Erkältung: Häufige Fragen

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen (bei Erkältung)

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Über die Ohrtrompete (Tuba auditiva), dem kurzen Verbindungsgang zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr, können sich bei einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) Krankheitserreger in das Mittelohr ausbreiten. Zusätzlich ist der Bereich um die Ohrtrompete im Rahmen einer Entzündung der Schleimhäute häufig ebenfalls geschwollen und verschleimt. Eine ausreichende Belüftung des Mittelohrs wird dadurch nicht mehr gewährleistet, was optimale Bedingungen für das Wachstum von Mikroorganismen schafft. Es kann folglich eine Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) entstehen. [1]

Kommt es im Rahmen einer Erkältung zu Ohrenschmerzen teilweise mit Hörbeeinträchtigungen und Fieber (Pyrexie) , sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. Die Symptome können jedoch unterstützend mit Hausmitteln wie Kochsalznasentropfen, warmen Auflagen oder Zwiebelpäckchen gelindert werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Im Anfangsstadium einer Mittelohrentzündung oder bereits zur Vorbeugung ist es möglich, die Schnupfensymptome und damit das Zuschwellen der Ohrtrompete zu bekämpfen. Dafür bieten sich insbesondere abschwellende Nasentropfen, eventuell unterstützt durch Kamille-Dampfinhalationen an. [2]

Wer keine chemischen Nasentropfen verwenden möchte, kann sich Kochsalz-Nasentropfen selbst herstellen. Ist die Salzkonzentration in den Tropfen höher als im Körper (hyperton), wird ein Konzentrationsausgleich angestrebt und dem Gewebe Wasser entzogen. Dies kann ein Abschwellen der Nasenschleimhäute bewirken und damit auch die Belüftung des Mittelohrs über die Tuba auditiva verbessern.

Der Einsatz von warmen Kompressen wird bei einer Mittelohrentzündung von vielen Menschen als schmerzlindernd empfunden. Grund dafür ist wahrscheinlich die bei Wärme gesteigerte lokale Durchblutung. Immunzellen kommen so schneller an die erkrankte Stelle und eine Entzündung kann besser bekämpft werden. [3]

Die oft als Hausmittel eingesetzte Zwiebel kann sich auch bei Ohrenschmerzen, welche im Rahmen einer Erkältung auftreten, zunutze gemacht werden. Als Ohrkompresse angewendet, gelangen die Dämpfe aus der Zwiebel in das Mittelohr und können dort ihre Wirkung entfalten.

Zwiebeln enthalten viele Flavonoide, eine chemische Gruppe von Pflanzenstoffen. Ihnen wird eine entzündungshemmende, antiinflammatorische Wirkung zugeschrieben. Der antibakterielle, antivirale und immunstärkende Effekt von Zwiebeln ist auf ätherische Öle mit darin enthaltenen Schwefelverbindungen, z.B. Allicin zurückzuführen. Sie hemmen das Wachstum von Mikroorganismen. [4]

Anwendung und Dosierung

Für die Herstellung von leicht hypertonen Nasentropfen einen Teelöffel Salz(ca. 5 Gramm) in einem halben Liter abgekochtem Wasser lösen. Die abgekühlte Mischung kann dann mit einer Pipette oder einer vorher mit heißem Wasser sterilisierten alten Nasensprayflasche mehrmals am Tag in die Nasen getröpfelt bzw. gesprüht werden. [5] Es ist kein Gewöhnungs- oder Suchteffekt zu erwarten.

Für warme Kompressen können unterschiedliche Hilfsmittel verwendet werden. Eine preiswerte und praktische Variante ist die Durchführung mit Waschlappen. Dafür vier Waschlappen in heißes Wasser legen, die Wassertemperatur sollte aber noch erträglich sein. Zunächst zwei Waschlappen auswringen, zweimal falten und jeweils auf ein Ohr drücken. Die Fixierung erfolgt durch eine Badekappe oder ein eng um den Kopf gewickeltes Tuch. Sind die Waschlappen etwas abgekühlt, werden die anderen beiden angelegt. [6]

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Heilwolle aus der Apotheke. Die Wolle mit einem Fön erwärmen, sodass die Temperatur sich auf der Haut angenehm anfühlt. Dann jeweils ein Stück Wolle mit einer Ohrklappe (ebenfalls aus der Apotheke), einem Tuch oder einer Mütze auf dem betroffenen Ohr fixieren und über Nacht wirken lassen. Die Wolle sorgt für eine relativgleichmäßige Wärme. [7]

Zwiebelpäckchen sind ebenfalls leicht herzustellen. Hierfür einfach eine halbe Zwiebel in kleine Würfel hacken, in ein Stofftaschentuch einwickeln und etwas zerdrücken, sodass der Saft austritt. Damit die Dämpfe besser freigesetzt werden, kann das Säckchen in einem Sieb über kochendem Wasser erwärmt und nach dem Abkühlen auf eine angenehme Temperatur auf das Ohr gelegt und fixiert werden. [8]

Zu beachten

Die genannten Hausmittel können als nebenwirkungsfrei angesehen werden. Jedoch ist bei der Anwendung von warmen Kompressen oder Zwiebelpäckchen genau auf die Temperatur zu achten, um Verbrennungen oder Verbrühungen der Haut zu vermeiden.

Sollten sich die Ohrenschmerzen unter der Behandlung verschlimmern, ist diese abzubrechen und ärztlicher Rat einzuholen.

Generell sind Ohrenschmerzen abklärungsbedürftig. Im Rahmen einer Erkältung handelt es sich für gewöhnlich nur um eine Reizung des Mittelohrs durch eingedrungene Viren. Doch auch Bakterien können sich dort ansiedeln und den Verlauf verkomplizieren. In diesem Fall kann der Arzt antibiotisch behandeln müssen. [9]

Bei starkem Fieber, Nackenschmerzen und starker Müdigkeit sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da dies Anzeichen für eine Gehirnhautentzündung sein können. [10]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung