Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen – Nase hochziehen oder putzen?

© PantherMedia / Lasse Kristensen

Einige Forscher warnen im Zusammenhang mit einem Schnupfen (Rhinitis) davor, Krankheitserreger beim Naseputzen in die Nasennebenhöhlen zu verschleppen. Statt eines trompetenden Schnäuzens wird immer öfter empfohlen, die Nase hochzuziehen.[1][2]

Welche biologischen Prozesse während eines Schupfens ablaufen, was genau passiert, wenn der Betroffene sich für das Nase-Hochziehen oder Putzen entscheidet, und welche Risiken damit verbunden sind, soll im Folgenden umfassend betrachtet werden.

Medizinische Fakten

Bisher galt in der Gesellschaft allgemein die Regel, dass überschüssiges Nasensekret über Schnäuzen in ein Taschentuch entsorgt werden sollte. Diese Regel entspricht der allgemeinen Etikette und ist in den meisten der westlichen Kulturkreisen fest etabliert. Forscher der Universität in Virginia und auch einige deutsche Forscher empfehlen jetzt, überschüssiges Sekret hochzuziehen, anstatt es auszuschnäuzen. Das Hochziehen soll schonender für den Körper sein und mit weniger Risiken einhergehen. Bisher sind Wissenschaftler aus aller Welt aber noch nicht zu einer einheitlichen Meinung und einer klaren Empfehlung gekommen.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Beim Putzen der Nase wird immer nach derselben Methode vorgegangen. Durch das Zuhalten der Nase und den geschlossenen Mund wird in der Nase ein großer Druck aufgebaut. Wird dann der Ausgang über die Nase nach außen freigegeben, entweicht der Druck plötzlich. Dadurch wird auch das Sekret, dass sich in der Nase befindet, nach außen befördert.

Der Druck, der beim Putzen in der Nase entsteht, kann den Druck, der beim Niesen aufgebaut wird, um das Zehnfache übersteigen. Bei jedem Menschen unterscheidet sich der Druck geringfügig, je nach Schnäuztechnik. Der entstehende Druck ist so hoch, dass das Sekret, inklusive der enthaltenen Krankheitserreger, aus der Nase in die Nasennebenhöhlen gepresst werden kann. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume, die diffus um die Nase herum verteilt sind. Sie sind ebenfalls mit Schleimhäuten ausgekleidet und können sich bei Eindringen von Krankheitserregern entzünden(Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis).

Beim Hochziehen wird kein Druck aufgebaut. Die Erreger werden mit dem Sekret in den Rachenbereich befördert. Werden sie weit genug hochgezogen, kann das infektiöse Sekret verschluckt werden. Gelangt es in den Magen, werden die Krankheitserreger durch die Magensäure abgetötet und schließlich ausgeschieden. [4]

Risiken

Die Bedenken, die gegen das Schnäuzen geäußert werden, beziehen sich lediglich auf ein sehr kraftvolles, trompetendes Schnäuzen. Schnäuzen mit leichtem Druck stellt hingegen keine Gefahr dar.

Da das Nase-Hochziehen in der Gesellschaft nicht besonders anerkannt ist, werden folgende Alternativvorschläge für das Naseputzen gegeben.

  • Jeweils nur ein Nasenloch schnäuzen, so dass der Druck über das andere abgebaut werden kann
  • Das Nasensekret nur vorsichtig ausschnäuzen, ohne Druck aufzubauen
  • Die Nase lediglich abputzen
  • Das Nasensekret über dem Waschbecken austropfen lassen[5]

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen