Erkältung: Anwendungen

Yoga gegen Erkältung

© PantherMedia / Ron Sumners

Yoga wird schon seit Jahrtausenden praktiziert, um Geist und Körper zu stärken, neue Energien zu entdecken und zu entspannen. Auch in der heutigen Zeit ist Yoga sehr beliebt und hilft, den stressigen Alltag besser bewältigen zu können. Dabei nutzt diese indische Lehre zwar nicht bei der Heilung, aber zumindest bei der Vorbeugung von Erkältungen (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung).

Welcher Wirkmechanismus sich hinter den Yogaübungen verbirgt, wie sie dabei helfen können, den Winter infektfrei zu überstehen, und nützliche Tipps werden im Folgenden dargelegt.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Bei Yoga wird meist zwischen entspannendem, ruhigem Yoga und der körperlich fordernden und eher anstrengenden Yoga-Form unterschieden. Beim Hatha-Yoga zum Beispiel geht es primär um Körperübungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und muskuläre Tiefenentspannung.[1]

Die gesundheitsfördernde und protektive Wirkung von Yoga ist inzwischen durch verschiedene wissenschaftliche Studien bewiesen, sodass Yogakurse inzwischen sogar von Krankenkassen bezuschusst werden. Zu den Erkrankungen, auf die Yoga einen positiven Effekt hat, zählen unter anderem:[2]

  • Chronische Rückenschmerzen und Wirbelsäulenprobleme
  • Nacken- und Spannungskopfschmerzen
  • Leichte Arthrosen
  • Asthma
  • Herzerkrankungen
  • Vorbeugung von Infektionskrankheiten

Gemäßigtes, restauratives Yoga sorgt dabei für einen Abbau der Stresshormone, stärkt das Immunsystem und reduziert Entzündungsmarker. Letztere werden auch als Zytokine bezeichnet, von denen drei verschiedene Gruppen durch regelmäßiges Yogatraining um bis zu 15% gesenkt werden können.

Der Abbau von Stresshormonen (Cortisol) hilft dem Körper zu entspannen, die Schlafqualität zu verbessern und seine Kräfte zu mobilisieren. So wird das Immunsystem gestärkt. Forscher der Universität in Oslo haben auch herausgefunden, dass regelmäßiges Yoga sich sogar aktivierend auf bestimmte Gene auswirkt, die für die Funktion vieler Immunzellen (Killerzellen) wichtig sind. Das Abwehrsystem des Körpers kann so wesentlich effektiver gegen Eindringlinge vorgehen.[3][4]

Anwendung und Dosierung

Yoga als Präventionsmaßnahme gegen Erkältungen soll das Immunsystem, den gesamten Körper und die Seele stärken und entspannen. Das geschieht durch:[5]

  • Die Aktivierung natürlicher Selbstheilungskräfte
  • Die Kräftigung geschwächter Körperfunktionen
  • Die Stärkung der inneren Harmonie

Beim Vorliegen einer Erkrankung ist die Yogatherapie zur Ergänzung einer schulmedizinischen Therapie besonders wirkungsvoll. Dabei reicht es schon, 15 Minuten täglich Yoga-Übungen durchzuführen.

Es gibt zahlreiche Übungen, die dabei empfohlen werden. Dazu zählen zum Beispiel:[6]

  • Shavasana- Totenhaltung: Die Totenstellung, auch Rücken-Entspannungslage genannt, dient der vollständigen Tiefenentspannung des gesamten Körpers und Geistes
  • Vajrasana- Bhadrasana- Fersensitz: Der Fersensitz eignet sich für Atemübungen und Meditation
  • Baddha Konasana- Bhadrasana- Schmetterling: Im Sitzen beide Fußsohlen zusammenbringen, die Fersen nah zum Becken ziehen. Die Wirbelsäule dabei aufrichten. Diese Haltung bewirkt Muskeldehnungen und eine Entlastung des Rückens
  • Bhujangasana- Kobra: Auf dem Bauch liegend die Hände neben der Brust aufstellen und in den Boden drücken. Dabei den Oberkörper aufrichten. Ruhig Ein-und Ausatmen. Stärkt den Rücken, hilft bei Atemwegsproblemen und beruhigt bei Stress.

Diese Übungsbeispiele sollten, besonders von Yoga-Einsteigern, nicht alleine ohne professionelle Unterstützung durchgeführt werden. Obwohl Yoga auch durchaus zu Hause praktiziert werden kann, ist es gerade bei Yoga-Anfängern empfehlenswert, einen professionellen Kurs bei einem qualifizierten Lehrer, zum Beispiel bei einem Lehrer mit BDY-(Berufsverband der Deutschen Yogalehrer) Zertifikat mitzumachen. Viele Übungen können, falsch ausgeführt, mehr schaden als nutzen.[7]

Zu beachten:

Körperlich anstrengende Yogaformen (zum Beispiel Ashtanga- oder Power-Yoga) sollten beim Vorliegen einer Erkältung und anderen Erkrankungen gänzlich gemieden werden. Die körperliche Anstrengung belastet das Immunsystem nur zusätzlich. Bei nicht korrekter Ausführung und zu viel Eifer beim Yoga-Einstieg kann es zu Zerrungen und Muskelrissen kommen, daher sollte der Betroffene immer mit qualifizierten Trainern üben.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung