Erkältung: Anwendungen

Einlauf gegen Erkältung

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Der Einlauf, auch Klistier genannt, als Therapiemaßnahme bei verschiedensten Erkrankungen gehört zu den ältesten bekannten Arzneiformen. Nicht nur bei Darmproblemen (Obstipation, Diarrhoe) sondern auch bei Kopfschmerzen (Cephalgie), chronischen Entzündungen und Erkältungen kann eine Darmsanierung Erleichterung bringen.Ob ein Einlauf dabei sogar die Erkrankungszeit einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch: Verkühlung) verkürzt, ist umstritten. Welchen Effekt ein Einlauf auf unseren Körper hat, welche Anwendungen möglich sind und Tipps zur Darmreinigung für zu Hause sollen im Folgenden erläutert werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Bei Verstopfung, Blähung, Darmkrämpfen und anderen Verdauungsbeschwerden liegt oft eine Störung der Darmflora (Dysbakterie) vor. Die Schleimhäute sind gereizt und die Durchlässigkeit steigt. Das führt zu einer Irritation des Immunsystems und anderen gesundheitlichen Problemen:[1]

  • Verdauung und Resorption von Nährstoffen ist eingeschränkt
  • Gär- und Fäulnisprozesse entstehen
  • Vitaminversorgung eingeschränkt
  • Darmperistaltik ist verringert, der Stuhl verbleibt übermäßig lang im Darm und die Gefahr, dass krankheitserregende (pathogene) Mikroorganismen die Darmschleimhaut besiedeln, steigt. Dies wiederum erhöht die Durchlässigkeit, wodurch Stoffwechselgifte der Erreger aber auch körpereigene Stoffwechselendprodukte in die Blutbahn gelangen können. Das Immunsystem wird so zusätzlich belastet und ist anfälliger für Erkrankungen.

Da zudem 80 % aller Immunzellen des Organismus in unserem Darm angesiedelt sind, führt eine geschwächte Darmflora zwangsläufig zu einer eingeschränkten Immunabwehr. Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel einfache Erkältungen, können leichter auftreten.

Klistiere und Einläufe unterstützen dabei den „Entgiftungsprozess“, indem sie ältere Kotreste, Toxine und pathogene Erreger ausspülen. So können verschiedene Beschwerden wie Fieber (Pyrexie), Krämpfe und allgemeines Unwohlsein gelindert und das Abwehrsystem gestärkt werden. [2]

Im Rahmen einer Erkältung können besonders bei zusätzlich auftretenden Darmbeschwerden Einläufe Erleichterung verschaffen. Ob dadurch der Genesungsprozess direkt beschleunigt wird, ist nicht bewiesen. Da durch Einläufe aber eine gesunde und ausgeglichene Besiedlung des Darmesaufrechterhalten wird, sind sie besonders als Mittel zur Prävention vor Erkältungen empfohlen. [3]

Anwendung und Dosierung

Einläufe können auf verschiedene Arten durchgeführt werden:

Irrigator: Dieses dreiteilige Einlaufgerät ist besonders für Anfänger geeignet und in jeder Apotheke erhältlich. Es besteht aus einem Gefäß für die Einlaufflüssigkeit, einem Schlauch und einem Röhrchen mit Hahn, der zum Auf- und Abdrehen der Flüssigkeit nötig ist. Folgendes Vorgehen sollte beachtet werden:[4][5]

  • Als Flüssigkeit für den Einlauf ist im Rahmen oder zur Prävention von Erkältungen besonders gefiltertes Wasser oder abgekühlte Kräutertees(z.B. Kamillentee) zu verwenden.
  • Erwachsene können eine Flüssigkeit von bis zu einem Liter pro Einlaufverwenden, bei Kindern sollten es nicht mehr als 250-500 ml sein.
  • Der Irrigator sollte circa 90 cm über Darmniveau angebracht werden.Zum Einführen kann je nach Bequemlichkeit entweder eine Seit- oder Rückenlage mit hochgelegten Beinen eingenommen werden, da hier die Flüssigkeit gut in den Darm laufen kann.
  • Vor dem Einlauf die Luft aus dem Schlauch entfernen, indem die Flüssigkeit bis zum Ende des Schlauches durchläuft. Der Schlauch selbst kann mit einer gleitenden Salbe oder Öl eingerieben werden. Den Schlauch nun vorsichtig einige Zentimeter einführen.
  • Mit dem Zulaufhahn langsam das Wasser, bzw. den Tee einlaufen lassen, wobei ein Druckgefühl entstehen kann.
  • Da nach wenigen Minuten schnell eine Toilette aufgesucht werden muss, sollte der Einlauf in der Nähe eines WCs erfolgen.
  • In der Regel sind drei Durchgänge empfohlen.

Folgende Alternativen gibt es:[6]

  1. Mini-Klistiere: Hier wird nur wenig Flüssigkeit (höchstens 0,5 Liter) in den Darm geleitet
  2. Darmrohr: Mit einem Darmrohr lässt sich ein sogenannter hoher Einlauf durchführen. Hier muss das Rohr bis zu 30 cm tief eingeführt werden. Daher sollte die Anwendung nur bei Erfahrung oder mithilfe einer zweiten Person erfolgen.
  3. Colon-Hydro-Therapie: Diese Therapie sollte nur von einem CH-Therapeuten durchgeführt werden. Bei diesem Spezialisten kostet die Behandlung zwar im Gegensatz zum Einlauf zu Hause etwas mehr, dafür soll die Darmreinigung aber besonders effektiv sein.

Da sich Einläufe relativ einfach durchführen lassen und diese in der Regel kaum etwas kosten, nicht schmerzhaft sind und keine negativen Nebenwirkungen zu haben scheinen, sind sie durchaus zu empfehlen. Ob sie im Rahmen einer Erkältung erfolgen sollten, ist eine individuell zu treffende Entscheidung.

Zu beachten:

Einläufe sollten nicht verwendet werden, wenn ein akuter Darmverschluss, eine akute und entzündliche Magen-Darm-Erkrankung oder bereits bestehende Mineralstoffverluste bei vorausgegangenen Durchfällen vorliegen. Auch bei kleinen Kindern sollte vor Anwendung eine Absprache mit dem Arzt erfolgen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung