Erkältung: Anwendungen

Dampfbad bei Erkältung

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Es gibt eine Vielzahl natürlicher Mittel, mit denen die Beschwerden einer Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) gelindert werden können. Ein Dampfbad ist eine der Möglichkeiten. Es lindert Halsschmerzen, befreit die Nase und hilft beim Lösen und Abhusten von Schleim.[1]

Wie und warum ein Dampfbad bei einer Erkältung lindernd wirkt, wie es angewendet wird und was dabei beachtet werden sollte, soll im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Es können verschiedene Zusätze, wie beispielsweise ätherische Öle oder getrocknete Kräuter, in ein Dampfbad gegeben werden. Wie genau ein Dampfbad wirkt, hängt von der Art des Zusatzes ab:[2]

  • Eukalyptus wirkt desinfizierend und schleimlösend. Schleim kann so besser abgehustet werden und die Atmung fällt leichter.
  • Thymian löst ebenfalls den Schleim, fördert gleichzeitig aber auch die Durchblutung und wirkt antiseptisch.
  • Pfefferminze desinfiziert und wirkt entzündungshemmend sowie durchblutungsfördernd.
  • Kamillenblüten unterstützen das Abschwellen der Schleimhäute. Sie befreien die Atemwege und erleichtern so ebenfalls die Atmung.
  • isotonische Salzlösung: Das Salz unterstützt die natürliche Funktion der Rachenschleimhaut, da es Wasser binden kann und so die Feuchtigkeit hält.

Alternativ können auch ätherische Öle angewandt werden. Besonders effizient bei Erkältung sind Rosmarin-, Fichtennadel-, Eukalyptus-, Majoran- und Thymianöl. Ätherische Öle desinfizieren, beruhigen die Schleimhäute und wirken dem Hustenreiz entgegen.

Anwendung und Dosierung

Die Anwendung eines Dampfbades ist relativ einfach. In einem ersten Schritt wird das Wasser zum Kochen gebracht. Nachdem es etwas abgekühlt hat, könnenfeste Zusätze wie Kamillenblüten mit dem Wasser übergossen werden. Dabei liegt die Dosis bei einer Handvoll des festen Zusatzes auf einen Liter Wasser.Flüssige Zusätze werden hineingetropft, ca. 5-10 Tropfen auf einen Liter Wasser, und anschließend gut verrührt.

Um ein Dampfbad mit einer Salzlösung herzustellen, wird ein Teelöffel Salz in einem Liter heißen Wassers gelöst.[3] Anschließend wird der Kopf über die Schüssel gehalten und der Dampf durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausgeatmet. Diese Vorgehensweise sollte zehn bis zwölf Minuten langwiederholt werden. Ein Dampfbad kann zwei-bis dreimal am Tag durchgeführt 

Zu beachten:

Wird das Dampfbad über einem Topf oder einer Schüssel angewendet, erreichen die heißen Dämpfe nicht nur in die Nase und den Mund, sondern auch dieAugen. Diese können durch verschiedene Stoffe, insbesondere durch ätherische Öle, gereizt werden. Die Folge sind brennende, gerötete oder juckende Augen. Besser als ein Topf eignen sich daher Dampf-Inhalatoren, die in der Apotheke erhältlich sind.[4]

Vorsicht ist außerdem bei ätherischen Ölen geboten. Diese enthalten Stoffe, die die empfindlichen Schleimhäute bei Kindern reizen können. Generell ist die Anwendung ätherischer Öle bei Kindern unter zwei Jahren nicht zu empfehlen.[5] Menthol und Kampfer dürfen nicht bei Kindern unter 5 Jahren angewandt werden. Hier besteht die Gefahr, dass es zu einem Stimmritzenkrampf kommt und die Atmung stark behindert wird.[6]Kamillenblüten-Aufguss und Kochsalzlösungen können dagegen auch gut bei Kindern angewendet werden.

Auch Asthma-Patienten sollten kein Dampfbad mit ätherischen Ölen machen, da diese die Atemwege irritieren und so einen Asthma-Anfall auslösen können.[7] Es sollte außerdem darauf geachtet werden, Kinder ohne Aufsicht inhalieren zu lassen. Kippt der Topf versehentlich, kann es zu schlimmsten Verbrennungen kommen.[8]

Sollte sich bei einem grippalen Infekt der Gesundheitszustand verschlechtern, beispielsweise mit Autreten starker Schmerzen oder hohem Fieber, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.[9]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung