Halsschmerzen: Häufige Fragen

Halsschmerzen ohne Mandeln – Was tun?

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Gerade bei Personen ohne Mandeln treten häufig Halsschmerzen als Symptom für eine Seitenstrangangina oder Rachenentzündung auf. Das ist darauf zurückzuführen, dass bei ihnen die schützende Funktion der Mandeln nicht mehr vorhanden ist. In der Regel heilen die Infekte von selbst nach einigen Tagen aus. Während der Erkrankung ist es für die Betroffenen jedoch meist angenehmer, die Halsschmerzen zu lindern. Was tun gegen die Halsschmerzen? Um die Beantwortung dieser Frage geht es im Weiteren.

Behandlung bei Halsschmerzen ohne Mandeln

Die Ursache der Halsschmerzen sind in den meisten Fällen Entzündungen in den Atemwegen und der Speiseröhre. Diese werden in der Regel durch Infekte hervorgerufen. Daher ist es allgemein erst einmal wichtig, den Infekt auszukurieren. Aber es gibt auch gezielte Hausmittel und Medikamente, die zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden können.

Allgemeine Maßnahmen

Bei Infekten ist es in der Regel ratsam, zunächst einmal dem Körper die Ruhe zu gönnen, die er braucht. Bettruhe, kein Sport und möglichst keine Arbeit sind im Falle einer Erkrankung immer empfehlenswert, damit der Körper alle Energie auf die Bekämpfung des Infektes verwenden kann. Zudem sollte bei Atemwegserkrankungen genügend getrunken werden, vorzugsweise Tee und Wasser. Das befeuchtet die Schleimhäute und beruhigt diese, es führt zu einer Blutverdünnung, damit zu einer besseren Durchblutung und es werden Erreger leichter aus dem Körper gespült.

Hausmittel/ Anwendung

Bei entzündungsbedingten Schmerzen gibt es verschiedene Hausmittel, die eine Linderung der Symptomatik bewirken können. Diese wirken meist durch ihre Wärmezufuhr oder reinigenden Effekte.

  • Warme Halswickel können die Schmerzen durch ihre Wärmzufuhr zum Hals lindern. Diese sind einfach zu Hause herzustellen, am besten in Form von Kartoffelwickeln. Dazu werden einfach einige gekochte und zerstampfte Pellkartoffeln in ein Küchentuch gewickelt, dieses um den Hals gelegt und am besten noch mit einem weiteren Tuch oder Schal umhüllt.[1]
  • Salbeibonbons (zuckerfrei) oder Tee haben eine beruhigende Wirkung auf den Hals. Zudem regen die Bonbons die Speichelproduktion an, was die gereizten Schleimhäute befeuchtet.[2] Der Tee führt dem Körper Flüssigkeit und Wärme zu. Beide Mittel sind in der Apotheke erhältlich, der Tee ist aber auch einfach zu Hause herzustellen. Dazu werden acht frische Salbeiblätter mit 0,2 l kochendem Wasser übergossen und anschließend eine Viertelstunde ziehen gelassen. Damit sollte alle 1–2 Stunden gegurgelt werden.[3]

Medikamente/ Anwendung

Sollten die Schmerzen durch die Anwendung der Hausmittel nicht abklingen, kann auch eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Am häufigsten finden hier verschiedene Schmerzmittel Einsatz.

  • Ibuprofen weist neben schmerzlindernden auch fiebersenkende sowie entzündungshemmende Effekte auf, wodurch es sich gut beientzündungsbedingten Schmerzen einsetzen lässt. Bei der Einnahme ist unter anderem zu beachten, dass es nicht zusammen mit anderen Wirkstoffen wie Cortison oder während einer Schwangerschaft sowie vorausgegangenen entzündlichen Magen-Darm-Erkrankung eingenommen werden sollte. Vor der Anwendung bei Kindern sollte mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.[4] Erhältlich ist Ibuprofen in der Apotheke, es ist in einer Vielzahl von Präparaten enthalten (Dolormin compact®, Boxagrippal® oder Ibu 400®).
  • Paracetamol ist ebenfalls ein Schmerzmittel, das allerdings nur eineschmerzlindernde Wirkung aufweist. Dagegen kann es aber auch bei einer bestehenden Schwangerschaft eingesetzt werden. Es sollte nicht mit Medikamenten zur Beeinflussung der Magenentleerung kombiniert werden. Insgesamt ist der Wirkstoff sehr verträglich, in seltenen Fällen können aber Störungen der Blutbildung, allergische Reaktionen, Bauchschmerzen,Übelkeit (Nausea), ein Anstieg der Leberwerte oder eine Verkrampfung der Luftwege mit Luftnot (Dyspnoe) auftreten.[5] Paracetamol ist in der Apotheke als gleichnamiges Präparat zu bekommen.

Zu beachten

Im Normalfall verschwinden die Halsschmerzen nach einigen Tagen ohne Komplikationen von selbst. Sollte auch nach mehr als einer Woche keine Besserung zu verzeichnen sein, ist es ratsam, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Auch bei Schwangeren oder Kindern ist es sicherer, einen Arzt bei einem Infekt hinzuzuziehen. Sollten die Halsschmerzen zusätzlich von Symptomen wie Fieber (Pyrexie) begleitet werden, sollte auf jeden Fall mit einem ArztRücksprache gehalten werden. Bei der Anwendung von Hausmitteln und Medikamenten ist auf Unverträglichkeiten zu achten und ggf. die Anwendung zu unterlassen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen