Schnupfen: Im Alltag

Schnupfen u. trainieren (Fitness)?

© PantherMedia / Tatiana Gladskikh

Bei einem Schnupfen ( Rhinitis) empfiehlt sich generell körperliche Schonung, um die Genesung positiv zu beeinflussen. Je nach Schwere der Erkältungssymptome sollte deshalb ein Fitnesstraining pausiert werden. Zwar kann bei einem leichten Schnupfen kann das Training weiterhin durchgeführt werden, bei zusätzlichen Symptomen wie Fieber oder Gliederschmerzen sollte aber dringend von körperlicher Anstrengung abgesehen werden, da es ansonsten zu einer Verschlimmerung des Infekts bis hin zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen kann.

Medizinische Fakten

Während einer Erkältung oder Erkrankung benötigt der Körper Kraft, um krankheitsverursachende Erreger zu eliminieren und die Erkrankung zu überwinden. Deshalb ist körperliche Schonung förderlich für die Genesung und vor allem bei schwereren Erkrankungen dringend angezeigt, da große körperliche Anstrengung das Immunsystem weiter schwächen und somit die Symptomatik verschlimmern kann.

Bei einem leichten Schnupfen kann weiter trainiert werden, wobei eine Reduktion der Intensität zu empfehlen ist. Eine Belastung im unteren Pulsbereich ist ausreichend und verringert das Risiko einer Überanstrengung. Bei Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen oder Gelenkschwellungen, Kopf- und Bauchschmerzen sowie bei Schwellungen und Schmerzen im Hals, in den Ohren oder Kieferhöhlen ist allerdings dringend vom Krafttraining abzuraten, da es durch die Belastung für den geschwächten Körper zu einer Verschlimmerung des Schnupfens oder zu weiteren Infekten bis hin zu einer lebensbedrohenden Herzmuskelentzündung kommen kann[1].

Biologischer Zusammenhang

Durch regelmäßiges Fitnesstraining wird das Immunsystem gestärkt, da der Körper im Rahmen der Anstrengung einem erheblichen Stress ausgesetzt wird – ähnlich einer Erkrankung. Es bilden sich kleine Entzündungen und die sogenannte „unspezifische Immunabwehr“ wird aktiviert: Natürliche Killerzellen, die vor allem virusinfizierte Zellen attackieren, werden freigesetzt, ebenso wie Granulozyten, die die häufigsten weißen Blutzellen sind und bei bakteriellen Infektionen in hohen Konzentrationen im Blut nachweisbar sind. Auch die körpereigenen Fresszellen (sog. Makrophagen) werden durch sportliche Betätigung vermehrt aktiviert. Außerdem ist die Entwicklung einer Toleranz gegenüber oxidativem Stress möglich, weil die Aktivität einer Vielzahl von Enzymen, die freie Radikale abfangen können, durch Belastung gesteigert wird[2]. Das körpereigene Abwehrsystem wird somit durch regelmäßiges Training geschult adäquat auf Stress zu reagieren.

Aus diesem Zusammenhang ergeben sich allerdings auch die Gefahren einer intensiven Trainingseinheit während eines Schnupfens. Ist der Körper durch einen Infekt vorgeschwächt und wird durch Belastungen weiter gefordert, ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage das Übermaß an Stress und Entzündung zu bewältigen. Eine Zunahme der Symptomatik und Ausbreitung der Infektion können die Folge sein.

Zu beachten

Bei Fieber und Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Verspannungen, sowie bei Schwellungen und Schmerzen in Hals, Ohren oder Kieferhöhlen sollte auf jede erhöhte körperliche Aktivität verzichtet werden.

Vor allem chronisch Kranke, Diabetiker und Senioren sollten sich bei einem Schnupfen schonen, da sie generell ein schwächeres Immunsystem aufweisen als die erwachsene Normalbevölkerung.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen