Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen – soll man hochziehen?

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Der individuelle Umgang mit der vermehrten Sekretproduktion in der Nase, zu der es bei einem Schnupfen (Rhinitis) kommt, ist heute wieder in der Diskussion.[1]Soll der Betroffene schnäuzen oder hochziehen?

Welche Prozesse im Körper während eines Schnupfens ablaufen, woraus das Nasensekret überhaupt besteht und vor allem die Argumente, die für und gegen das Hochziehen des Sekrets angeführt werden, sollen im Folgenden dargelegt werden. 

Medizinische Fakten

Schnupfen geht in der Regel mit klassischen Symptomen wie angeschwollenen Schleimhäuten und einer vermehrten Sekretbildung in der Nase einher. Diese Symptome werden durch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien hervorgerufen. Diese lösen auf den Schleimhäuten eine lokale Entzündung aus. Es kommt zu einer vermehrten Durchblutung der entzündeten Stellen. Dadurch, dass die Blutgefäße sich weiten, schwellen auch die Schleimhäute an. Durch den Virenbefall wird außerdem das Immunsystem aktiviert. Abwehrzellen werden gegen die Krankheitserreger gebildet. Abgetötete Krankheitserreger sowie verbrauchte Immunzellen werden durch das Nasensekret aus der Nase entfernt. [2]

Der Anstand hat es bisher geboten, überschüssiges Nasensekret nicht hochzuziehen, sondern auszuschnäuzen. Forscher der Universität von Virginia empfehlen allerdings jetzt, die Nase lieber hochzuziehen, als zu putzen.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Beim Naseputzen wird in der Nase ein sehr hoher Druck aufgebaut. Dieser kann bis zu zehnmal höher sein als der Druck, der beim normalen Niesen auftritt.Dadurch kann das Sekret, inklusive der Schnupfenviren darin, in die Nasennebenhöhlen gedrückt werden. Diese sind ebenfalls mit Schleimhäuten ausgekleidet und leicht entzündlich. Es kann in der Folge eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entstehen. Dabei kommt es oft zu folgenden Symptomen:

  • Schmerzen, die nicht genau lokalisierbar sind
  • Fieber (Pyrexie)
  • Abgeschlagenheit
  • Unwohlsein

Beim Hochziehen hingegen wird kein Druck aufgebaut. Das infektiöse Material wird im besten Fall so weit in den Rachenbereich hineingezogen, dass esverschluckt werden kann. Durch die Speiseröhre gelangt es dann in den Magen.Im Magen werden die Krankheitserreger durch das saure Milieu abgetötet und schließlich ausgeschieden.[4]

Risiken

Bisher sind beim Hochziehen der Nase noch keine Risiken bekannt. Noch ist sich die Forschung aber auch nicht einig, ob es tatsächlich besser ist, als die Nase zu putzen – wenn dabei vorsichtig geschnäuzt wird. Einige Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass Hochziehen oft nur vorübergehend Linderung verschafft: Wird das Sekret nicht weit genug hochgezogen, rutscht es wieder in die Nase zurück.

Tatsache ist, dass Hochziehen immer noch als nicht besonders anständig angesehen wird. Gesundheitlich stellt es aber keine bekannten Risiken dar.[5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen