Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen geht nicht weg

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Wenn ein Schnupfen (Rhinitis) über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten bestehen bleibt spricht man von einem chronischen Krankheitsverlauf. Eine chronische Rhinitis kann viele verschiedene Ursachen haben. Nach der Diagnose folgt eine spezifische Behandlung je nach Ursache.

Im Folgenden wird ein kurzer medizinischer Überblick mit einer anschließenden detaillierteren Erklärung gegeben.

Medizinischer Überblick

Ein Schnupfen tritt häufig im Rahmen einer Erkältung oder Grippe (Influenza) auf. Dabei handelt es sich um eine akute Rhinitis, die durch Viren und zum Teil auch Bakterien verursacht wird. Im Fall einer akuten Rhinitis verschwinden die Symptome innerhalb eines Zeitraums von einigen Wochen.

Der Schnupfen (Rhinitis) bessert sich aber nicht über einen längeren Zeitraum? Bei einem länger als drei Monate anhaltenden Schnupfen spricht man von einer chronischen Rhinitis. Diese kann eine ganze Reihe von Ursachen haben und erst nach einer Diagnose kann eine spezifische Behandlung erfolgen.
Die häufigsten Ursachen für eine chronische Rhinitis sind:

  • Anatomische Veränderungen der Nase
  • äußere Einflüsse (z.B. Luftschadstoffe, extreme Dauertemperaturen)
  • Grunderkrankung (z.B. Tuberkulose, Sarkoidose, …)
  • allergische Rhinitis
  • hormonelle Rhinitis (z.B. Schwangerschaft)[1]

Sollte wirklich jede bekannte Pathologie ausgeschlossen werden können und der Schnupfen bessert sich nicht über einen längeren Zeitraum, wird dies als idiopathische Rhinitis bezeichnet.

Anatomische Veränderungen der Nase

Diese Veränderungen können sehr unterschiedliche Gründe haben, aber die entstehende Rhinitis wird durch bakterielle Infekte verursacht. Aus diesem Grund wird ein Schnupfen durch anatomische Veränderungen auch als chronische bakterielle Rhinitis bezeichnet. Bei Kindern wird diese Art von Rhinitis oft durch vergrößerte Rachenmandeln verursacht. Bei Erwachsenen kann häufig eine eitrige Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) Auslöser sein. Auch andauernde physikalische und chemische Reizung (Irritation) in bestimmten Berufen können den Naseninnenraum verändern. Bei Nasen- und Nebenhöhlenoperationen kann es zur Reduktion von Schleimhautgewebe und im weiteren Verlauf ebenfalls zu einer chronischen Rhinitis kommen .

Äußere Einflüsse

Eine chronische Rhinitis kann auch durch unspezifische Einflüsse ausgelöst werden. Verantwortlich können beispielsweise Rauch, Alkohol, Staub, Kälte sein. Psychische Komponenten können ebenfalls beteiligt sein. Das Krankheitsbild dieser unspezifischen äußeren Reize wird als hyperreflektorische Rhinitis bezeichnet. Dabei kommt es im Bereich der Nasenschleimhaut (vor allem der Muscheln) zu einer Störung der Funktion und Reaktion des autonomen (vegetativen) Nervensystems mit einem Überwiegen der parasympathischen Reaktionen. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Ausschüttung neurogener Peptide (vom Nervensystem ausgeschüttete Eiweißstoffe). Diese können entweder direkt Gefäße, die glatte Muskulatur, Atemwegsepithelien und sekretorische (absondernde) Drüsen beeinflussen oder Entzündungszellen anregen (stimulieren). Der charakteristische Unterschied zu einer Allergie besteht auf molekularer Ebene: Bei einer Allergie wird vom Immunsystem das Immunglobulin E (IgE) als Antikörper produziert. Bei einer hyperreflektorischen Rhinitis ist dies nicht der Fall. Sie folgt einem IgE-unabhängigen Mechanismus.

Grunderkrankungen

Der Erreger der Tuberkulose (Mykobakterium tuberculosis) ist auch in der Lage, die Nase zu befallen. Diese Tuberkulose der Nase kann zum einen als Schleimhauttuberkulose, zum anderen als Lupus vulgaris in Erscheinung treten. Der Lupus entwickelt sich langsam und es kann zu einer Zerstörung von Knorpel und Knochen kommen. Die Schleimhauttuberkulose tritt im Endstadium einer fortgeschrittenen Tuberkulose bzw. beim Abnehmen der Abwehrkräfte auf.

Eine Sarkoidose (Morbus Boeck) kann ebenfalls eine chronische Rhinitis verursachen. Es handelt sich dabei um eine in mehreren Stadien verlaufende Systemerkrankung, sie betrifft also den ganzen Körper.

Allergische Rhinitis

Bei einer allergischen Rhinitis kommt es zu einer direkten Reaktion auf eingeatmete Antigenstrukturen (Strukturen, die vom Immunsystem erkannt werden). Aber auch Fernreaktionen sind möglich. Hierbei werden verschieden Formen unterschieden:

  • saisonale Rhinitis (z.B. Heuschnupfen)
  • nichtsaisonale perenniale Rhinitis (Hausstauballergene)
  • Rhinitis durch Tierhaare und Berufsallergene
  • Nahrungsmittelallergie (Fernreaktion, z.B. Konsum von Milch)

Hormonelle Rhinitis

Eine hormonelle Rhinitis wird auch als endokrine Rhinitis bezeichnet. Vor allem bei schwangeren Frauen im späteren Stadium der Schwangerschaft, bei Einnahme der „Pille“ und in der Menopause kann eine hormonelle Rhinitis auftreten. Diese wird durch Schwankungen der Hormonspiegel (z.B. Östrogen) verursacht.

Eine hormonelle Rhinitis kann auch im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten.[2]

Behandlungstipps

Personen, die an einer chronischen Rhinitis leiden, greifen immer häufiger zu abschwellenden Medikamenten wie beispielsweise Nasensprays. Allerdings sollten diese Medikamente nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da die Wirkstoffe zwar temporär zu einem Abschwellen der Schleimhaut führen, aber auf Dauer die Schleimhaut austrocknen. Als Reaktion auf das Austrocknen der Schleimhaut schwillt das Gewebe noch stärker an, bis es unmöglich wird, durch die Nase zu atmen.

Vorbeugend empfiehlt sich das Meiden von Reizstoffen wie Zigarettenrauch, verschmutzter Luft und schädlicher Arbeitsstoffe. Eine ausreichende Wasseraufnahme fördert die Feuchtigkeit der Schleimhäute.
Bei einer chronischen Rhinitis sollte ein Arzt aufgesucht werden, um den Auslöser effektiv eingrenzen zu können und eine adäquate Therapie zu finden.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen