Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen – Trotzdem rauchen?

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Schnupfen (Rhinitis) ist in den meisten Fällen ein Symptom einer Erkältung oder einer Grippe. Er wird durch Viren oder Bakterien verursacht. Wissenschaftler der Universität von Yale fanden heraus, dass Rauchen bei einem viral bedingten Infekt der oberen Atemwege zu einer verstärkten Entzündungsreaktion führt.

Was genau bei einem Schnupfen im Körper vor sich geht und warum auf das Rauchen während dieser Erkrankung verzichtet werden sollte, wird im Folgenden erläutert.

Medizinische Fakten

Dass Rauchen eine schädigende Wirkung auf den Organismus hat, ist bekannt. Neu ist aber die Einschätzung, dass Rauchen bei Infekten, wie beispielsweise einem Schnupfen, zu einer verstärkten Entzündungsreaktion führen kann. Je stärker die Entzündungsreaktion abläuft, desto stärker wird das Gewebe geschädigt. Bei einem stark geschädigten Gewebe verschlimmern sich die Symptome einer Erkältung. [1]

Rauchen hat Auswirkungen auf den gesamten Körper. Insbesondere das Lungengewebe wird dadurch stark beschädigt. Rauchen hat jedoch auch einehemmende Wirkung auf das Immunsystem. Dadurch kann der Körper eine Erkältung nicht mehr so gut bekämpfen, wie bei einem ansonsten gesunden Nichtraucher.[2]

Dazu kommt, dass sowohl der Schnupfen als auch das Rauchen einen Stressfaktor für den Körper darstellen. So kann der Körper schnell überfordert werden. Spätestens, wenn folgende Symptome auftreten, sollte mit dem Rauchen eine Pause gemacht oder – wenn möglich – ganz aufgehört werden:

  • Husten (Tussis)
  • Fieber (Pyrexie)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Übelkeit (Nausea)

Biologischer Zusammenhang

Die für die schädigende Wirkung des Rauchens verantwortlichen Stoffe sind vor allem Teer und Nikotin. Die verschiedenen Zigarettenmarken unterscheiden sich in dem Gehalt dieser Stoffe. Teer und nach neueren Forschungen auch Nikotin hemmen die Funktion des Immunsystems. Krankheitserreger können dadurch weniger zuverlässig bekämpft werden. Infektionskrankheiten wie Schnupfen (akute Rhinitis) können in der Folge verstärkt vorkommen. Sie können bei Rauchern sowohl häufiger als auch stärker ausgeprägt auftreten.[3]

Rauchen hat neben der Wirkung auf das Immunsystem außerdem auch eine akute, direkte Wirkung auf die Symptomatik bei Schnupfen. Das Nikotin beeinflusst die Flimmerhärchen. Diese sind im Atemtrakt (Respirationstrakt) dafür verantwortlich, dass Fremdkörper und Krankheitserreger, die in den Atemtrakt gelangen, in Richtung Rachen transportiert werden, wo sie schließlich verschluckt werden (Mukoziliäre Clearance). Ist die Funktion der Flimmerhärchen gestört, kann Schleim nicht mehr ausreichend abtransportiert werden.

Risiken

Aufgrund der im Körper ablaufenden Prozesse beim Rauchen während eines Schnupfens können dementsprechend Halsschmerzen (Pharyngitis) und Schluckbeschwerden auftreten. Außerdem werden die Schleimhäute durch die nicht abtransportierten Stoffe zusätzlich gereizt. Dadurch potenzieren sich bestehende Symptome.[4]

Spätestens, wenn folgende Symptome auftreten, sollte das Rauchen pausiert und ein Arzt konsultiert werden:

  • Husten (Tussis) mit Auswurf
  • Fieber (Pyrexie) länger als 3 Tage
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Übelkeit (Nausea)

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen