Erkältung: Häufige Fragen

Schnelle Hilfe bei Erkältung

© PantherMedia / Alice Day

Jährlich wird über die Hälfte der Deutschen von Symptomen wie Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen geplagt. [1][2] Diese Beschwerden können im Rahmen einer Erkältung auftreten, die der häufigste Grund für eine Vorstellung in der Hausarztpraxis ist; sie wird meist von Viren verursacht. [2][3]Eine Erkältung kann verschiedene Ausprägungen aufweisen und ihre Ursache lässt sich nur schwer behandeln. [4][5]Der folgende Artikel soll einen Überblick über die Behandlunsgmöglichkeiten und deren Wirksamkeit geben.

Hausmittel bei Erkältung

Oft beginnt eine Erkältung mit Gliederschmerzen oder Schnupfen (Rhinitis) und man merkt bereits, dass man sich eine „Erkältung eingefangen“ hat.[6] Im Laufe der Erkrankung kommt es häufig auch zu Halsschmerzen (Pharyngitis),Heiserkeit (Dysphonie)oder Kopfschmerzen (Cephalgie). [6][7]Etwa zwei bis fünf Mal jährlich erkältet sich ein Erwachsener, während Kinder bis zu zehn Mal im Jahr betroffen sein können. [3][8] Hinter einer Erkältung stecken meist Viren, zum Beispiel Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren. [9] Bis zu 20% der Erkältungen werden von Rhinoviren verursacht.[9] Meist ist das Immunsystem in der Lage diese Viren selbst zu bekämpfen. Bei einem Immunsystem, das zum Beispiel durch Stress, Schlafmangel oder auch Kälte geschwächt ist, kann es allerdings zu einem Ausbruch einer Infektion kommen. [2]Bisher gibt es keine kausale Therapie für die Behandlung einer Erkältung, d. h. die Ursache kann nicht behandelt werden. [10] Ärzten ist es daher nur möglich die Symptome zu lindern. [10]

Mit Arzt dauert die Erkältung eine Woche, ohne sieben Tage. [2] Da es sich bei einer einfachen Erkältung nicht um eine schwere Krankheit handelt ist es meist nicht nötig einen Arzt aufzusuchen. Eine Erkältung ist in der Regel selbstlimitierend, d. h., sie verschwindet nach einer gewissen Zeit von alleine wieder[2][11] Allerdings gibt es verschiedene Hausmittel, die eine Linderung der Beschwerden verschaffen können. Diese sind allerdings auch nicht in der Lage eine Erkältung in ihrer Ursache zu behandeln; sie beruhen oft auf Erfahrungen und nicht auf Beweisen in großen Studien.[11] Es fehlt an Therapiemöglichkeiten, um eine Erkältung schnell loszuwerden. Einige Hausmittel haben sich aber als wirksam gegen die Symptome einer Erkältung bewiesen. [11]

Zwiebel:

Den Inhaltsstoffen der Zwiebel konnte in verschiedenen Studien eine Wirkung gegen Bakterien (antibakterielle) nachgewiesen werden. [12][13] Auch bei einer Erkältung können die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe der Zwiebel Linderung verschaffen. [12] Zwiebelsirup: eine Zwiebel in Stücke schneiden und etwas Honig darübergeben. Die Zwiebel mindestens eine Stunde lang ziehen lassen und dann morgens, mittags und abends jeweils einen Esslöffel des Zwiebelsuds einnehmen. Auch das Trinken von Zwiebelsaft mit ein bisschen Honig soll Abhilfe verschaffen. [13][14]

Honig: 

Honig enthält über 181 verschiedene Substanzen, darunter Radikalfänger (Antioxidantien) und antimikrobielle Stoffe, die gegen Mikroorganismen wirken. [15] Honig kann einfach gelöffelt werden, zum Süßen von Milch oder Tee verwendet oder zu einer Honig-Kaffee Paste für Erwachsene zubereitet werden: 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee(3 x tgl die Paste in heißem Wasser auflösen und trinken).[14][ 16]

Verschiedene Wickel:

Kartoffelwickel: wirkt krampf- und hustenlösend.

Ungeschälte Kartoffeln kochen, anschließend warme Kartoffeln mit ihrer Schale zerdrücken und auf eine Mullbinde streichen. Die Mullbinde mit dem„Kartoffelbrei“ nach unten auf die Körperseite um den Brustkorb legen.Den Wickel anschließend mit einem Handtuch bedecken (60-90 Minuten einwirken lassen).[14]

Quarkwickel: wirkt kühlend und entzündungshemmend. Magerquark etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch auftragen. Tuch einschlagen und auf betroffene Stelle (Hals) legen. [17]

Zink:

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass die Einnahme von Zinktabletten für eine verminderte Bildung von Rhinoviren sorgen und so die Symptome einer Erkältung gelindert werden können. [18]Eine laufende Nase konnte so um 55% reduziert werden. Die Dauer der Erkältung konnte bei Einnahme von Zinkpräperaten innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn um einen Tag reduziert werden.[19] Lutschtabletten erwiesen sich allerdings erst ab einer Tagesdosis von 75 mg als wirksam. [18][20]

Insgesamt ist es bei einer Erkältung wichtig, ausreichend Flüssigkeit (2-3 Liter/Tag) zu sich zu nehmen, da der Körper die Flüssigkeit benötigt, um die Schleimhäute feucht zu halten und die Viren auszuschwemmen. [6, 14] Da es sich meist um eine Infektionen mit Viren handelt, sollte auf die Therapie mit einem Antibiotikum generell verzichtet werden. [3] Dieses ist nicht wirksam gegen Viren und es kann bei einer zu häufigen Anwendung eines Antibiotikums zu einer ungenügenden Wirkung gegen Bakterien kommen (Resistenzentwicklung der Bakterien). [3]

Die Übertagung der Erkältungsviren erfolgt von Mensch zu Mensch meist über einen Kontakt mit den Händen.[10] Ist man erkältet ist es ratsam, diesen Kontakt weitgehend zu vermeiden und sich regelmäßig die Hände zu waschen und zu desinfizieren. [2] [10] Auch beliebte Mittel gegen eine Erkältung wie zum BeispielVitamin C, Vitamin D oder Extrakte aus dem Sonnenhut (Echinacea) konnten sich in Studien nicht durchsetzen. [10][11] Vitamin C wird in ausreichend hohen Konzentrationen mit der Nahrung vom Körper aufgenommen. Es mag bei stark beanspruchten Menschen wie zum Beispiel Marathonläufern eine positive Wirkung haben, für die Allgemeinbevölkerung allerdings nicht.[2, 11] Bei einer verstopften Nase sind abschwellende Nasensprays eine gute Alternative, sollten wegen der Möglichkeit einer Abhängigkeit allerdings nicht länger als eine Woche angewendet werden. [10]Bei Schmerzen kann ist die Einnahme von Schmerztabletten wie Paracetamol hilfreich sein. [21] Eine Studie konnte zeigen, dass die Einnahme von Ibuprofen hingegen die Erkrankungsdauer bei Erkältungspatienten im Vergleich zu Paracetamol verlängern kann. [8] Auch die oft verwendete Dampfinhalation konnte in Studien keinen Nutzen belegen. [5][8]

Zu beachten

Es ist wichtig eine Erkältung, oder grippalen Infekt von einer echten Grippe(Influenza) abzugrenzen. Die echte Grippe wird durch das Influenzavirus ausgelöst und tritt meist plötzlich auf. [6] Symptome wie Abgeschlagenheit oder Müdigkeit sind deutlich stärker, als bei einer Erkältung und es tritt typischerweise ein hohes Fieber (oft über 40°C) auf. [1][6] Die echte Grippe sollte von einem Arzt behandelt werden und es stehen neben allgemeinen Maßnahmen auch Virustatika, gegen Viren gerichtete Medikamente, zur Verfügung. [6]Gegen den Ausbruch einer echten Grippe kann man sich durch die jährliche Grippeschutzimpfung schützen. [6] Da hinter den Symptomen Husten, Halsschmerzen oder Heiserkeit auch eine echte Grippe oder eine Lungenentzündung stecken kann, ist es wichtig die Entwicklung der Symptome zu beobachten. [6] Bestehen die Symptome wie Fieber oder starke Schmerzen und Müdigkeit über eine Woche, ist es daher ratsam einen Arzt aufzusuchen. [1][6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung