Schnupfen: Im Alltag

Soll man bei Schnupfen nicht schnäuzen?

© PantherMedia / Edyta Guhl

Bisher galt bei Schnupfen (Rhinitis) das Credo, dass das Nasensekret durch Schnäuzen aus der Nase heraus befördert werden soll. Jetzt sind sich Mediziner nicht mehr sicher, ob das wirklich die beste Methode ist. Laut einer Studie der Universität von Virginia sollte bei einem Schnupfen nicht mehr unbedingt geschnäuzt, sondern die Nase hochgezogen werden.[1]

Was beim Schnäutzen passiert und warum Betroffene nicht schnäuzen, statt dessen aber hochziehen sollen, soll im folgenden Text genauer erklärt werden. 

Medizinische Fakten

Bisher galt Schnäuzen als die beste und höflichste Methode, um eine verstopfte Nase zu befreien. Amerikanische und mittlerweile auch deutsche Ärzte raten jetzt aber teilweise davon ab und empfehlen stattdessen, das Nasensekret hochzuziehen. Dabei geht es nicht um das vorsichtige Schnäuzen. Die Bedenken werden ausschließlich gegen einen trompetendes Schnäuzen gerichtet, bei dem Nase und Mund geschlossen sind und das Nasensekret unter hohem Druck nach außen befördert wird.[2]

Als Alternativen zum heftigen Schnäuzen gelten folgende:

  • Vorsichtiges Auspusten
  • Hochziehen
  • Austropfen über dem Waschbecken

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Das Schnäuzen folgt immer einem bestimmten Ablauf: vor dem eigentlichen Schnäuzvorgang wird tief Luft geholt. Der Mund wird dann verschlossen und die Nase zugehalten. Durch Pressen wird nun ein Überdruck in der Nase aufgebaut. Wird die Nase dann geöffnet, entweicht der angestaute Druck nach außen und mit ihm das Sekret in der Nase. Beim Schnäuzen kann ein Druck aufgebaut werden, der bis zu zehnmal höher ist als beim Niesen. Doch gerade darin liegt die Gefahr: der Überdruck kann nämlich dazu führen, dass das Sekret der Nase in die Nasennebenhöhlen und sogar ins Mittelohr gelangen kann. Ist eine virale oder eine bakterielle Infektion der Grund für die den Schnupfen, können so Bakterien und Viren in die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr gelangen und dort weitere Infektionsherde bilden. Daraus kann eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sowie eine Entzündung des Mittelohrs (Otitis) resultieren.[3]

Bei Personen, die häufig unter Nasenbluten leiden, besteht beim Schnäuzen auch die Gefahr, dass es zu Nasenbluten kommt, denn durch den erhöhten Druck können Blutgefäße der Nase platzen.

Beim Hochziehen wird kein Druck aufgebaut. Das Sekret gelangt von der Nase in den Rachen und wird letztendlich verschluckt. Bakterien und Viren, die sich in dem Sekret befinden, können durch die Magensäure abgetötet und anschließend ausgeschieden werden.[4]

Risiken

Das Risiko, dass Nasensekret beziehungsweise Krankheitserreger in das Mittelohr gelangen, ist bei Kindern am größten. Die Eustachische Röhre, die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr, ist bei ihnen noch gerade und so leichter zugänglich.

Auch das Hochziehen von Nasensekret ist aber nicht ganz ungefährlich. Insbesondere bei Kindern kann durch häufiges Hochziehen des Nasensekrets auch ein Unterdruck in der Nase entstehen. Dieser kann zu einemPaukenerguss im Ohr führen. [5]

Schließlich stellt auch das Hochziehen keine Garantie dafür dar, dass keine weiteren Infektionsherde entstehen. Diese können sich auch bilden, indem die Bakterien in die Nasennebenhöhlen oder über die Eustachische Röhre in das Mittelohr wandern.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen