Halsschmerzen: Häufige Fragen

Schmerzmittel gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Jean-Paul CHASSENET

Schmerzmittel (Analgetika) werden sehr häufig zur symptomatischen Therapie vonHalsschmerzen verordnet, einem unangenehmen Symptom bei viralen oder bakteriellen Infekten des oberen Respirationstraktes.

In die Gruppe der Schmerzmittel fallen eine Reihe verschiedenster Wirkstoffe, welche durch unterschiedliche Mechanismen zur Schmerzlinderung führen. Bei Halsschmerzen werden vorwiegend Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin sowie Mucoangin zur Therapie empfohlen. Zwar sind all diese Präparat rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten, trotzdem sollte sorgsam auf Wechselwirkungen und unerwünschte Wirkungen Acht gegeben werden.

In diesem Text sollen die oben genannten vier Substanzen näher erläutert werden.

Medizinische Fakten

Ibuprofen: Ibuprofen gehört zur Medikamentenklasse der Nicht- steroidalen Antirheumatika (NSAR; Cortison- freie Schmerzmittel) und besitzt antientzündliche, schmerzlindernde sowie fiebersenkende Wirkungen.[1]

Die Wirkung von Ibuprofen bei Halsschmerzen konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. Generell kann durch Einzelgaben für mehrere Stunden eine Symptombesserung erzielt werden, bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit im Vergleich zu anderen Substanzen wie etwa Aspirin.[2]

Ibuprofen kann auch bei Kindern zur symptomatischen Therapie angewandt werden, jedoch hat sich gezeigt, dass die Wirkung geringer ist als bei Erwachsenen.[3]

Paracetamol: Paracetamol gehört zur Gruppe der Opiod-Analgetika (opiumhaltige Schmerzmittel) und hat eine schmerzlindernde sowie fiebersenkende Wirkung.

Gleich wie für Ibuprofen konnte auch für Paracetamol die Wirksamkeit bei Halsschmerzen nachgewiesen werden, wodurch es sich gut zur schmerzlindernden Therapie verwenden lässt. Eine Tablette Paracetamol kann die Symptome für mehrere Stunden lindern, bei gleichzeitig geringen Nebenwirkungen. Auch wie Ibuprofen kann man Paracetamol Kindern verabreichen. [4]

Aspirin: Dem allseits bekannten Schmerzmedikament Aspirin liegt der WirkstoffAcetylsalicylsäure (ASS) zugrunde, welcher sich durch eine antientzündliche, fiebersenkende, schmerzlindernde sowie blutverdünnende Wirkung auszeichnet.[1]

Aspirin lindert zwar die Symptome bei Halsschmerzen, jedoch ist die Verträglichkeit im Vergleich zu Ibuprofen und Paracetamol deutlich geringer. Dadurch ist es keinesfalls das Mittel 1. Wahl bei Halsschmerzen.

Bei Kindern unter 15 Jahren sollte auf den Gebrauch von Aspirin aufgrund des seltenen Reye-Syndroms (einer schweren Leber- und Gehirnstörung) unbedingt verzichtet werden! [2]

Wichtig ist es, dass Personen mit bereits vorhandener blutverdünnender Medikation (z.B. mit Phenprocoumon oder Clopidogrel) vor Einnahme von Aspirin (wie auch Ibuprofen) Kontakt mit ihrem Arzt aufnehmen! Die kombinierte Therapie birgt die Gefahr einer stark erhöhten Blutungsneigung.

Mucoangin: Hinter dem Handelsnamen Mucoangin versteckt sich der Wirkstoff Ambroxol, welcher aus der Medikamentenfamilie der Expektorantien (Schleimlöser) kommt.

Die schmerzlindernde Wirkung von Mucoangin bei Halsschmerzen konnte mehrfach nachgewiesen werden, besonders bei lokal begrenzten Symptomen. Die Wirkung setzt nach etwa einer halben Stunde für mindestens drei Stunden ein und zeigt eine sehr gute Verträglichkeit.[5] 

Wirkungsweise bei Halsschmerzen

Ibuprofen: Wie alle NSARs wirkt Ibuprofen über die Hemmung von zwei zentralen Enzymen der Schmerzentstehung, der sogenannten COX 1 und COX 2. Diese Enzyme führen zur Produktion von Prostaglandinen, speziellen Gewebshormonen, welche in der Entwicklung von Schmerz und Entzündung im gesamten Körper eine maßgebende Rolle spielen. Durch die Hemmung dieser Enzyme kommt es zur Schmerz- und Entzündungslinderung.

Da COX 1 auch in Blutplättchen (Thrombozyten) sowie der Magenschleimhaut vorkommt, resultieren gewisse Nebenwirkungen. [1]

Paracetamol: Ähnlich wie Ibuprofen hemmt Paracetamol selektiv das Enzym COX 2, wodurch es zur schmerzlindernden Wirkung kommt. Paracetamol wird in der Leber abgebaut, wobei gefährliche Zwischenprodukte entstehen, welche in zu großer Menge (infolge zu hoher Dosierung von Paracetamol) zu schlimmen Nebenwirkungen führen können.[4]

Aspirin: Auch dieses Medikament wirkt über eine Hemmung der COX 1 und 2, im Vergleich zu den zwei zuvor beschriebenen Stoffen tut dies Aspirin jedochirreversibel (nicht mehr umkehrbar).

Die Wirkung von Aspirin ist dosisabhängig: In geringen Dosen wird die COX 1 der Blutplättchen gehemmt, mit der Folge einer mehrtägigen blutverdünnenden Wirkung. Höher dosiert wirkt Aspirin als Schmerzmedikament.

Irreversible Hemmung bedeutet, dass die COX so lange funktionslos sind, wie sie im Körper bestehen. Während die meisten schmerzempfindlichen Zellen einfach neue COX-Enzyme produzieren können und dadurch dem irreversiblen Effekt von Aspirin ausweichen, ist dies bei Blutplättchen nicht möglich – sie sind für mehrere Tage gehemmt. Die blutverdünnende Wirkung ist somit länger vorhanden! [1]

Mukoangin: Die Wirkungsweise der Expektorantien im Allgemeinen richtet sich gegen eine vermehrte Schleimproduktion im Hals- und Rachenraum. Durch Schleimverflüssigung und verbesserten Schleimabtransport wird dieSelbstreinigung im Atemtrakt verbessert.[6]

Ambroxol ist zusätzlich als Lokalanästhetikum wirksam: Es betäubt die sensiblen Schmerzfasern im Hals-und Rachenraum, wodurch eine Schmerzweiterleitung verhindert werden kann.[7]

Anwendung & Dosierung bei Halsschmerzen

Ibuprofen (200-400 mg) sowie Paracetamol (500-1000 mg) können bis zu drei mal täglich als Tablette eingenommen werden.[8] Die Dosierung von Paracetamol beiKindern sollte unbedingt beachtet werden: Die Erwachsenendosis (1g) kann bei Kleinkindern tödlich sein![9]

Mucoangin gibt es in Form von Lutschtabletten, welche von Erwachsenen und Kindern über zwölf Jahren bis zu sechsmal täglich eingenommen werden können. Eine Tablette enthält etwa 20 mg Ambroxol.[10] Aspirin kann von Erwachsenen mehrmals täglich eingenommen werden, eine maximale Dosis von 3 g sollte jedoch eingehalten werden! [1]

Diese Angaben können jedoch keinesfalls die Dosierungsanweisungen durch einen Arzt ersetzten.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Bei Aspirin und Ibuprofen sind besonders Nebenwirkungen im Magen- Darm-Trakt zu erwarten (z.B. Gastritis, Magengeschwüre). Zusätzlich zeigt sich eine erhöhte Blutungsneigung. Paracetamol hat aufgrund seiner gefährlichen Abbauprodukte schädliche Nebenwirkungen auf Leber und Nieren. Vor allem bei Kombination mitAlkohol oder Koffein kann es zu gefährlichen Paracetamol-Vergiftung kommen![4]

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Paracetamol sollte dringend bei Leber- und Nierenerkrankungen vermieden werden. Eine Kombination von Ibuproben, Aspirin und Paracetamol mit Alkohol ist verboten (bei Paracetamol absolut)!


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen