gewechselt werden; die gesamte Anwendung sollte 30 – 40 Minuten dauern. Keinesfalls sollten Wadenwickel angewendet werden, wenn der Patient aktiv anfiebert, was sich durch Zittern und ein Kältegefühl bemerkbar macht. Auch sollten Wadenwickel nicht verwendet werden, wenn der Körper des Patienten kalt ist.[3][4]
  • Nebenwirkungen: Auskühlung des Patienten. Bei Verwendung von Ölen oder Essig kann es zu allergischen Hautreaktionen auf die Inhaltsstoffe kommen.

Medikamente

Geeignete Wirkstoffe bei Halsschmerz und Fieber:

Acetylsalicylsäure

  • Ist bei Fieber und Halsschmerzen geeignet
  • Anwendung: Die genauen Anweisungen für Anwendung und Dosierung sollten der Packungsbeilage entnommen werden oder auch Arzt oder Apotheker bieten hier gerne Hilfestellungen an.
  • Wirkungsweise: Acetylsalicylsäure hemmt ein Enzym, welches für die Produktion von Entzündungsbotenstoffen wichtig ist. Daher wirkt Acetylsalicylsäure (ASS) entzündungshemmend. Zusätzlich sind genau diese Botenstoffe auch daran beteiligt, dass der interne Temperaturregler im Rahmen einer Infektion verstellt wird. Daher wirkt ASS auch fiebersenkend. Auch sind die Botenstoffe bei der Schmerzwahrnehmung, Auslösung und Weiterleitung beteiligt, was dazu führt, dass ASS eine schmerzhemmende Wirkung hat. Leider sind die Botenstoffe auch im Rahmen der Blutgerinnung wichtig, was dazu führt, dass ASS eine blutungsfördernde Wirkung hat. Zusätzlich gesellen sich noch andere Nebenwirkungen, da diese Botenstoffe in anderen Organsystemen wie Niere, Magen und Darm wichtige Funktionen innehaben.
  • Nebenwirkungen: Es kann zu Geschwüren in Magen und Darm kommen. Übelkeit, Erbrechen und bei hoher Dosis auch Kopfschmerz, Schwindel und Ohrensausen sind möglich. Eine Überdosierung kann auch lebensbedrohlich verlaufen. Die Blutungsneigung ist erhöht und es kann zu Funktionsbeeinträchtigungen der Nieren kommen. Die Einnahme in der Schwangerschaft (speziell letztes Drittel), kann potentiell schädigend für das Kind sein. Die Einnahme bei fieberhaften viralen Infektionen kann bei Kindern tödlich verlaufen. Es kann Asthmaanfälle und Atembeschwerden auslösen.[5]
  • Wechselwirkungen: Bestehen mit blutverdünnenden Medikamenten, anderen Schmerzmitteln aus der Klasse der nicht steroidalen Antirheumatika, Kortisonpräparaten, Blutdrucksenkern (ACE – Hemmer), Methotrexat und anderen. Bei Einnahme von Dauermedikation empfiehlt es sich, den Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen.[5]
  • Wirkstoffe mit Acetylsalicylsäure: Aspirin, Thomapyrin, Eudorlin, ASS – Ratiopharm

Zu beachten

Fieber und Halsschmerzen können, wie schon beleuchtet, eine große Anzahl an Ursachen haben. Daher wird dringen empfohlen, eine Abklärung durch einen Arzt anzustreben.

Eine körperliche Schonung ist in jedem Fall sinnvoll und hilft der Genesung, über die Einnahme von Medikamenten sollte prinzipiell der behandelnde Arzt entscheiden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen