Halsschmerzen: Häufige Fragen

Was hilft gegen Halsschmerzen u. Schnupfen?

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Schnupfen bekommen die meisten Menschen mehrmals im Jahr und meist in den kühleren Jahreszeiten. Denn die Kälte mindert die Abwehrkräfte der Nasenschleimhaut und erleichtert es den Erregern, meist Viren diese zu befallen. Die Erreger breiten sich aus und befallen neben der Nasenschleimhaut auch noch den Rachen, es entsteht eine Entzündung der Rachenschleimhaut oder auch Pharyngitis. Daher sind Husten und Halsschmerzen zwei Krankheitszeichen, die nicht selten zusammen auftreten. Der Folgende Artikel stellt einige Mittel vor, die bei der Linderung Schnupfen und Halsweh helfen können.

Behandlung bei Schnupfen und Halsschmerzen

Was hilft nun wirklich gegen Husten und Halsschmerzen? Bei den Erregern handelt es sich meistens um Rhino-, Adeno-, Corona- oder Parainfluenza bzw. Influenzaviren. Diese Stämme zirkulieren besonders in der kalten Jahreszeit. Gegen die meisten Viren gibt es kein spezifisches Heilmittel, dies ist dadurch bedingt, dass Viren einen sehr einfachen Stoffwechsel mit wenigen Angriffspunkten haben. Bakterien haben im Vergleich einen wesentlich komplexeren Aufbau und sind daher leichter mit Medikamenten zu bekämpfen. Über den Einsatz von Antibiotika sollte immer ein Arzt entscheiden, da ein unüberlegter Einsatz dazu führen kann, dass Bakterien eine Resistenz gegen das Antibiotikum entwickeln und dieses beim nächsten Einsatz keinen Effekt mehr zeigt. Daher sollte ein Einsatz von Antibiotika bei viralen Effekten vermieden werden.

Befallen die Viren die Schleimhaut der Atemwege, so kommt es zu einer Abwehrreaktion mit Entzündung. Die Entzündung ist vor allem für die Schmerzen verantwortlich. Typischerweise beginnt eine Erkältung mit Müdigkeit, Erschöpftheitsgefühl, Kopfschmerzen und einem Kratzen im Hals. Fieber ist nicht besonders typisch, eine erhöhte Temperatur kann aber vorhanden sein. Danach beginnt die Nase zu laufen und die Schleimhäute schwellen an, zusätzlich kann es durch die Reizung der Atemwegsschleimhaut zu einem Kratzen im Hals mit resultierendem trockenem Reizhusten kommen. Bei starkem Schnäuzen, aber auch ohne weiteres Zutun, kann sich der Infekt auch in die Nasennebenhöhlen ausbreiten. Typisch sind dann neben den Krankheitszeichen des Schnupfens auch noch Schmerzen, welche über die Nebenhöhlen ausstrahlen und meist als dumpf beschrieben werden. Ist die Stirnhöhle betroffen, so tritt der Schmerz auch gerne beim Bücken auf. Normalerweise dauert eine Erkältung 7 – 9 Tage, wenn sich der Prozess auf die Nebenhöhlen ausbreitet, kann es auch 10 – 14 Tage dauern, bis die Symptome abklingen. Auch eine Superinfektion mit Bakterien kann den Krankheitsverlauf verlängern. Bei einer Superinfektion ergreifen Bakterien die Chance, die durch den viralen Infekt geschwächten Schleimhäute zu attackieren und sich dort anzusiedeln. Bakterielle Infekte breiten sich besonders gerne in die Nebenhöhlen und in die unteren Atemwege aus.

Wann sollte bei einer Erkältung ein Arzt aufgesucht werden? Prinzipiell, wenn die Erkältung länger als eine Woche dauert. Auch wenn es zu hohem Fieber kommt, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen. Eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes und ein starkes Krankheitsgefühl sollten auch von einem Arzt abgeklärt werden, da sich dann auch eine Grippe hinter den Symptomen verstecken kann.

Allgemeine Maßnahmen

Die besten Maßnahmen gegen Erkältung sind Ruhe und die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit. Auch empfiehlt es sich zu verhindern, dass weitere Menschen angesteckt werden. Das Risiko einer weiteren Verbreitung kann durch einfache Maßnahmen wie das Vorhalten der Hand bei Niesen und Husten bzw. das Entsorgen von Taschentüchern oder Händewaschen eingedämmt werden.

Hausmittel gegen Schnupfen und Halsschmerzen

Anwendung von wärmendem Rotlicht

  • Hat eine mögliche Wirkung bei starkem Schnupfen und Beteiligung der Nebenhöhlen.
  • Anwendung: Das wärmende Rotlicht sollte für 10 – 15 Minuten 2 – 3x täglich angewendet werden.
  • Wirkungsweise: Die Wärme soll helfen, die Schwellungen zu reduzieren und die Verbreitung der Erreger einzudämmen. Auch eine mobilisierende Wirkung auf Sekrete soll vorhanden sein.
  • Nebenwirkungen: Das Rotlicht kann zu Verletzungen der Augen führen, auch kann bei zu geringem Abstand eine Verletzung durch die Wärme resultieren. Daher ist es wichtig, besonders die Augen zu schützen.

Halswickel mit Topfen

  • Halswickel mit Topfen haben eine kühlende und angeblich abschwellende Wirkung bei Halsschmerzen.
  • Anwendung: Der Topfen sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, am besten ist es, diesen auf Zimmertemperatur zu erwärmen. Den Topfen auf ein Tuch aufbringen und nach Einschlagen für 15 – 20 Minuten um den Hals wickeln. Die Anwendung kann 2-3x täglich erfolgen.
  • Wirkungsweise: Es wird spekuliert, dass die Milchsäure im Topfen eine entzündungshemmende Wirkung hat und so bei der Linderung der Halsschmerzen eine Rolle spielt. Zudem scheint der kühlende Effekt des Topfens auch angenehm zu sein.
  • Nebenwirkungen: Wenn der Topfen als unangenehm empfunden wird, sollte dieser entfernt werden.

Medikamente gegen Schnupfen und Halsschmerzen

Oxymethazolin

Anwendung: Oxymethazolin wird meist als Spray in die Nase eingebracht, er sollte dabei aber nicht zu oft verwendet werden. Um keine Schäden an der empfindlichen Nasenschleimhaut zu verursachen, sollte die Dosierungsanweisung der Packungsbeilage bzw. des Arztes oder Apothekers befolgt werden.

Wirkungen: Oxymethazolin verengt die Gefäße in der Nasenschleimhaut und wirkt dadurch abschwellend. Nach Applikation ist das freie Durchatmen wieder möglich. Auch die Sekretion der Schleimhaut wird vermindert, die Nase läuft nicht mehr so stark.

Nebenwirkungen: Ein Gebrauch von über 7 Tagen kann zum Austrocken und Absterben der Nasenschleimhaut führen. Auch ein so genannter Privinismus kann eintreten, wobei es paradoxerweise zu einer vermehrten Füllung der Gefäße der Nasenschleimhaut kommt und damit zu einem durch Medikamenten verursachten Schnupfen mit Verstopfung der Nase. Dies führt dann oft zu einem Teufelskreis, bei dem der Anwender immer höhere Dosen des Sprays verwendet, um eine Abschwellung zu bewirken, was dann im Endeffekt alles noch mehr verschlimmert. Auch kann es durch Aufnahme in das Gefäßsystem zu Herzklopfen, Anstieg der Herzfrequenz und Blutdruckanstieg kommen. Auch Störungen des Schlafes und Unruhe sind mögliche Nebenwirkungen. Auch kommt es oft nach Abklingen des Effektes zu einem stärkeren Anschwellen der Nasenschleimhaut. Sehr selten wurden Krämpfe und allergische Reaktionen beobachtet.

Wechselwirkungen: Bestehen mit bestimmten Antidepressiva und Mitteln, welche auf den Blutdruck wirken. Sollten Medikamente regelmäßig eingenommen werden, kann der verschreibende Arzt sicher Auskunft über die Verträglichkeit geben.

Kontraindikationen: Bestehen bei bestimmten Krankheiten der Nasenschleimhaut. Auch sollte das Medikament bei bekannter Überempfindlichkeit nicht eingenommen werden. Die Einnahme in der Schwangerschaft wurde nicht ausreichend untersucht und sollte daher mit einem Arzt abgesprochen werden. Auch Erkrankungen, die zu einer Steigerung des Augendruckes führen, können durch den Spray verschlechtert werden. Laut Beobachtungen sollte die Anwendung bei Kleinkindern und Säuglingen unterlassen werden.

Präparate mit dem Wirkstoff: Nasivin, Wick Sinex

Benzydamin

Wirkung: Benzydamin wirkt betäubend auf die gereizte Schleimhaut und mindert damit die Schmerzen. Außerdem scheint es eine entzündungshemmende Wirkung zu haben.

Nebenwirkungen: Zu den Nebenwirkungen von Benzydamin gehören: Empfindlichkeit gegenüber Licht, Flüssigkeitsansammlungen in Gesicht, Lippen oder Lidern. Häufigere Nebenwirkungen umfassen eine Trockenheit im Rachenraum und allergische Reaktionen der Haut und Schleimhaut. Selten kann ein gefährlicher Krampf der Stimmbänder auftreten.

Wechselwirkungen: Es wurde bei der Zulassung nicht auf Wechselwirkungen geprüft.

Kontraindikationen: Das Präparat sollte nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff besteht.

Medikamente mit dem Wirkstoff: Tantum – Verde Gurgellösung oder Pastillen

Hinweise zur Einnahme: Bei Einnahme von Pastillen kann es bei zu hoher Dosis schnell zu Durchfall kommen, daher sollte unbedingt die Einnahmeempfehlung der Packungsbeilage befolgt werden.

Zu beachten

Schnupfen und Halsschmerzen treten häufig im Rahmen eines viralen Infektes der oberen Atemwege auf und klingen dann durchschnittlich nach einer Woche von selbst wieder ab. Die oben genannten Mittel können die Ursache nicht beheben, sondern zielen nur auf eine Minderung der Symptome ab. Besteht eine Verschlechterung der Krankheit, hohes Fieber oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen