Schnupfen: Im Alltag

Fliegen mit Schnupfen?

© PantherMedia / Diego Cervo

Bei einem Schnupfen (Rhinitis) kommt es zu einem Entzündungsgeschehen der Nasenschleimhäute, welches mit vermehrter Sekretbildung sowie dem Anschwellen der Schleimhäute einher geht. Unangenehm oder sogar gefährlich kann Schnupfen beim Fliegen dann werden, wenn aufgrund der infektiösen Schleimhautschwellung kein Druckausgleich im Mittelohr mehr stattfinden kann.

Warum Schnupfen beim Fliegen gefährlich sein kann und wann aus diesem Grund lieber auf eine Flugreise verzichtet werden sollte, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Grundsätzlich ist Fliegen mit Schnupfen möglich. Dabei ist jedoch immer zu beachten, wie stark ausgeprägt die Symptomatik ist. Sind lediglich die Nasenschleimhäute von der Infektion betroffen und die Nasenatmung blockiert, bestehen aber ansonsten keine Beschwerden, so kann ohne weiteres ein Flugzeug bestiegen werden.

Ist der Schnupfen jedoch stark ausgeprägt und sind, neben den Nasenschleimhäuten, auch die Rachenschleimhäute infiziert und angeschwollen, kann Fliegen gefährlich werden. Denn beim Fliegen treten insbesondere im Steig- sowie im Sinkflug hohe Druckunterschiede auf. Diese werden von einem gesunden Menschen durch einen sogenannten Druckausgleich kompensiert.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Das Mittelohr ist ein allseits abgeschlossener Raum, welcher nur über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre, Tuba auditiva) mit dem Rachenraum in Verbindung steht. Normalerweise ist die Tuba auditva verschlossen. Sie wird beim Schlucken oder Gähnen aber jeweils kurz geöffnet und sorgt so für einen Druckausgleich im Mittelohr.

Beim Fliegen wird der Druck in der Kabine auf etwa drei Viertel des normalen atmosphärischen Drucks gesenkt. Insbesondere beim Starten und Landen treten aber noch größere Druckunterschiede auf.

Kommt es durch eine entzündliche Schwellung zum gänzlichen Verschluss der Ohrtrompete, kann im Mittelohr kein Druckausgleich stattfinden. Es resultiert ein starker Über- bzw. Unterdruck, welcher Druck bzw. Zug auf das Trommelfell ausübt. Im schlimmsten Falle resultiert daraus ein schmerzhaftes Barotrauma: Dieses bezeichnet Verletzungen im Ohr, die durch die plötzlichen Druckunterschiede in der Umgebung hervorgerufen werden. Im Extremfall reißt das Trommelfell ein (Trommelfellruptur), was starke Ohrenschmerzen und eine Einschränkung der Hörfähigkeit hervorrufen kann.

Risiken

Bei Schnupfen ist es vor Flugantritt sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann mithilfe spezieller Untersuchungsmethoden die Drücke im Ohr messen und eine Einschätzung für den individuellen Fall geben. Ist das Fliegen möglich, wird der Arzt in der Regel abschwellende Nasensprays oder -tropfen verordnen. Diese sollten etwa 30 Minuten vor Flugbeginn eingenommen werden. [1]

Um bei einem leichten Schnupfen beim Fliegen den Druckausgleich zu erleichtern, können folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Abschwellende Nasentropfen verwenden (nur in Absprache mit einem Arzt)
  • Viel trinken
  • Kaugummi kauen
  • Gähnen oder Schlucken[2][3]

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen