Halsschmerzen: Häufige Fragen

Halsschmerzen u. Lymphknoten geschwollen – Was tun?

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Halsschmerzen und Schwellung der Halslymphknoten treten häufig miteinander auf. Lymphgefäße sammeln das Wasser, welches sich zwischen den Zellen befindet auf und führen es in den Körper zurück. Um dieses Wasser auf Erreger zu prüfen, befinden sich Filterstationen in den Lymphbahnen, die sogenannten Lymphknoten. Diese sind reich an Abwehrzellen und dienen der Erkennung und Bekämpfung von Erregern. Die Lymphknoten beginnen anzuschwellen, weil Erreger durch diese wandern und die Immunzellen, welche in den Lymphknoten angesiedelt sind, eine Abwehrreaktion starten. Halsschmerzen entstehen durch das Wirken eines Erregers in den Schleimhäuten oder anderen Strukturen im Hals wie die Gaumenmandeln. Häufige Ursachen für Halsschmerzen und Lymphknotenschwellungen sind: Angina tonsillaris, Seitenstrangangina, Entzündung des Rachens, Pfeiffersches Drüsenfieber, Infekte der oberen Atemwege.[1]

Was tun bei Halsschmerzen und Lymphknotenschwellung? Der folgende Artikel beschreibt mögliche Ursachen für Halsschmerzen und Lymphknotenschwellung genauer und zeigt auch einige Möglichkeiten auf, die Krankheitszeichen zu lindern bzw zu bekämpfen. Keinesfalls ersetzt der Artikel allerdings einen Besuch bei einem Arzt.

Ursachen von Halsschmerzen und Lymphknotenschwellung

Angina tonsillaris (Mandelentzündung): Hier befallen bakterielle Erreger die Gaumenmandeln und führen dort zu einer starken Entzündung. Bei den Erregern handelt es sich um beta–haemolysierende Streptokokken, Pneumokokken oder Haemophilus.[2] Gerade die Streptokokken können später Folgeerkrankungen verursachen, daher sollte bei diesem Krankheitsbild unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Zu den Symptomen gehören: Fieber, Krankheitsgefühl, starke Halsschmerzen, welche meist in das angrenzende Ohr ausstrahlen, Schluckbeschwerden, schmerzhafte Schwellung der Halslymphknoten. Unbehandelt kann es zu einem Abszess, also einer akuten Eiterung der Strukturen um die Gaumenmandeln kommen, da sich der Prozess auch weiter in die Halsregion ausbreiten kann; dieses Zustandsbild ist lebensgefährlich.[3]

Seitenstrangangina: Bei dieser Erkrankung befallen Bakterien die lymphatischen Seitenstränge im Rachen und führen zu deren Entzündung. Diese Erkrankung setzt sich oft auf eine meist durch Viren verursachte Entzündung des Rachens auf (Superinfektion), kann aber auch spontan auftreten. Es kommt zu Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schwellung der Halslymphknoten und allgemeines Krankheitsgefühl. Auch diese Erkrankung sollte durch einen Arzt abgeklärt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden, um Komplikationen zu verhinden.[2]

Entzündung des Rachens (Pharyngitis): Diese tritt entweder im Rahmen einer Erkältung oder auch isoliert auf und wird meist durchViren (Rhino-, Adeno-, Corona-, Influenza- oder Parainfluenzaviren)[2] verursacht. Es kommt zu einer Rötung des Rachens, Schmerzen und Schluckbeschwerden. Da es sich meist um einen viralen Infekt handelt, sind Fieber und Lymphknotenschwellung gering bis gar nicht ausgeprägt, können im Einzelfall aber vorkommen[3]. Eine mögliche Komplikation dieser Erkrankung ist eine bakterielle Superinfektion, wie bereits oben beschrieben.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Infektion mit einem Virus, dem Eppstein–Barr–Virus. Die Übertragung findet über Sekrete und Körperflüssigkeiten, meist dem Speichel, aber auch über das Blut statt. Nach einer durchgemachten Infektion bleibt eine lebenslange Immunität, weshalb die meisten Menschen kein zweites Mal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkranken. Die Krankheitszeichen sind vielseitig: Fieber, Schwellung von Lymphknoten, Halsschmerzen, Husten, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Krankheitsgefühl, Schwellung von Leber und Milz, Belag auf den Mandeln. Die Krankheit heilt von selber nach 2 – 4 Wochen aus. Schwere Verläufe sind eher selten, können aber vorkommen[3].

Infekte der oberen Atemwege: Diese werden meist durch verschiedene Viren verursacht und können dann auch absteigen und Halsschmerzen verursachen. Bei den Erregern handelt es sich wieder meist um Rhino-, Adeno-, Corona-, Influenza oder Parainfluenzaviren. Die Infekte gehen daher meist auch mit Husten, Schnupfen, Unwohlsein, Temperaturerhöhung, Heiserkeit und Halsschmerzen einher. Die Erkrankung ist meist selbstlimitierend und dauert 7-9 Tage.

Behandlung von Halsschmerzen und Lymphknotenschwellung

Angina tonsillaris: Hausmittel gegen die Schmerzen bei einer Angina stellen Topfenwickel und das Trinken von Kräutertees dar.Medikamente, die bei einer Angina gegen die Halsschmerzen und das Fieber eingesetzt werden, sind nicht – steroidale Antirheumatika. Diese Wirkstoffklasse umfasst viele verschiedene Medikamente. Das Bekannteste ist Aspirin. Die Wirkstoffe hemmen Entzündungsvorgänge und dämpfen damit auch Schmerzen. Wirksam gegen den bakteriellen Infekt sind aber nur Antibiotika, diese dürfen aber nicht in Eigenregie eingenommen werden, sondern die Einnahme sollte stets von einem Arzt verordnet werden. Daher sollte bei diesem Krankheitsbild unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Seitenstrangangina: Auch hier können als schnelle erste Hilfe gegen die Halsschmerzen Topfenwickel und das Trinken von Kräutertees versucht werden.Auch bei einer Seitenstrangangina können gegen Schmerzen und Fieber, nicht–steroidale Antirheumatica eingenommen werden, allerdings hilft auch hier gegen die Bakterien nur ein Antibiotikum. Daher empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, damit dieser eine Diagnose stellen und Therapie einleiten kann.

Pharyngitis: Hausmittel gegen Halsschmerzen und das meist unangenehme Kratzen im Hals sind: Kräuterlutschbonbons, Kräutertees und bei stärkeren Schmerzen auch Topfenwickel.Medikamentös helfen gegen die Halsschmerzen vor allem verschiedene Gurgellösungen. Wird durch diese keine ausreichende Wirkung erzielt, können auch nicht–steroidale Antirheumatica angewendet werden, allerdings haben diese meist wesentlich mehr Nebenwirkungen als die Gurgellösungen. Antibiotika helfen bei diesem, meist durch Viren ausgelösten Krankheitsbild nicht. Die Entscheidung über eine Einnahme von Antibiotika sollte ein Arzt treffen.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Als Hausmittel gegen das Fieber können Wadenwickel angewendet werden. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig, daher ist das Trinken von Kräutertees kein Nachteil und kann auch ein bei möglichen Halsschmerzen helfen.Eine spezifische Therapie gegen das Eppstein–Barr–Virus existiert nicht, daher hilft hier nur die Heilung abzuwarten. Treten hohes Fieber und Schmerzen auf, können nicht–steroidale Antirheumatika eingenommen werden. Bei diesem Krankheitsbild empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Antibiotika sollten nicht eingenommen werden, da bestimmte Klassen von Antibiotika hier sogar zu einem starken Hautausschlag führen können.Wichtig ist es, sich bei diesem Krankheitsbild ausreichend zu schonen, da der Körper seine Energie für die Bewältigung des Infektes benötigt. Die Erkrankung kann dann auch zu einer Schwellung der Milz führen. Dadurch kann es zu einem Riss der Milz kommen, wenn die körperliche Schonung nicht befolgt wird. Ein Milzriss führt zu einem starken Blutverlust und ist daher lebensbedrohlich.[2]

Infekte der oberen Atemwege: Wie bereits erwähnt, werden diese durch verschiedene Viren verursacht, daher gibt es hier keine spezifische Therapie. Körperliche Schonung und ausreichend Zeit führt zu einer Abheilung der Infektionen. Gegen einzelne Krankheitszeichen können Hausmittel wie Kräutertees, Topfenwickel, Lutschbonbons und andere helfen. Medikamentös können auch hier wieder bei starken Schmerzen, nicht–steroidale Antirheumatika versucht werden.

Zu beachten

Erkrankungen der oberen Atemwege sind häufig und führen nicht selten zu Halsschmerzen. Daher stellt sich die Frage, wann ein Arzt aufgesucht werden sollte und wann nicht. Generell kann gesagt werden, dass bei hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, starken Schmerzen, schmerzhaften Schwellungen der Lymphnkoten und Dauer über eine Woche ein Arzt aufgesucht werden sollte, um eine Diagnostik durchzuführen. Um die Ansteckung von weiteren Personengruppen zu verhindern, sollten einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, das Handvorhalten beim Niesen und Husten sowie das Entsorgen von Taschentüchern. Die körperliche Schonung befolgt zwei Strategien: Zum einen bleiben dem Körper mehr Ressourcen, um die Erkrankung zu bekämpfen, zum anderen wird der Kontakt mit Mitmenschen (z. B. bei Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln) verringert und damit die Chance einer weiteren Übertragung begrenzt.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen