Erkältung: Anwendungen

Baden bei Erkältung?

© PantherMedia / Fabrice Michaudeau

Eine Erkältung beginnt meist schleichend. Klassischerweise bestehen zu Beginn Symptome wie Halskratzen, Niesreiz und Abgeschlagenheit. Der Betroffen verspürt dann den Wunsch, sich in die heiße Badewanne zu legen. Doch hilft ein Erkältungsbad wirklich? Wenn es richtig angewendet wird, ja. Hier wird aufgezeigt, wann ein Erkältungsbad sinnvoll ist, wie es richtig anzuwenden ist und was dabei beachtet werden sollte.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Ein Erkältungsbad wirkt auf verschiedenen Wegen.

  • Durch die Wärme nimmt die Durchblutung in Haut und Muskulatur zu. Dies führt zu einer Lockerung der Muskulatur und Linderung derGliederschmerzen.
  • Die Körpertemperatur wird – ähnlich einem kleinen künstlichen Fieber – über den Normwert erhöht. Bakterien und Viren können so effizienter bekämpft werden.
  • Die Wirkung eines Erkältungsbades kann durch die Zugabe vonätherischen Ölen in das Badewasser noch verstärkt werden. Besonders gut bieten sich Pfefferminz- oder Thymian-Öl an. Die Öle werden über die Haut aufgenommen und gelangen so ins Blut. Sogar Stunden nach dem Bad sind noch Effekte beispielsweise auf die Bronchien festzustellen! Wohltuend entkrampfend und schleimlösend wirken Zusätze wie Thymian- oder Eukalyptusöl. Auch Menthol kann sparsam dosiert sinnvoll sein: es spricht eigentlich die Kälterezeptoren an, macht eine verstopfte Nase jedoch wirkungsvoll frei.

Anwendung und Dosierung

Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung ist ein Erkältungsbad angebracht. Hat der Betroffene jedoch bereits starken Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis) oder gar Fieber (Febris), sollte von einem heißen Bad Abstand genommen werden. Denn dann wäre das Bad für den Körper zu belastend und schadet eher, als dass es nützt.

Während Badewannen in Kliniken oft groß genug sind, um ein Vollbad zu nehmen, lassen die meisten privat genutzten Badewannen nur ein Dreiviertelbad zu. Dabei ragen Kopf, Schultern und Knie aus dem Wasser heraus. Dies muss jedoch kein Nachteil sein, denn so wird der Kreislauf weniger belastet.

Die Badewanne sollte gut gefüllt sein. Experten raten dazu, die Temperatur des Badewassers nicht exakt zu messen. Vielmehr sollte der Betroffene genau so heiß baden, wie es für ihn angenehm ist. Zu beachten ist jedoch, dass das Badewasser nicht nur lauwarm ist. Dann nämlich verfehlt das Erkältungsbad seine Wirkung.

Betroffene, denen es schwerfällt, in heißes Wasser zu steigen oder denen die Temperatur zu sehr auf den Kreislauf schlägt, sollten die Temperatur des Wassers im Laufe des Bades langsam steigern. Ein Erkältungsbad sollte mindestens 10 bis 20 Minuten dauern. Wird dem Betroffenen das Bad jedoch zu anstrengend, sollte er umgehend, aber langsam aus der Badewanne steigen.

Nach dem Bad sollte der Betroffene sich am besten direkt ins (vorgewärmte) Bett legen. Über die geöffneten Poren verliert der Körper nun schnell Wärme. Es besteht die Gefahr, sich zu unterkühlen.

Ein Erkältungsbad zu Beginn einer Erkältung kann diese zumindest abschwächen. Der Betroffene sollte sich dennoch schonen, viel schlafen und viel trinken. Ein Bad allein reicht nicht aus, um eine Erkältung abzuwenden.[1][2]

​Zu beachten

  • Ätherische Öle sollten bei Säuglingen und Kindern nicht angewendet werden, da ihre Schleimhäute noch sehr empfindlich sind. Auch Asthmatiker sollten auf die Öle verzichten.
  • Ätherische Öle können in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen
  • Durch die Wärme weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt. Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden sollten solche Bäder meiden.
  • Gerade für ältere Erkrankte ist es schonender, im nicht zu heißen Wasser baden zu müssen. Hier sollten ätherische Öle wie Eukalyptusöl oder Fichtennadelöl verstärkt eingesetzt werden. Diese Öle regen die Durchblutung auch schon bei geringen Temperaturen an.
  • Ebenfalls nicht zu empfehlen sind Erkältungsbäder bei Fieber oder einer fortgeschrittenen Erkältung.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung