Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung – mit Alkohol bekämpfen sinnvoll?

© PantherMedia / Z Jan

Alkohol ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die chemische Verbindung Ethanol und den meisten als Inhaltsstoff diverser Genussmittel bekannt. Unter anderem wird Alkohol auch als Desinfektionsmittel eingesetzt. Ab einem Gehalt von 50 % bis 70 % zerstört Alkohol, aufgrund seiner chemischen Eigenschaften, die Zellwände von Viren und Bakterien und tötet sie damit zuverlässig ab.[1]

Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) kann mit einer Vielzahl an Hausmitteln erfolgreich behandelt werden. Ob die Behandlung einer Erkältung mit Alkohol sinnvoll ist, soll im Folgenden anhand der biologischen Wirkungsweise geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Pathologisch gesehen zählt Alkohol zu den Lebergiften, wirkt fruchtschädigend und hat eine narkotische Wirkung.[2]

Der Abbau von Alkohol erfolgt im menschlichen Körper in drei Schritten und findet hauptsächlich in der Leber statt. Im ersten Schritt wird Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) zu Acetaldehyd umgewandelt. Acetaldehyd ist für den Organismus sehr schädlich. Im zweiten Schritt wird Acetaldehyd weiter zu Essigsäure abgebaut. Im dritten Schritt spalten Enzyme die Essigsäure zu Kohlendioxyd und Wasser. Dieser Prozess kostet den Körper viel Energie.[3] Obwohl Alkohol eine desinfizierende und antimikrobielle Wirkung hat, sollte er bei einer Erkältung nicht als Heilmittel eingesetzt werden, da der Abbau des Alkohols den durch die Erkältung geschwächten Körper zusätzlich belastet.[4]

Die desinfizierende Wirkung von Alkohol wird medizinisch nur äußerlich zur Wund- und Oberflächenreinigung verwendet. Außerdem schwächt Alkohol das Immunsystem. Wissenschaftler von der Universität Mississippi und der Universität Louisiana fanden heraus, dass Alkohol den sogenannten Toll-Like-Rezeptor 4 (TLR) auf menschlichen Immunzellen blockiert. Dieser Rezeptor erkennt die Oberflächenstrukturen vieler Bakterien und ist daher die Grundvoraussetzung für ein voll funktionsfähiges Immunsystem. Außerdem verhindert Alkohol die Bildung von Botenstoffen (Zytokinen), die eine zentrale Rolle bei der Abwehr von körperfremden Stoffen im Körper spielen, indem sie das Signal zum Angriff auf einen Eindringling an andere Zellen des Immunsystems senden.[5]

Eine Ausnahme hiervon ist erwärmtes Bier. Für den Heilungsprozess ist jedoch nicht der Alkohol verantwortlich, sondern die im Hopfen enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe. Die Inhaltsstoffe des Hopfens haben eine antibakterielle und beruhigende Wirkung.[6]

Anwendung und Dosierung

Vor dem Zubettgehen eine Flasche Bier beispielsweise in einem Wasserbad erwärmen und trinken. Je nach Belieben kann das warme Bier auch mit Zucker oder Honig gesüßt werden.

Zu beachten:

Das Bier sollte nicht über 40 Grad erhitzt werden, da sonst die wirksamen Inhaltsstoffe zerstört werden können. Zudem ist es selbstverständlich nicht für Kinder geeignet.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung