Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen und Sport

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Schnupfen (Rhinitis) ist eine Entzündung der Nasenschleimhäute. Er tritt im Rahmen verschiedener Erkrankungen und Umständen auf. Viele Sportler sehen Schnupfen nur als eine lästige Erscheinung, aber nicht als mögliches Anzeichen einer zu Grunde liegenden Erkrankung an. In bestimmten Fällen sollte aber bei einem Schnupfen eine Sportpause eingelegt werden.

Medizinische Fakten

In den meisten Fällen ist Schnupfen auf eine Erkältung zurückzuführen. Das Leitsymptom der Erkrankung ist in der Regel die laufende Nase. Neben der Nase ist auch der Rachen häufig betroffen, was sich als Halsschmerzen (Pharyngitis) und Heiserkeit (Dysphonie) bemerkbar macht. Bei guter Aktivität des Immunsystems klingen die Symptome nach etwa 5 Tagen wieder ab.

Schnupfen kann aber auch im Rahmen von Allergien (zum Beispiel Heuschnupfen) oder auch bei der Einnahme bestimmter Medikamenteentstehen (medikamentöser Schnupfen). Bei Allergikern löst das Immunsystem zwar auch eine Entzündung der Schleimhäute aus, die Ursache ist jedoch eine Überreaktion auf Pollen oder andere Allergene. Diese Art von Schnupfen kann sichüber mehrere Wochen hinziehen. Ein Wirkmechanismus von Medikamenten ist die Unterbindung des Abbaus bestimmter Enzyme im Körper. Im Zuge dessen kann auch der Abbau von Entzündungsbotenstoffen gehemmt werden, sodass das Immunsystem mit einer Entzündung gegen nicht vorhandene Krankheitserreger anzugehen versucht.[1]

Ob Sport bei Schnupfen möglich ist, hängt zum Großteil davon ab, wodurch der Schnupfen verursacht wurde und mit welcher Intensität er auftritt. Dabei ist auch die persönliche Einschätzung des eigenen Befindens wichtig. Bestehen zusätzlich zu Schnupfen Gliederschmerzen, Rücken-, Kopf- oder Bauschmerzen, Übelkeit oder Schmerzen und/oder Schwellungen im Hals-Rachenbereich, so sollte eine Sportpause eingelegt werden, bis sich der Körper besser fühlt. Besteht nur ein leichter Schnupfen, so ist gegen Sport nichts einzuwenden. Eine leichte bis mäßig anstrengende Trainingseinheit kann sogar die Genesung fördern.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Während der Erkältung besiedeln Viren – selten auch Bakterien – die Schleimhäute der Nase. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündungsreaktion, wobei Durchblutung und Durchlässigkeit der Gefäße gesteigert werden. Es entsteht so viel wässriges Sekret, dass es nicht nur hinten in den Rachen abläuft, sondern auch nach vorne abgegeben wird. Beim Sport wird das Herz-Kreislauf-System in Schwung gebracht, gleichzeitig wird aber die Funktion des Immunsystems reduziert. Durch die vermehrte Durchblutung und das gleichzeitig weniger aktive Immunsystem können sich die Krankheitserreger ungestört im Körper verbreiten.[3]

Wird Schnupfen durch eine Allergie verursacht, so ist Sport generell möglich. Sportliche Anstrengung kann jedoch als Trigger für allergische Symptome dienen. Diese Triggerfunktion beruht vor allem auf der Erwärmung des Körpers sowie auf dem Anstieg des Blutdrucks. Dadurch können Allergene leichter aufgenommen und im Körper verteilt werden. Bei Sport im Freien sollte daher darauf geachtet werden, dass vorher die entsprechenden Medikamente eingenommen werden. Eine direkte Exposition (wie durch eine Wiese laufen bei einer Pollenallergie) sollte grundsätzlich dabei vermieden werden.[4]

Risiken

Das größte Risiko in Bezug auf Sport während eines Schnupfens besteht dann, wenn der Schnupfen durch eine bakterielle oder virale Infektion verursacht worden ist. Es besteht dabei die Gefahr, dass die Krankheitserreger auf die Herzmuskulatur übergreifen und eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) verursachen. Diese kann zu Herzrhythmusstörungen führen und lebensbedrohlich werden.[5]

Sind sich betroffene Personen nicht sicher, wodurch der Schnupfen verursacht wurde, so sollte vorsichtshalber besser auf Sport verzichtet werden. Gegen einen Spaziergang an der frischen Luft spricht hingegen nichts, wenn die Betroffenen sich dazu in der Lage fühlen.

Ein Arzt sollte bei einem Schnupfen dann aufgesucht werden, wenn:

  • die Beschwerden stärker werden
  • weitere Beschwerden hinzukommen
  • sich nach zwei Wochen noch keine Besserung der Symptome zeigt[6]

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen